Cannabinoid Gebrauch bei progressiven entzündlichen Hirnerkrankungen (CUPID)-Multizentrumsstudie und die ökonomische Beurteilung der Cannabinoide in Bezug auf die Verlangsamung der Progression bei Multipler Sklerose

Cannabinoid Gebrauch bei progressiven entzündlichen Hirnerkrankungen (CUPID)-Multizentrumsstudie und die ökonomische Beurteilung der Cannabinoide in Bezug auf die Verlangsamung der Progression bei Multipler Sklerose

Ein randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Plymouth Universität (UK) untersuchte, ob orales THC den Verlauf bei progressiver Multipler Sklerose verlangsamt, sowie die Sicherheit der Verabreichung des Cannabinoids. Die Patienten wurden mit einem 2:1 Verhältnis zu THC (maximal 28mg/d oral) oder Placebo randomisiert. Die Evaluation der Patienten fand nach drei Monaten, sechs Monaten und dann halbjährlich statt bis zur Vollendung von 36 oder 42 Monaten.

Primäre Endpunkte waren die Zeit bis zum Fortschreiten der Behinderung (Expanded Disability Status Scale) und die Veränderung in einer Skala zur Einschränkung durch Multiple Sklerose (MSIS-29v2), außerdem wurden weitere Angaben durch Patienten und Kliniker erhoben, sowie MRT Untersuchungen beurteilt. Zur ökonomischen Beurteilung gehörten die Schätzung der durchschnittlichen Kosten pro Patienten und die Lebensqualität (quality adjusted life years QALYs).

Von der 498 Patienten wurden nur 5 nicht ausgewertet, 332 wurden der THC Gruppen und 166 der Placebo Gruppe zugeordnet. Es zeigten sich keine signifikanten Effekte in der Behandlung. Die Hazard Rate des EDSS (Aktiv:Placebo) lag bei 0,92 (95% CI 0,68 bis 1,23) und der Unterschied beim MSIS bei -0,9 Punkten (95% CI -2,0 bis 0,2). Zumindest einmalig zeigte sich eine schwere Nebenwirkung bei 35% in der THC Gruppen und 28% in der Placebo Gruppe. Die geschätzten Mehrkosten pro Patienten im Vergleich zur Standardtherapie der NHS lag über drei Jahren bei 27.443,20 Pfund. In der Lebensqualität zeigte sich kein Unterschied.

Die Intervention führte zu erheblichen Zusatzkosten ohne Nutzen in der Behandlung. Die Teilnehmer in dieser Studie waren stärker eingeschränkt als in vorherigen Studien und zeigten eine geringere Verschlechterung im Verlauf, was die Chance einen möglichen Behandlungseffekt zu erkennen verringerte.

Quelle: NIHR

 

Ball, Susan; Vickery, Jane; Hobart, Jeremy; Wright, Dave; Green, Colin; Shearer, James et al. (2015): The Cannabinoid Use in Progressive Inflammatory brain Disease (CUPID) trial: a randomised double-blind placebo-controlled parallel-group multicentre trial and economic evaluation of cannabinoids to slow progression in multiple sclerosis. In: Health technology assessment (Winchester, England) 19 (12), vii-viii, xxv-xxxi, 1-187. DOI: 10.3310/hta19120.