Übersicht Abstracts Appetit, Anorexie,
Erbrechen und Übelkeit

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       AnorexieAnorexia Nervosa, DronabinolAndries et al. 2015aChanges in IGF-I, urinary free cortisol and adipokines during dronabinol therapy in anorexia nervosa: Results from a randomised, controlled trialGrowth hormone & IGF research : official journal of the Growth Hormone Research Society and the International IGF Research Society 25 (5), S. 247–252. DOI: 10.1016/j.ghir.2015.07.006.„Dronabinol in der Behandlung von Anorexia nervosa und seine Effekte auf IGF-I, freies Cortisol im Urin und Adipokine: Resultate eines randomisierten, kontrollierten Versuchs“   Eine randomisierte, doppelblinde Studie im Crossover Design des Odense Krankenhauses in Dänemark untersuchte 24 erwachsene Frauen mit chronischer Anorexia nervosa, diese erhielten Placebo oder 5mg/d Dronabinol oral, dazwischen lagen vier Wochen washout. Dronabinol führte zu einem kleinen, aber signifikanten Anstieg des BMI im Vergleich zu Placebo (+0,23 kg/m²; p=0,04). Dieser geringe Zuwachs an Gewicht sagte einen entsprechenden Anstieg des bioaktiven Insulin Like Growth Factors – I (IGF-I) vorher, während der Anteil an täglicher Energie, die durch physische Aktivität verbraucht wurde, einen vergleichbaren, jedoch umgekehrten Effekt hatte. Jedoch zeigte sich keine signifikante Veränderung des IGF-I und keine des Adiponectins. Leptin hingegen zeigte einen vorrübergehenden, signifikanten Anstieg in Woche drei (p<0,05). Die Spiegel freien Cortisols im Urin waren unter Dronabinol verringert. Dronabinol zeigte keinen Effekt auf das IGF-System bei Frauen mit Anorexia Nervosa.  Randomisierte, doppelblinde Studie im Crossover Design24
2.       AnorexieAnorexia NervosaAndries et al. 2015bEffect of dronabinol therapy on physical activity in anorexia nervosa: a randomised, controlled trialEating and weight disorders: EWD 20 (1), S. 13–21. DOI: 10.1007/s40519-014-0132-5.„Effekte der Behandlung mit Dronabinol auf die physische Aktivität bei Anorexia Nervosa: ein randomisierter, kontrollierter Versuch“   Eine randomisierte, doppelblinde Studie im Crossover Design des Odense Krankenhaus in Dänemark untersuchte 24 Frauen mit chronischer Anorexia Nervosa, diese erhielten entweder Placebo oder Dronabinol 5mg/d oral. Die physische Aktivität wurde in der jeweils vierten Woche der Intervention erhoben. Die Gesamtdauer der physischen Aktivität veränderte sich nicht, jedoch stieg die durchschnittliche Intensität um 20% (p=0,01) während der Behandlung mit Dronabinol, was im Vergleich zu Placebo zu einem gesteigerten Energieverbrauch um 68,2kcal/d (p=0,01) führte.    Randomisierte, doppelblinde Studie24
3.       AnorexieAnorexia NervosaAndries et al. 2014Dronabinol in severe, enduring anorexia nervosa: a randomized controlled trial.The International journal of eating disorders 47 (1), S. 18–23. DOI: 10.1002/eat.22173.„Dronabinol bei schwerer, anhaltender Anorexia nervosa: eine randomisierte, kontrollierte Studie“   Eine randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie der Uniklinik Odense (Dänemark) im Crossover Design untersuchte 24 Frauen mit Anorexia Nervosa seit mindestens 5 Jahren. Verabreicht wurde Dronabinol 2,5mg zweimal täglich für vier Wochen oder entsprechend Placebo im Abstand von vier Wochen, beides erfolgte im Rahmen der Standardtherapie. Unter Dronabinol gewannen die Teilnehmer 0,73kg (t=2,86; df=22; p<0,01) im Vergleich zu Placebo ohne signifikante psychotrope Nebenwirkungen. Dronabinol erlaubte die signifikante Vorhersage einer Gewichtszunahme anhand einer multiplen linearen Regression die subjektive Unzufriedenheit mit dem Körper (EDI-2: Eating Disorder Inventory-2) und Leptin einschloss. Die Therapie mit Dronabinol wurde gut toleriert und induzierte eine geringe, aber signifikante Gewichtszunahme innerhalb von vier Wochen.Randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie24
4.       AppetitDronabinol, Mirtazapin, Megestrol, AppetitsteigerungHoward et al. 2019Efficacy and Safety of Appetite-Stimulating Medications in the Inpatient SettingAnn Pharmacother. 2019 Mar;53(3), S. 261-267. doi: 10.1177/1060028018802816„Wirksamkeit und Sicherheit von Appetit-stimulierenden Medikationen bei stationärer Behandlung“   Diese retrospektive Kohort-Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Appetit-stimulierenden Medikationen (Dronabinol, Megestrol, Mirtazapin) bei stationär behandelten Patienten. Primäres Resultat war die Änderung der Essensaufnahme zwischen Beginn und Ende der Behandlung. Sekundäre Resultate schlossen Verbesserung des Appetits, Gewichtsveränderungen, mehrere Laborparameter und das Auftreten von Nebeneffekten ein. Insgesamt entsprachen 38 Patienten den Einschlusskriterien. Mirtazapin war das am meisten genutzte Medikament (42%). In Bezug auf die Essensaufnahme, Gewicht, Albumin oder Verbesserungen der Diät bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen der appetit-stimulierenden Medikamente. Von Beginn bis zum Ende der Behandlung kam es innerhalb der Gruppen bei allen drei Medikamente zu einer numerische Verbesserungen der prozentualen Essensaufnahme (Änderung um 17,12%). Fast die Hälfte der Patienten (48%) verzeichnete eine Verbesserung der Diät nach Beginn der Behandlung. Es konnten keine erheblichen Nebeneffekte beobachtet werden.Retrospektive Kohortenstudie 
5.       Übelkeit + ErbrechenPostoperative Nausea, VomittingKleine-Brueggeney et al. 2015“Intravenous Delta-9-Tetrahydrocannabinol to Prevent Postoperative Nausea and Vomiting: A Randomized Controlled Trial”  Anesthesia and analgesia 121 (5), S. 1157–1164. DOI: 10.1213/ANE.0000000000000877.„Intravenöses THC zur Prävention postoperativer Übelkeit und Erbrechens: eine randomisierte kontrollierte Studie“   Eine doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie der Universität Bern untersuchte die Wirksamkeit von THC intravenös zur Vermeidung von Übelkeit und Erbrechen nach Narkose (PONV) anhand von 40 Patienten mit hohem Risiko für PONV, die entweder 0,125mg/kg THC oder Placebo erhielten zum Ende der OP vorm Erwachen. Das relative Risiko zeigte sich in der THC Gruppe um 12% reduziert (95% Konfidenzintervall, -37% bis 43%) und damit möglicherweise weniger als die klinisch signifikanten 25% Reduktion die mit anderen Mitteln in der PONV Prophylaxe erzielt wurden. Die psychotropen Nebenwirkungen des THCs waren klinisch relevant und zeigten sich überwiegend als Sedierung und Verwirrung. Die Studie wurde nach 40 Patienten eingestellt aufgrund der geringen Wirksamkeit von THC bei PONV und den klinisch inakzeptablen Nebenwirkungen. THC intravenös wird zur PONV Prophylaxe nicht empfohlenDoppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie40
6.       OpiatsubstitutionOpioide, Opioid-SubstitutionShi Y et al. 2019Recreational marijuana legalization and prescription opioids received by Medicaid enrolleesDrug Alcohol Depend. 2019 Jan 1;194, S: 13-19. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2018.09.016„Legalisierung von Marihuana und verschriebene Opioide für Antragsteller beim Gesundheitsdienst für Bedürftige“   Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Legalisierung von Marihuana zum Freizeitkonsum und dem Erhalt verschriebener Opioide durch Antragsteller beim Gesundheitsdienst für Bedürftige. Die Nutzungsaufzeichnungen der „state-level“ rezeptpflichtigen Medikamente (quartalsbezogen) von Antragstellern beim Gesundheitsdienst für Bedürftige von 2010-2017 wurden aus den „Medicaid State Drug Utilization Daten“ bezogen. Die Opioid-Verschreibungen wurden in Form dreier Populations-angepasster Varianten analysiert: Anzahl an Opioid-Verschreibungen, Gesamtdosis der Opioid-Verschreibungen in Morphin-Milligramm-Äquivalenten und die resultierenden Monatsausgaben pro 100 Antragsteller. Zur Testung der Zusammenhänge wurden zwei Differenz-von-Differenzen-Ansätze genutzt: 8 Staaten und DC, die den Freizeitkonsum von Marihuana während der Studienperiode legalisierten, wurden zunächst untereinander verglichen und anschließend mit 6 weiteren Staaten, welche medizinisches Marihuana bereits zu Beginn der Studie legalisiert hatten. Opioide der Stufe 2 und 3 wurden separat analysiert. Die Vergleichsmodelle der 8 Staaten und DC’s wiesen keinen Zusammenhang zwischen Legalisierung und Stufe-2-Opioid-Ergbnissen nach; die Legalisierung von Cannabis zur Freizeitnutzung im Jahr 2015 war mit einer Reduktion der Anzahl an Opioid-Verschreibungen (um 32%), der Gesamtdosen (um 30%) und Stufe-3-Opioid-Ausgaben (um 31%) assoziiert. Die Modelle, welche 8 Staaten und DC mit den 6 Staaten mit medizinischer Cannabis-Legalisierung verglichen, konnten keinen Zusammenhang zwischen der Legalisierung von Marihuana zum Freizeitkonsum und den Opioid-Ergebnissen nachweisen. Die Legalisierung von Cannabis zur Freizeitnutzung führte nicht zu steigenden Opioid-Verschreibungen bei den Antragstellern des Gesundheitsdienstes für Bedürftige. In einigen Staaten bestand jedoch der Nachweis einer Reduktion der Stufe-3-Opioide infolge der Legalisierung.Datenanalyse