Übersicht Abstracts CBD

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       CBDCBD, Nierentransplantationspatienten, chronischer Schmerz, Wirksamkeit, SicherheitCuñetti at al 2018Chronic Pain Treatment with Cannabidiol in Kidney Transplant Patients in UruguayTransplant Proc. 2018 Mar;50(2), S. 461-464. doi: 10.1016/j.transproceed.2017.12.042„Chronische Schmerzen sind ein wesentliches therapeutisches Problem bei Nierentransplantationspatienten, aufgrund der mit NSAID’s assoziierten Nephrotoxizität.“   Diese Studie untersucht Wirkung, Sicherheit und mögliche Medikamenteninteraktionen von CBD bei Nierentransplantationspatienten mit chronischen Schmerzen. 7 Patienten (mittleres Alter von 64,5 Jahren) erhielten eine initiale Dosis von 100 mg CBD pro Tag. Über eine Dauer von 3 Wochen wurden die Dosen zweimal täglich um 50 mg bis 150 mg erhöht. Wegen persistenter Übelkeit wurde bei einem Patienten die Dosis an Tag 4 wieder auf 50 mg reduziert. Bei einem Patienten wurde die Tacrolismusdosis an Tag 4, 7 und 21 wegen kontinuierlich erhöhter Level (auch schon vor der CBD-Behandlung) und Juckreiz und bei einem weiteren Patienten ebenfalls an Tag 21 reduziert. Ein Patient wies ein vermindertes Tacrolismuslevel auf, das sich bei der Kontrolle eine Woche später jedoch bereits wieder normalisiert hatte. Patienten, die Cyclosporin erhielten, blieben stabil. Auftretende Nebenwirkungen waren Übelkeit, trockener Mund, Schwindel, Benommenheit und intermittierende Hitzephasen. Die CBD-Dosis musste bei 2 Patienten reduziert werden. Bei zwei Patienten kam es zu einer vollständigen Schmerzlinderung, vier sprachen während der ersten 15 Tage teilweise auf die Behandlung an, bei einer Person blieben Veränderungen aus. Während dieser Follow-up-Studie wurde CBD gut vertragen und es traten keine schweren Nebenwirkungen auf. Die Plasma-Tacrolismuswerte waren variabel. Es sind längere Follow-up-Studien erforderlich.Open-label-Studie7
2.       CBD, EpilepsieEpilepsie, Lennox-Gastaut-Syndrom, atonische AnfälleThiele et al. 2018Cannabidiol in patients with seizures associated with Lennox-Gastaut syndrome (GWPCARE4): a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 3 trial    Lancet. 2018 Mar 17;391(10125):1085-1096. doi: 10.1016/S0140-6736(18)30136-3. Epub 2018 Jan 26.„CBD bei Patienten mit Anfällen im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom (GWPCARE4) – randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Phase-III Studie“   Bisher haben keine kontrollierten Studien die Anwendung von CBD bei Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom assoziierten Anfällen untersucht. Im Rahmen dieser Studie untersuchten 24 klinische Einrichtungen in den USA, Niederlanden und Polen die Wirksamkeit von CBD als Add-on bei atonischen Anfällen von Patienten mit Therapie-resistentem Lennox-Gastaut-Syndrom. Ausgewählte Patienten (2-55 Jahre) hatten das Lennox-Gastaut-Syndrom einschließlich langsamer Slow-Wave-Komplexe im EEG, Nachweis von mehr als einem Typ generalisierter Anfälle für mindestens 6 Monate, mindestens zwei atonsiche Anfälle pro Woche während der 4-wöchigen Baseline-Periode und sprachen nicht auf die Therapie mit zwei oder mehr verschiedenen Medikamenten an. Die Patienten erhielten randomisiert orales CBD in einer Dosierung von 20 mg/kg/Tag oder ein entsprechendes Placebo für eine Gesamtdauer von 14 Wochen. Primärer Endpunkt war der prozentuale Änderung der monatlichen Frequenz atonischer Anfälle zwischen während der Behandlungsperiode im Vergleich zur Baseline. Von 171 Patienten erhielten 86 CBD und 85 ein Placebo. 14 Patienten der CBD-Gruppe und ein Patient der Placebo-Gruppe brachen die Behandlung ab. Die mittlere prozentuale Reduktion der monatlichen atonischen Anfälle betrug 43∙9% in der CBD-Gruppe und 21∙8% in der Placebo-Gruppe. Nebenwirkungen traten bei 86% der Patienten der CBD-Gruppe und bei 69% der Patienten der Placebo-Gruppe auf; die meisten waren mild oder moderat. Am häufigsten traten Diarhhoe, Somnolenz, Fieber, verminderter Appetit und Erbrechen auf. 14% der CBD-Gruppe und 1% der Placebo-Gruppe brachen das Experiment aufgrund von Nebenwirkungen ab. Add-on CBD ist wirksam bei der Behandlung von Patienten mit atonischen Anfällen assoziiert mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom und wird allgemein gut toleriert. Die Langzeit-Wirksamkeit wird aktuell in einer erweiterten Open-Label-Studie untersucht.   DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30136-3.  Randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Phase-III Studie171
3.       CBD, EpilepsieLennox Gastaut SyndromDevinsky et al. 2018Effect of Cannabidiol on Drop Seizures in the Lennox-Gastaut SyndromeThe New England journal of medicine 378 (20), S. 1888–1897. DOI: 10.1056/NEJMoa1714631.„Der Effekt von Cannabidiol auf Krampfanfälle mit Sturz beim Lennox Gastaut Syndrom“   In einer internationalen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie erhielten Patienten mit Lennox Gastaut Syndrom (Alter zwischen 2 und 55 Jahren), mit mehr als einem Krampfanfall mit Sturz pro Woche, Placebo oder Cannabidiol täglich über einen Zeitraum von 14 Wochen. Eingeschlossen wurden 225 Patienten, 76 erhielten 20 und 73 10mg Cannabidiol pro kg Körpergwicht und 76 Placebo. Die Anzahl der Krampfanfälle mit Sturz lag zu Beginn im Median über alle Gruppen bei 85, die Reduktion während der Behandlungsperiode belief sich in der 20mg CBD Gruppe auf 41,9% und in der 10mg CBD Gruppe auf 37,2% und in der Placebo Gruppe auf 17,2% (p=0,005 20mg CBD vs Placebo; p=0,002 10mg CBD vs Placebo). Die häufigste Nebenwirkung war Müdigkeit, verringerter Appetit und Diarrhoe und das besonders in der Gruppe mit 20mg CBD. Sechs Patienten der 20mg CBD Gruppe und einer der 10mg CBD Gruppe beendeten die Studie vorzeitig. Bei 14 Patienten, die CBD erhielten, zeigten sich erhöhte Werte der Leber Aminotransferasen. CBD reduzierte die Anzahl der Krampfanfälle mit Sturz und verursachte Nebenwirkungen, u.a. eine Erhöhung der Transaminasen.  Internationale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie226
4.       ECBD,EpilepsieEpilepsie, Dravet SyndromDevinsky et al. 2018Randomized, dose-ranging safety trial of cannabidiol in Dravet syndromeNeurology. 2018 Apr 3;90(14):e1204-e1211. doi: 10.1212/WNL.0000000000005254. Epub 2018 Mar 14.„Eine randomisierte, Dosierungs- und Sicherheitsstudie von CBD beim Dravet Syndrom“   Es handelt sich um eine doppelblinde Studie mit einer vierwöchigen Baseline und drei Wochen Behandlung inkl. Titration, sowie zehn Tagen Ausschleichen und vier Wochen Nachkontrolle. 34 Patienten im Alter zwischen vier und zehn Jahren wurden 4:1 randomisiert zu CBD mit 10, 8 und 9 Patienten mit 5, 10 oder 20mg/kg/d oder 7 Patienten mit zweimal täglich Placebo. Absolventen der Studie konnten in einer open label Verlängerung teilnehmen. Zahlreiche Blutproben wurden am ersten Tag und am Ende der Behandlung gewonnen zur pharmakokinetischen Bestimmung von CBD und seinen Metaboliten 6-OH-CBD, 7-OH-CBD, and 7-COOH-CBD, sowie der antiepileptischen Medikation (Clobazam und der Metabolit N-desmethylclobazam [N-CLB], Valproate, Levetiracetam, Topiramate und Stiripentol). Zur Beurteilung der Sicherheit erfolgten laborchemische Tests, körperliche Untersuchungen, ECGs, die Bestimmung der Vitalparameter, Nebenwirkungen, Anfallsfrequenz und Suizidalität. 32 Patienten (94%) komplettierten die Behandlung. Die Verabreichung von CBD und seinen Metaboliten war proportional zur Dosis (AUC 0-t). CBD hatte keinen Einfluss auf die antiepileptische Medikation, abgesehen von einem Anstieg von N-CLB (jedoch nicht bei Patienten mit Stiripentol). Die häufigste Nebenwirkung von CBD war Pyrexie (Fieber), Somnolenz, verminderter Appetit, Sedierung, Erbrechen, Ataxie und abnormales Verhalten. Sechs Patienten mit CBD und Valproat entwickelten erhöhte Transaminasen, aber keiner davon erfüllte die Kriterien eines medikamenteninduzierten Leberschadens und alle erholten sich. Weitere klinisch relevante Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Die Exposition mit CBD und seinen Metaboliten steigerte sich proportional zur Dosis. Eine Interaktion zwischen N-CLB und CBD wurde beobachtet, die wahrscheinlich zusammenhängt mit der Inhibiton von CYP450 Subtype 2c19 durch CBD. Im Vergleich zu Placebo führte CBD zu mehr Nebenwirkungen, wurde aber insgesamt gut toleriert. Die Studie wurde an 12 Zentren in den USA und UK durchgeführt, koordiniert durch das NYU Comprehensive Epilepsy Center.  Randomisierte, doppelblinde Studie34
5.       CDB, EpilepsieEpilepsie, Status EpileptikusRajaraman et al. 2018Successful use of pure cannabidiol for the treatment of super-refractory status epilepticusEpilepsy Behav Case Rep. 2018 Jul 17;10, S. 141-144. doi: 10.1016/j.ebcr.2018.07.004„Erfolgreicher Einsatz puren CBD’s bei der Behandlung eines super-refraktären Status Epileptikus“   Hierbei handelt es sich um den Fallbericht eines Kindes mit seit langem bestehendem, plötzlich auftretendem super-refraktärem Status Epileptikus (SRSE), welcher unter Exposition mit puren CBD’s vollständig aufgelöst werden konnte. Der SRSE entwickelte sich vermutlich im Rahmen einer Encephalitis auf Basis einer zuvor bestehenden, gut-kontrollierten Epilepsie. Dieses Paper erörtert, welche Reaktion spezifisch durch das CBD hervorgerufen worden sein könnte und berücksichtigt hierbei zahlreiche mögliche drug-drug-Interaktionen. Basierend auf diesem Fall, sollte CBD als unterstützende Therapie bei SRSE in Betracht gezogen werden.  Fallbericht
6.       CBD, EpilepsieCBD, Epilepsie, Antiepileptika, InteraktionenGaston et la. 2017Interactions between cannabidiol and commonly used antiepileptic drugsEpilepsia. 2017 Sep;58(9), S. 1586-1592. doi: 10.1111/epi.13852„Interaktion zwischen CBD und häufig genutzten antiepileptischen Medikamenten“     Diese open-label Sicherheits-Studie untersuchte die möglichen pharmakokinetischen Interationen zwischen CBD (Epidiolex) und häufig genutzten Antiepileptika (AEDs). Zur Identifizierung dieser Interaktionen wurden die Serum-Level der AED’s überwacht. 39 Erwachsene und 42 Kinder erhielten eine initiale Dosis von 5 mg/kg/Tag, welche zweiwöchentlich um 5 mg/kg/Tag bis zu einem Maximum von 50 mg/kg/Tag erhöht wurde. Die AED-Spiegel wurden vor Beginn der CBD-Therapie und während der meisten Patientenbesuche gemessen. Kam es zu klinischen Symptomen oder Labor-Ergebnissen, die in Zusammenhang mit einer möglichen Interaktion standen, so wurden die AED-Dosen entsprechend angepasst. AED’s mit Interaktionen wurden hinsichtlich der mittleren Änderungen der Serum-Level über einen definierten Zeitraum untersucht. Subanalysen determinierten, inwieweit die Frequenz von Sedation in Bezug zu den mittleren Serum-N-Desmethylclobazam-Spiegeln stand und ob sich AST- und ALT-Spiegel bei Patienten mit Valproat-Einnahme von solchen bei Personen ohne Valproat-Einnahme unterschieden. Mit steigender CBD-Dosis kam es kam es zu einem Anstieg der Topiramat-, Rufinamid- und N-Desmethylclobazam-Spiegel und einer Reduktion der Clobazam-Spiegel (alle p < 0,01). Bei Erwachsenen kam es mit steigenden CBD-Dosen auch zum Anstieg von Zonisamid (p = 0,02) und Eslicarbazepine (p = 0,04). Mit Ausnahme von Clobazam und Desmethylclobazam lagen alle verzeichneten Veränderungen der Plasmaspiegel innerhalb der akzeptablen therapeutischen Breite. Zu einer Sedation kam es häufiger bei Erwachsenen mit höheren N-Desmethylclobazam-Spiegeln (p = 0,02). Des Weiteren waren die AST-/ALT-Spiegel bei Patienten mit begleitender Valproat-Einnahme signifikant höher (p < 0,01).  Open-label Sicherheits-Studie39 Erwachsene und 42 Kinder
7.       CBD, EpilepsieClobazam, Epilepsie, PädiatrieWheless et al. 2019Pharmacokinetics and Tolerability of Multiple Doses of Pharmaceutical-Grade Synthetic Cannabidiol in Pediatric Patients with Treatment-Resistant EpilepsyCNS Drugs. 2019 Jun;33(6), S. 593-604. doi: 10.1007/s40263-019-00624-4„Pharmakokinetik und Verträglichkeit von multiplen Dosen synthetischen CBD’s bei   pädiatrischen Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie“   Diese Studie untersuchte die Pharmakokinetik und Sicherheit eines synthetischen CBD’s pharmazeutischer Qualität (orale Lösung) bei pädiatrischen Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie. Im Rahmen dieser Open-Label-Studie erhielten 61 pädiatrische Patienten (durchschnittliches Alter von 7,6 Jahren) CBD (orale Lösung) als Zusatz zu dem bereits bestehenden Antiepileptika-Regime. Die Patienten erhielten am ersten Tag eine einzelne Dosis (5,10 oder 20 mg/kg) und an Tag 4-10 jeweils zwei Dosen/Tag (insgesamt 10, 20 oder 40 mg/kg/Tag). Blutproben wurden am ersten Tag vor der ersten Applikation und bis zu 72h danach und am 10. Tag vor der Applikation und bis zu 24h danach entnommen. Weitere Blutproben wurden während der Tage 6,8, und 9 in Abhängigkeit von der Altersgruppe gesammelt. Es bestand der Trend einer vermehrten CBD-Belastung bei erhöhter CBD-Dosis, insgesamt variierte die Belastung jedoch. Nach ca. 2-6 Tagen mit zwei täglichen Dosen stellte sich ein Steady-State ein. Zu einer Medikamenteninteraktion kam es bei CBD und Clobazam: Gleichzeitige Administration von Clobazam mit 40 mg/kg/Tag CBD führte zu einer 2,5-fachen Erhöhung der durchschnittlichen CBD-Belastung, und einer 1,7-2,2-fachen Erhöhung der Plasma-Clobazam-Konzentration (im Vergleich zu 10 mg/kg/Tag und 20 mg/kg/Tag CBD). Bei Patienten, die 40 mg/kg/Tag CBD und Clobazam einnahmen, waren die durchschnittlichen Norclobazam-Plasmawerte 1,3-1,9-fach höher als bei jenen, die 10 oder 20 mg/kg/Tag CBD erhielten. Alle Dosierungen wurden allgemein gut vertragen; die häufigsten Nebenwirkungen waren Somnolenz (21,3%), Anämie (18%) und Diarrhoe (16,4%). Behandlung mit einer oralen CBD-Lösung führte in einer Gruppe pädiatrischer Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie zu einer inter-individuellen systemischen CBD-Belastung, die bei Mehrfachdosierung jedoch sank. Kurzzeitige Administration war allgemein sicher und wurde gut vertragen.  Open-Label-Studie61
8.       CBD, Epilepsiefokaler EpilepsieHegde et al. 2012Seizure exacerbation in two patients with focal epilepsy following marijuana cessationEpilepsy Behav. 2012 Dec, 25(4), S. 563-6. doi: 10.1016/j.yebeh.2012.09.024„Verschlimmerung von Anfällen bei zwei Patienten mit fokaler Epilepsie nach Einstellen der Cannabis-Einnahme“   Während Tiermodelle antikonvulsive Eigenschaften von exogenen Cannabinoiden erwarten lassen, besteht nur wenig Nachweis für die Wirksamkeit dieser Substanzen bei Menschen. Wir berichten von zwei Patienten, deren fokale Epilepsie durch regelmäßige ambulante Einnahme von Cannabis nahezu vollständig kontrolliert werden konnte. Beide stellten den Marihuana-Konsum bei Eintritt in unsere Epilepsie- Monitoring-Einheit ein und entwickelten einen dramatischen Anstieg der Anfallsfrequenz, dokumentiert via. Video-EEG-Telemetrie. Die Anfälle traten in Abwesenheit anderer provokativer Prozeduren, Wechsel der antikonvulsiven Medikation eingeschlossen, auf. Wir fassen diese Fälle zusammen und diskutieren die Mechanismen der potentiellen antikonvulsiven Eigenschaften von Cannabis, basierend auf einer Literatur-Review.  Fallbericht2
9.       CBD, KrebsSynthetisches CBD, KrebsKenyon et al. 2018Report of Objective Clinical Responses of Cancer Patients to Pharmaceutical-grade Synthetic CannabidiolAnticancer Res. 2018 Oct;38(10), S. 5831-5835. doi: 10.21873/anticanres.12924„Bericht über die objektive klinische Reaktion von Krebspatienten auf pharmazeutisches synthetisches CBD“   Ziel dieser Studie war es, die Wirkungen von pharmazeutischem, synthetischen Cannabis bei mehreren Krebspatienten zu bewerten. Es wurden die routinemäßig im Rahmen des Behandlungsprogrammes, über einen Zeitraum von 4 Jahren gesammelten Daten von 119 Krebspatienten analysiert. Bei 92% der 119 Fälle mit soliden Tumoren konnte eine klinische Reaktion, einschließlich der Reduktion von zirkulierenden Tumorzellen in vielen Fällen und der Reduktion der Tumorgröße in anderen Fällen, durch wiederholte Scans verzeichnet werden. Es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Pharmazeutisches synthetisches CBD ist ein Kandidat zur Behandlung von Brustkrebs- und Gliomapatienten.  Datenanalyse119
10.     Sucht, CBDCannabidiol Suchtmedizin CannabisabhängigkeitBabalonis et al. 2017Oral cannabidiol does not produce a signal for abuse liability in frequent marijuana smokersDrug and alcohol dependence 172, S. 9–13. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2016.11.030.„Orales CBD erzeugt kein Signal für ein Abhängigkeitspotential bei Menschen, die häufig Marijuana konsumieren“   31 Gesunden, die häufig Marijuana (6,5/Woche) rauchen, wurde CBD oral verabreicht in einer Menge von 0, 200, 400 und 800mg in Kombination mit gerauchtem Marijuna bei einer THC Konzentration von 0,01% oder 5,3-5,8%. Die Studie fand an mehreren Zentren statt mit einem randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden und within subject Design. Die Teilnehmer erhielten einer der möglichen 8 Kombinationen in wöchentlichen Abständen in einer ambulanten Sitzung (7,5 Stunden). Aktives Marijuana produziert verlässlich subjektive Effekt von Abhängigkeit (z.B. „High“ p<0,05). CBD hingegen schnitt bei allen Messungen wie Placebo ab (p>0,05). Es gibt keinen Anhalt für ein Abhängigkeitspotential von CBD bei den getesteten Dosierungen.   Die Studie wurde an der Universität Columbia, der medizinischen Universität South Carolina und der Universität Kentucky durchgeführt.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie31
11.       CBD, Psychotrope EffekteCannabidiol SuchtmedizinHaney et al. 2016Oral Cannabidiol does not Alter the Subjective, Reinforcing or Cardiovascular Effects of Smoked CannabisAmerican College of Neuropsychopharmacology 41 (8), S. 1974–1982. DOI: 10.1038/npp.2015.367.„Orales CBD verändert weder die subjektiven, verstärkenden oder kardiovaskulären Effekte von gerauchtem Cannabis.“   CBD zeigte in einigen Studien einen lindernden Einfluss auf die Intoxikation mit THC. Die meisten Studien untersuchten allerdings nur eine Dosis von CBD in Kombination mit einer Dosis THC, wodurch es schwierig wird, die Interaktion beider richtig einzuschätzen. Außerdem ist der Effekt von oralem CBD auf eine Verabreichung von gerauchtem Cannabis unbekannt. Es handelt sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie mit einem withing subject Design, die den Einfluss von CBD oral in Dosen von 0, 200, 400 und 800mg auf subjektive, kognitive und physiologische Effekte von inaktiven und aktiven THC untersucht bei gesunden Cannabis Rauchern, von denen 31 die acht ambulanten Sitzungen abgeschlossen haben. Das CBD wurde 90 Minuten vor dem Cannabis verabreicht. In der zweiten Hälfte der Sitzung hatten die Probanden die Wahl, weitere Züge von der Zigarette zu konsumieren. Die kardiovaskulären Effekte von Cannabis und auf das Verhalten wurden zu Beginn und wiederholt während der Sitzung gemessen. Eine Untergruppe von 8 Probanden komplettierte zusätzlich eine Sitzung, in der die Plasmakonzentration nach der höchsten Dosis CBD (800mg) ermittelt wurden. Unter Placebo und CBD wurde aktives Cannabis von Probanden signifikant häufiger selbstverabreicht als inaktives Cannabis. Aktives Cannabis erzeugte einen signifikanten, zeitabhängigen Anstieg in der Bewertung von „high“, „good effect“ und Bewertungen der Cannabis Zigarette (Stärke, Gefallen), sowie des Pulses im Vergleich zum inaktiven Cannabis. CBD allein erzeugte keine signifikanten psychoaktiven oder kardiovaskulären Effekte und veränderte keines der Outcomes signifikant. Die Selbstverabreichung von Cannabis, die subjektiven Effekte und die Bewertung des Cannabis blieb unabhängig von der CBD Dosierung im Vergleich zum Placebo. Die verstärkenden, physiologischen oder positiven subjektiven Effekte von gerauchtem Cannabis werden durch CBD nicht reduziert.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie31
12.     CBD, Psychotrope EffekteTHC, CBD, IntoxikationNadia et al. 2019A randomised controlled trial of vaporised Δ9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol alone and in combination in frequent and infrequent cannabis users: acute intoxication effectsEuropean Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, February 2019, 269 (1), S. 17–35„Randomisierte kontrollierte Studie – vaporisiertes THC und CBD alleine und in Kombination bei regelmäßigen und seltenen Cannabiskonsumenten; akute Intoxikationswirkungen“   Diese randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie untersuchte die akuten Wirkungen von THC und CBD alleine und in Kombination (Administration in vaporisierter Form) bei Personen mit häufigem und seltenem Cannabiskonsum. Die Teilnehmer (N = 36; 31 männlich) erhielten Placebo vs. CBD (400mg), THC (8mg) vs. THC + niedrige CBD-Dosis (4mg) bzw. THC + hohe CBD-Dosis (400mg), jeweils unterteilt durch einwöchige Pausen. Primäre Ergebnisse waren objektive (blinde Bewertung durch Beobachter) und subjektive (Selbsteinschätzung) Ausmaße der Intoxikation und zusätzliche Intoxikations-Indizien. Im Vergleich zum Placebo wies CBD geringe Intoxikationseigenschaften auf. Niedrige CBD-Dosen verstärkten die THC-Intoxikation, während hohe CBD-Dosen diese reduzierten. Die Verstärkung der THC-Intoxikation war insbesondere bei den seltenen Cannabiskonsumenten prominent und wies keine Unterschiede zwischen objektiver und subjektiver Beurteilung auf. Die meisten Wirkungen waren signifikant bei p < 0,0001. Es ist wichtig diese Resultate in Bezug auf die empfohlenen THC/CBD- Verhältnisse in Cannabispflanzen (unabhängig, ob zur medizinischen oder Freizeitnutzung eingesetzt) und entsprechende Auswirkungen bei neuen oder weniger erfahrenen Cannabisnutzern zu berücksichtigen.Randomisierte kontrollierte Studie36
13.     CBD, Psychiatrische EffekteSchizophrenieBoggs et al. 2018The effects of cannabidiol (CBD) on cognition and symptoms in outpatients with chronic schizophrenia a randomized placebo controlled trialPsychopharmacology 235 (7), S. 1923–1932. DOI: 10.1007/s00213-018-4885-9„Die kognitiven und symptomatischen Effekte von CBD bei ambulanten Patienten mit chronischer Schizophrenie in einem randomisierten, Placebo-kontrollierten Versuch“   Es handelt sich um eine sechswöchige, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie mit parallelen Gruppen und einer fixen Dosis von CBD oral 600mg/d oder Placebo in der Augmentation von 36 Patienten mit einer chronischen Schizophrenie die unter antipsychotischer Medikation stabil sind. Alle Probanden komplettierten den MATRICS Consensus Cognitive Battery (MCCB) zu Beginn und am Ende der Behandlung. Psychotische Symptome wurden mittels Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) zu Beginn und zweiwöchentlich erhoben. Es zeigte sich kein Effekt der Zeit oder des CBD auf die MCCB Mittelwerte, während das Produkt aus Medikation und Zeit einen signifikanten Effekt offenbarte (p=0,02). Durch Post hoc Analysen zeigte sich, dass allein durch Placebo behandelte Patienten eine Besserung im Verlauf erfuhren (p=0,03). Es gab eine signifikante Verringerung des PANSS total score über die Zeit (p<0,0001) aber ohne signifikante Interaktion von Medikation und Zeit (p=0,18). Nebenwirkungen fielen für CBD und Placebo gleich aus, mit der Ausnahme von Sedierung, die in der CBD Gruppe häufiger war. Bei der untersuchten Dosis zeigte sich keine Assoziation von CBD und einer Besserung der MCCB oder PANSS Werte bei stabilen Patienten mit chron. Schizophrenie unter antipsychotischer Medikation. CBD war gut verträglich und verursachte keine Verschlechterung der Stimmung, Suizidalität oder Dyskinesien. Ausgeführt wurde die Studie durch die Schizophrenia neuropharmacology Research Group at Yale SNRGY.Randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie36
14.     CBDSchmerz, Angstzustände, Depression, SchlafstörungCorroon et al. 2018A Cross-Sectional Study of Cannabidiol UsersCannabis Cannabinoid Res. 2018 Jul 1;3(1), S. 152-161. doi: 10.1089/can.2018.0006„Eine Querschnittsstudie unter CBD-Nutzern“   Im Rahmen dieser Studie wurde mit Hilfe einer Online-Umfrage mit den Fragestellungen wer, wie und warum Personen aktuell CBD nutzen, eine Stichprobe von 2409 Personen rekrutiert (via Social Media). Die anonyme Umfrage wurde vom 25. Oktober 2017 bis zum 25. Januar 2018 durchgeführt. Fast 62% der CBD-Nutzer berichteten davon CBD zur Behandlung einer medizinischen Kondition einzusetzen; die drei häufigsten Konditionen waren Schmerz, Angstzustände und Depression. Hierbei gaben 36% an, dass CBD ihren medizinischen Zustand „sehr gut“ therapierte; nur 4,3% gaben einen „nicht sehr guten" therapeutischen Effekt an. Einer von drei Nutzern berichtete von nicht ernsthaften Nebenwirkungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass CBD zur Behandlung einer medizinischen Kondition genutzt wurde, war 1,44-mal (95% CI; 1,16-1,79) höher bei Personen mit unregelmäßiger Nutzunng als bei jenen mit regelmäßigem Konsum. Konsumenten nutzen CBD als spezifische Therapie für mehrere diverse medizinische Konditionen, insbesondere Schmerz, Angstzustände, Depression und Schlafstörungen. Diese Daten geben Anlass zu weiterer Nachforschung, um das therapeutische Potenzial von CBD besser zu verstehen.Online-Umfrage2409
15.Parkinson; CBDMotorische Symptome, LebensqualitätChagas et al. 2014Effects of cannabidiol in the treatment of patients with Parkinson's disease: an exploratory double-blind trial.Journal of psychopharmacology (Oxford, England) 28 (11), S. 1088–1098. DOI: 10.1177/0269881114550355„Effekte von CBD in der Behandlung von Patienten mit Parkinson: ein explorativer, doppelblinder Versuch“   Aus einer Gruppe von 119 nacheinander evaluierten Patienten einer ambulanten Klinik, die auf Bewegungsstörungen spezialisiert ist, wurden 21 Parkinson Patienten ohne Demenz oder psychiatrische Komorbidität ausgewählt. Die Teilnehmer wurden drei Gruppen von jeweils sieben Probanden zugewiesen, die entweder mit Placebo, CBD 75mg/d oder CBD 300mg/d sechs Wochen behandelt wurden. Eine Woche vor Beginn und in der letzten Woche des Versuchs wurden die Probanden untersucht in Bezug auf generelle und motorische Symptome (UPDRS), Wohlbefinden und Qualitiy of life (PDQ-39) und mögliche neuroprotektive Effekte (BDNF und H(1)-MRS). Wir fanden keine statistisch signifikanten Unterschiede in den UPDRS Werten, sowie den Plasmaspiegeln von BDNF und H(1)-MRS. Jedoch zeigte sich zwischen Placebo und CBD 300mg/d ein signifikanter Unterschied im Durchschnitt des Gesamtscores beim PDQ-39 (p=0,05). Unsere Ergebnisse weisen auf eine mögliche Verbesserung der quality of life durch CBD hin bei Parkinson Patienten ohne psychiatrische Komorbiditäten.Doppelblinde Studie119
16.CBD, HauterkrankungAkne vulgarisOláh et al., 2014Cannabidiol exerts sebostatic and antiinflammatory effects on human sebocytesJ Clin Invest. 2014 Sep 2; 124(9): 3713–3724. Published online 2014 Jul 25. doi: 10.1172/JCI64628„Cannabidiol übt eine sebostatische und entzündungshemmende Wirkung auf menschliche Sebozyten aus.“   Das ECS reguliert viele verschiedene Prozesse im menschlichen Körper u.a. auch kutanes Zellwachstum und Differenzierung.in dieser Studie wurde die wikrung von nicht-psychotropen Phytocannabinoide von Cannabis sativa (-) - Cannabidiol (CBD) auf die Talgdrüsenfunktion des Menschen und stellten fest, dass CBD ein hochwirksames Sebostatikum ist. Die Verabreichung von CBD an kultivierte humane Sebozyten und die Organkultur der menschlichen Haut hemmte die lipogenen Wirkungen verschiedener Verbindungen, einschließlich Arachidonsäure und einer Kombination aus Linolsäure und Testosteron, und unterdrückte die Proliferation der Sebozyten über die Aktivierung des Vanilloid-4-Ions mit transientem Rezeptorpotential (TRPV4) Kanäle. Die Aktivierung von TRPV4 störte den prolipogenen ERK1 / 2-MAPK-Weg und führte zur Herunterregulierung des mit dem Kernrezeptor wechselwirkenden Protein-1 (NRIP1), das den Glukose- und Lipidstoffwechsel beeinflusst und dadurch die Sebozytenlipogenese hemmt. CBD übte auch komplexe entzündungshemmende Wirkungen aus, die mit der A2a-Adenosinrezeptor-abhängigen Hochregulation von Tribble-Homolog 3 (TRIB3) und der Hemmung der NF-KB-Signalübertragung gekoppelt waren. Insgesamt legen unsere Ergebnisse nahe, dass CBD aufgrund der kombinierten lipostatischen, antiproliferativen und entzündungshemmenden Wirkung ein vielversprechendes Therapeutikum für die Behandlung von Akne vulgaris darstellt.
17.CBD, Psychiatrische EffekteAutismus, Entwicklung des Nervensystems, NeurotransmitterPretzsch et al. 2019Effects of cannabidiol on brain excitation and inhibition systems; a randomised placebo-controlled single dose trial during magnetic resonance spectroscopy in adults with and without autism spectrum disorderNeuropsychopharmacology. 2019 Jul;44(8):1398-1405. doi: 10.1038/s41386-019-0333-8“Effekte von Cannbidiol auf Exzitation und Inhibierung im ZNS; eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Untersuchung mit Einzelgaben während Untersuchung mittels Magnetresonanzspektroskopie bei Erwachsenen mit und ohne Autismus-Spektrum-Störungen“   DEs besteht aktuell ein wachsendes Interesse an dem Einsatz von Cannabis und dessen nicht-toxischen Hauptbestandteil Cannabidiol (CBD) in der Therapie von psychiatrischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen wie den Autismus-Spektrum-Störungen (ASD). Den klinischen Studien an dem Zielkollektiv sollte jedoch ein besseres Verständnis für die von CBD verursachten Effekte vorangestellt werden. Es existieren bereits Hinweise darauf, dass CBD modulierenden Einfluss auf Konzentrationen der exzitativen Glutamat-ergen und inhibitorischen GABA-ergen nimmt, darunter in Regionen des ZNS, denen eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie der ASD zugeschrieben wird. Aufgrund der Unterschiede bei den genannten exzitatorischen und inhibitorischen Signalwegen kann die Wirkung von CBD bei Menschen mit und ohne ASD unterschiedlich ausfallen. Um den Effekt von CBD auf Glutamat- und GABA-Konzentrationen zu untersuchen und deren Ausprägung bei ASD wurden im Rahmen dieser Studie bei 34 gesunden männlichen Probanden (davon 17 mit ASD) die Glutamat- und GABA-Konzentrationen mittels Magnetresonanzspektroskopie gemessen. Diese Werte wurden jeweils zwei Stunden nach einer einmaligen oralen Gabe von 600 mg CBD oder einem Placebo gemessen. Der zweite Messzeitpunkt war frühestens nach 13 Tagen. In beiden Gruppen wurden nach CBD-Gabe erhöhte subcortikale und reduzierte cortikale Glutamatkonzentrationen gemessen. In allen untersuchten Hirnregionen (Basalganglien (BG) und dorsomedialer präfrontaler Kortex (DMPFC)) erhöhte CBD die Werte für GABA in der Kontrollgruppe, reduzierte sie jedoch im ASD-Kollektiv. Der Unterschied zwischen den Testgruppen war signifikant. Zusammenfassend hat CBD einen modulierenden Einfluss auf das Glutamat-/GABA-System, wobei das GABA-System präfrontal bei Menschen mit ASD abweichend reagiert im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Autoren empfehlen weitere Studien, um den Effekt einer chronischen CBD-Applikation zu untersuchen und ob akute Veränderungen im ZNS einen langfristigen Effekt haben.
18.CBD, Psychiatrische EffekteAutismus, CBD als adjuvantes TherapeutikumAran et al. 2019Brief Report: Cannabidiol-Rich Cannabis in Children with Autism Spectrum Disorder and Severe Behavioral Problems-A Retrospective Feasibility StudyJ Autism Dev Disord. 2019 Mar;49(3):1284-1288. doi: 10.1007/s10803-018-3808-2.„Cannabidiol-basiertes medizinisches Cannabis bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASD)- eine retrospektive Machbarkeitsstudie“   DEs besteht aktuell ein wachsendes Interesse an dem Einsatz von Cannabis und dessen nicht-toxischen Hauptbestandteil Cannabidiol (CBD) in der Therapie von psychiatrischen ErDiese retrospektive Studie untersuchte die Sicherheit, Toleranz und Effektivität von Cannabidiol-basiertem (CBD) medizinischem Cannabis als adjuvantes Therapeutikum bei Kindern mit therapie-refraktärer ASD. Diese Studie wurde durchgeführt, dass es bislang nur Expertenmeinungen zu dieser Fragestellung gab, jedoch keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Zu diesem Zweck wurden 60 Kinder mit ASD mit oralem CBD und Tetrahydrocannabinol (THC) in einem Verhältnis von 20:1 behandelt, wobei die Maximaldosis 10mg/kg/d betrug. Die Tolerabilität und Effektivität wurden anhand mehrerer etablierter Fragebögen evaluiert (Liverpool Adverse Events Profile, the Caregiver Global Impression of Change (CGIC) scale, the Home Situations Questionnaire–Autism Spectrum Disorder (HSQ-ASD) and the Autism Parenting Stress Index (APSI)). Die Verhaltensauffälligkeiten verbesserten sich in einem sehr großen oder großen Ausmaß (laut CGIC-Skala) bei 61% der Patienten. Ängstlichkeit und Kommunikation verbesserten sich in einem großen Ausmaß (39%) oder sehr großem Ausmaß (47%). Störendes Verhalten verbesserte sich um 29% im Vergleich zum Ausgangswert, welcher anhand des HSQ-ASD bestimmt wurde. Ebenso berichteten die Eltern von einem um 33% reduzierten Distressverlevel. Die beobachteten Effekte waren verbreiteter bei Jungen mit nicht-syndromatischer ASD. Beobachtete unerwünschte Nebenwirkungen waren Schlafstörungen (14%), Reizbarkeit (9%) und Appetitverlust (9%). Die Autoren schlussfolgern, dass postuliert die Verwendung von CBD-basiertem medizinischem Cannabis zur optionalen Behandlung von Patienten mit therapierefraktärer ASD, woraufhin eine größer angelegte Studie begonnen wurde.Retrospektive Studie60
19.CBDpharmakologische Wirkungen von THC und CBD, modulatorische Wirkung von CBDMartin-Santos et al. 2012Acute effects of a single, oral dose of d9-tetrahydrocannabinol (THC) and cannabidiol (CBD) administration in healthy volunteersCurr Pharm Des. 2012;18(32):4966-79„Akute Auswirkungen einer oralen Einzeldosis von d9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) bei gesunden Probanden“   Diese randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Cross-over- Studie evaluierte und verglich die akuten pharmakologischen Wirkungen von sowohl THC als auch CBD auf ein und dieselbe Person. 16 gesunde männliche Teilnehmer erhielten in drei aufeinanderfolgenden Sitzungen (einmonatige Intervalle) 20mg orales THC, 600mg orales CBD oder ein Placebo. Vor, und jeweils eine, zwei und drei Stunden nach der Administration wurden physiologische Messungen und Symptombewertungen vorgenommen. Die AUC zwischen Baseline und der 3. Stunde und die maximale absolute Änderung zwischen Baseline und 2. Stunde wurden mittels one-way Varianzanalyse mit Messwiederholungen, mit dem Medikamenten-Zustand (THC, CBD oder Placebo) als Faktor, analysiert. Im Verhältnis zu Placebo und CBD war die THC-Administration mit Angst-Zuständen, Dysphorie, positiven psychotischen Symptomen, physischer und mentaler Sedierung, subjektivem Rausch (AUC und Wirkung nach 2 Stunden: p < 0,01) und erhöhte Herzfrequenz (p < 0,05) assoziiert. Zwischen CBD und Placebo bestanden weder hinsichtlich symptomatischer noch physiologischer Variablen Unterschiede. Bei gesunden Freiwilligen wies THC deutliche akute Verhaltens- und physiologische Effekte auf, während CBD sich als sicher und gut verträglich bewährte.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie, Cross-over-design16
20.CBDGastropareseJehangir and Parkman 2019Cannabinoid Use in Patients With Gastroparesis and Related Disorders: Prevalence and Benefit.Am J Gastroenterol. 2019 Jun;114(6):945-953. doi: 10.14309/ajg.0000000000000181„„Cannabinoid-Einsatz bei Patienten mit Gastroparese und verwandten Erkrankungen: Prävalenz und Nutzen“   Das Erkrankungsbild der Gastroparese (Gp) stellt die Medizin aufgrund des Mangels an therapeutischen Optionen vor eine große Herausforderung. Es ist nicht bekannt, wie viele dieser Patienten mit dieser Erkrankung Cannabis verwenden, um ihre Symptome zu behandeln. Diese Studie liefert Aussagen über die Prävalenz von Cannabiskonsum bei Patienten mit Gp, eine Beschreibung der Patienten mit Gp-Symptomen, die Cannabis konsumieren und untersucht die Vorteile bei Gp-Patienten, die durch die Verwendung erreicht werden. Von 197 ambulant-behandelten Patienten gab knapp die Hälfte anhand eines Fragebogens an, aktuell Cannabis zu konsumieren oder in der Vergangenheit Cannabinoide (THC, Dronabinol, Cannabinol) konsumiert zu haben. Die meisten dieser Patienten gaben durch den Konsum eine Linderung ihrer Symptome an, wobei der Effekt am stärksten ausgeprägt war der Effekt bei Verwendung von THC, gefolgt Cannabinol und Dronabinol. Am häufigsten wurden Cannabinoide inhalativ appliziert. Diejenigen Patienten, die Cannabis konsumierten, waren im Mittel jünger und hatten einen höheren Score auf der GP-Symptomskala im Vergleich zu denjenigen, die kein Cannabis konsumierten. Zusammenfassung: Ein Drittel der Gp-Patienten verwenden Cannabinoide zur Behandlung ihrer chronischen Symptome, wovon die meisten einen Vorteil dadurch beobachten. Die Cannabiskonsumenten waren im Mittel jünger mit einer stärkeren Ausprägung ihrer Symptome. Es werden weitere Untersuchung benötigt, die die Effizienz und die Sicherheit bezüglich des Einsatzes von Cannabinoiden bei Patienten mit Gp-Symptomen zum Gegenstand haben.Umfrage197
21.CBDCannabisabhängigkeit, CBDMorgan et al. 2010Cannabidiol attenuates the appetitive effects of Delta 9-tetrahydrocannabinol in humans smoking their chosen cannabisNeuropsychopharmacology. 2010 Aug;35(9):1879-85. doi: 10.1038/npp.2010.58„CBD dämpft die Begehrenseffekte von THC bei Personen, welche ihr gewähltes Cannabis rauchten“   Diese Studie untersuchte den Einfluss des CBD/THC-Verhältnisses auf die Begehrens-/verstärkenden Effekte von Cannabis auf Menschen. 94 Cannabisnutzer wurden im Abstand von 7 Tagen je einmal im nicht berauschten Zustand und einmal unter dem akuten Einfluss eines von ihnen selbst gewählten Cannabis in Bezug auf abhängigkeitsbezogene Messwerte getestet. Mittels einer neuen Methodik wurden von jedem Teilnehmer Cannabis- und Speichelproben gesammelt und auf die jeweiligen Cannabinoidniveaus getestet. Basierend auf dem CBD/THC-Verhältnis des Cannabis, wurden Personen des obersten und untersten Tertils direkt mit Indizes der verstärkenden Wirkung von Drogen, expliziten Vorlieben und implizierten Aufmerksamkeits-Bias in Bezug auf Drogen-Stimuli verglichen. In berauschtem Zustand wiesen Raucher einer Cannabissorte mit hohem CBD/THC-Verhältnis im Vergleich mit Rauchern einer Cannabissorte mit niedrigem CBD/THC-Verhältnis ein reduziertes Aufmerksamkeits-Bias in Bezug auf Drogen- und Essens-Stimuli auf. Des Weiteren kam es bei Personen, welche Cannabissorten mit hohem CBD/THC-Verhältnis rauchten, zu einer niedrigeren (selbstbewerteten) Vorliebe für Cannabis-Stimuli an beiden Test-Tagen. Die Ergebnisse suggerieren, dass CBD Potential zur Behandlung der Cannabisabhängigkeit hat. Aus der akuten Modulation der Salienz von Drogensignalen durch CBD könnte sich möglicherweise eine Behandlung für andere Abhängigkeitsstörungen ableiten lassen.94
22.CBDSchizophrenie, psychotische SymptomeLeweke et al. 2012Cannabidiol enhances anandamide signaling and alleviates psychotic symptoms of schizophreniaTransl Psychiatry. 2012 Mar 20;2:e94. doi: 10.1038/tp.2012.15„CBD verstärkt den Anandamid-Signalweg und mindert psychotische Symptome der Schizophrenie“  CBD ist eine Cannabiskomponente, welche die Cannabinoidrezeptoren nicht aktiviert, sondern die Degradation des Endocannabinoids Anandamid moderat inhibiert. Vorhergehend wurde festgestellt, dass eine Erhöhung der Anandamid-Level in der Zerebrospinalflüssigkeit invers mit den psychotischen Symptomen korrelierte. Außerdem führte eine verstärkte Anandamid-Signalgebung zu einer geringeren Transitionsrate des initialen prodromalen Zustandes zur Frank-Psychose bzw. zu einer verzögerten Transition. Diese doppelt verblindete, randomisierte klinische Studie zu CBD vs. Amisulprid, einem potenten Antipsychotikum, bei akuter Schizophrenie wurde durchgeführt, um die klinische Relevanz benannter initialer Ergebnisse zu evaluieren. Beide Behandlungen waren sicher und führten zu signifikanten klinischen Verbesserungen, wobei CBD jedoch über ein markant besseres Nebenwirkungsprofil verfügte. Des Weiteren wurde die CBD-Behandlung von einem signifikanten Anstieg der Serum-Anandamid-Level begleitet, was wiederum mit einer signifikanten klinischen Verbesserung verknüpft war. Die Resultate lassen vermuten, dass die Inhibition der Anandamid-Deaktivierung zu den antipsychotischen Effekten von CBD beitragen könnte und somit potentiell einen komplett neuen Mechanismus der Schizophreniebehandlung repräsentieren könnte.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie
23.CBDAngstzuständeDas et. al 2013Cannabidiol enhances consolidation of explicit fear extinction in humans.; In: PsychopharmacologyPsychopharmacology (Berl). 2013 Apr;226(4):781-92. doi: 10.1007/s00213-012-2955-y„CBD verstärkt die die Festigung explizierter Angst-Extinktion“   Diese doppelt verblindete, Placebo-kontrollierte Studie bewertete mit Hilfe des Pavlov’schen Angstkonditionierungs-Paradigmas die Wirkungen von CBD auf Angst-Extinktion und Festigung. 48 Teilnehmer wurden auf eine farbige Box (CS) mit elektrischen Schocks (UCS) in einem Kontext konditioniert und deskonditioniert in einem zweiten Kontext. Hierbei erhielten die Teilnehmer 32 mg CBD entweder im Voraus oder im Anschluss an die Extinktion. 48 Stunden später wurden die Teilnehmer den farbigen Boxen und dem Konditions-Kontext vor (Erinnerung) und nach (Wiedereinsetzung) der Exposition der elektrischen Schocks ausgesetzt. Messungen der Haut-Leitfähigkeit und Schock-Erwartung in Bezug auf die konditionierte Reaktion wurden währenddessen festgehalten. Alle drei Behandlungsgruppen wiesen eine erfolgreiche Konditionierung, Extinktion und Erinnerung auf. Beurteilt anhand der Schock-Erwartung verstärkte die CBD-Gabe nach Extinktion die Festigung des Extinktions-Lernens. Die Administration von CBD bewirkte zeitunabhängig eine Level-Reduktion der Wiedereinsetzung autonomer kontextualer Reaktionen. Auf die Extinktion hatte CBD keine akuten Wirkungen. Diese Ergebnisse stellen den ersten Nachweis zur Verfügung, dass CBD die Festigung des Extinktions-Lernens verstärkt und suggerieren, dass CBD ein Potential als Zusatz zu Extinktions-basierten Therapien von Angststörungen haben könnte.Doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie48
24.CBDKrebsSulé-Suso et al. 2019Striking lung cancer response to self-administration of cannabidiol: A case report and literature reviewSAGE Open Med Case Rep. 2019 Feb 21;7:2050313X19832160. doi: 10.1177/2050313X19832160. eCollection 2019.„Auffällige Reaktion auf Lungenkrebs bei Selbstverabreichung von Cannabidiol: Ein Fallbericht und eine Literaturübersicht“   Die Autoren postulieren, dass, trotz neuer therapeutischer Möglichkeiten, Lungenkrebs nach wie vor ein schlechtes Outcome aufweist. Während sogenannte zielgerichtete Therapieansätze die Prognose bezüglich vieler Erkrankungen verbessert, zeigen einige Patienten ein Teilansprechen und erleben ein Rezidiv nach Beendigung der Therapie. Daher werden neue oder bekannte Substanzen benötigt, die einem neuen therapeutischen Setting untersucht werden zur Behandlung von nicht-malignen Erkrankungen. Bis in diesem Bereich wissenschaftliche Erkenntnisse erlangt werden, müssen Patienten versorgt werden, die auf Therapieansätze reagieren, die nicht der gängigen Praxis oder den Behandlungsempfehlungen entsprechen. Im Rahmen dieses Artikels wird von einem Patienten mit Adenokarzinom der Lunge und leitliniengerechter Therapie berichtet, der additiv mit einem Cannabidiol behandelt wurde. Vorherige Untersuchungen zeigten, dass Cannabidiol eine anti-neoplastische Potenz besitzen und die Immunantwort auf die Tumorerkrankung verstärken könnte. Die hier präsentierten Daten lassen eine auffällige Beeinflussung des Tumors bei einem Patienten mit einem Lungenkarzinom erkennen.
25.CBDCBD, THCV, Diabetes, glykämische KontrolleJadoon et al. 2016Efficacy and Safety of Cannabidiol and Tetrahydrocannabivarin on Glycemic and Lipid Parameters in Patients with Type 2 Diabetes: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Parallel Group Pilot StudyDiabetes Care. 2016 Oct;39(10), S. 1777-86. doi: 10.2337/dc16-0650„Wirksamkeit und Sicherheit von CBD und THCV auf glykämische und Lipid-Parameter bei Patienten mit Typ-2 Diabetes – randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte, Parallel-Gruppen Pilot-Studie“   Diese Studie untersuchte die Wirkung von CBD und THCV auf Patienten mit Typ-2 Diabetes. 62 Patienten mit nicht-Insulin-behandeltem Typ-2 Diabetes erhielten über 13 Wochen randomisiert fünf verschiedene Behandlungen: CBD (1mg zweimal täglich), THCV (5mg zweimal täglich), 1:1 CBD THCV (5mg/5mg zweimal täglich), 20:1 CBD THCV (100mg/5mg, zweimal täglich) oder ein vergleichbares Placebo. Primäre Endpunkte waren die Änderung der HDL-Cholesterol-Konzentrationen ausgehend von der Baseline. Sekundäre und tertiäre Endpunkte schlossen Änderungen der glykämischen Kontrolle, Lipidprofil, Insulinsensitivität, Körpergewicht, Leber-Triglyzerid-Gehalt, Verteilung des Unterhautfettgewebes, Appetit, Entzündungsmarker, Marker der vaskulären Funktion, Darm-Hormone, zirkulierende Endokannabinoide und Adipokin-Konzentrationen ein. Des Weiteren wurden Sicherheits- und Erträglichkeits-Endpunkte evaluiert. Verglichen mit dem Placebo reduzierte THCV die Nüchtern-Plasma-Glucosewerte und verbesserte die Funktion der β-Zellen des Pankreas und die Werte für Adiponektin (EDT = -5,9 x 10(6) pg/ml; P < 0,01) und Apolipoprotein A (ETD = -6,02 µmol/l; P < 0,05), obwohl die Plasma-HDL-Werte unbeeinflusst blieben. Im Vergleich mit den Baseline-Werten (aber nicht mit dem Placebo), reduzierte CBD die Resistin-Werte (-898 pg/ml; P < 0,05) und erhöhte die Werte an glukoseabhängigem insulinotropem Peptid (21,9 pg/ml; P < 0,05). Keine der kombinierten Behandlungen hatten einen signifikanten Einfluss auf die Endpunkte. CBD und THCV wurden gut vertragen. THCV könnten einen neuen therapeutischen Agenten der glykämischen Kontrolle bei Patienten mit Typ-2 Diabetes darstellen.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie62