Übersicht Abstracts Diverse

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       HuntingtonHuntingtonLopez Sendon et al. 2016A double-blind, randomized, cross-over, placebo-controlled, pilot trial with Sativex in Huntington's diseaseJournal of neurology 263 (7), S. 1390–1400. DOI: 10.1007/s00415-016-8145-9.„Ein randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Untersuchung von Sativex bei Huntington“   Eine Klinik in Madrid untersuchte die Effekte von Sativex bei Huntington Patienten im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie. Verabreicht wurden bis zu zwölf Hübe/d über zwölf Wochen. Sativex ist sicher und wurde gut toleriert, es zeigten sich keine schweren Nebenwirkungen oder klinische Verschlechterung. Unter Sativex zeigten sich keine Unterschiede in der motorischen (p=0,286), kognitiven (p=0,824), funktionalen Leistung (p=0,581) oder dem Verhalten (p=1,0) im Vergleich mit Placebo. Es zeigten sich keine Effekte auf die Symptomatik oder molekulare Biomarker.   Journal of neurology 263 (7), S. 1390–1400. DOI: 10.1007/s00415-016-8145-9.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie
2.       ParkinsonMotorische Symptome, LebensqualitätChagas et al. 2014Effects of cannabidiol in the treatment of patients with Parkinson's disease: an exploratory double-blind trial.Journal of psychopharmacology (Oxford, England) 28 (11), S. 1088–1098. DOI: 10.1177/0269881114550355„Effekte von CBD in der Behandlung von Patienten mit Parkinson: ein explorativer, doppelblinder Versuch“   Aus einer Gruppe von 119 nacheinander evaluierten Patienten einer ambulanten Klinik, die auf Bewegungsstörungen spezialisiert ist, wurden 21 Parkinson Patienten ohne Demenz oder psychiatrische Komorbidität ausgewählt. Die Teilnehmer wurden drei Gruppen von jeweils sieben Probanden zugewiesen, die entweder mit Placebo, CBD 75mg/d oder CBD 300mg/d sechs Wochen behandelt wurden. Eine Woche vor Beginn und in der letzten Woche des Versuchs wurden die Probanden untersucht in Bezug auf generelle und motorische Symptome (UPDRS), Wohlbefinden und Qualitiy of life (PDQ-39) und mögliche neuroprotektive Effekte (BDNF und H(1)-MRS). Wir fanden keine statistisch signifikanten Unterschiede in den UPDRS Werten, sowie den Plasmaspiegeln von BDNF und H(1)-MRS. Jedoch zeigte sich zwischen Placebo und CBD 300mg/d ein signifikanter Unterschied im Durchschnitt des Gesamtscores beim PDQ-39 (p=0,05). Unsere Ergebnisse weisen auf eine mögliche Verbesserung der quality of life durch CBD hin bei Parkinson Patienten ohne psychiatrische Komorbiditäten.Doppelblinde Studie119
3.       DemenzTHC, CBD, DemenzBroers et al. 2019Prescription of a THC/CBD-Based Medication to Patients with Dementia: A Pilot Study in GenevaMed Cannabis Cannabinoids 2019;2:56–59 https://doi.org/10.1159/000498924  „THC/CBD-basierte Medikation für Patienten mit Demenz – eine Pilotstudie in Geneva“   Cannabinoide könnten eine förderliche Wirkung auf Demenz bzw. deren begleitende Verhaltenssymptome haben; klinische Studien mit (niedrigdosiertem) THC waren bisher jedoch nicht überzeugend. Daher war es Ziel dieser prospektive Beobachtungsstudie, die Akzeptanz, praktischen Aspekte und klinischen Ergebnisse einer THC/CBD-basierten Medikation für hochgradig demente Patienten (eines spezialisierten Pflegeheimes in Geneva) zu testen. 10 weibliche Patienten mit Demenz und schweren Verhaltensproblemen erhielten eine orale Medikation mit durchschnittlich 7,6mg THC/13,2mg CBD pro Tag nach zwei Wochen, 8,8mg THC/17,6mg CBD pro Tag nach einem Monat und 9,0mg TNC/18,0mg CBD pro Tag nach 2 Monaten. Der „Neuropsychiatric Inventory“-Fragebogen, „Cohen-Mansfield Agitation Inventory Score“ und eine visuelle analoge Skala für Verhaltensprobleme sanken nach zwei Monaten um 40%, der Rigiditäts-Score um 50%. Die Hälfte der Patienten reduzierte oder beendete die Einnahme anderer psychotropischer Medikamente. Die Pfleger schätzten die Abnahme der Rigidität (Erleichterung bei täglicher Pflege und Transfer), den verbesserten direkten Kontakt mit den Patienten, das verbesserte Verhalten und die Abnahme von Konstipationen aufgrund der Opioid-Minimierung. Es bestand keine Notwendigkeit, die Medikation aufgrund von Nebenwirkungen abzusetzen. Die Wirkungen blieben auch nach 2 Monaten noch bestehen. Ein orales Cannabisextrakt mit THC/CBD, höher dosiert als in anderen Studien, wurde gut vertragen und verbesserte Verhaltensprobleme, Rigidität und die tägliche Pflege bei hochgradig dementen Patienten erheblich.Prospektive Beobachtungsstudie10
4.       DemenzTHC, Demenzvan den Elsen et al. 2015Tetrahydrocannabinol in Behavioral Disturbances in Dementia: A Crossover Randomized Controlled TrialJournal of the American Association for Geriatric Psychiatry 23 (12), S. 1214–1224. DOI: 10.1016/j.jagp.2015.07.011.„THC bei Verhaltensauffälligkeiten bei Demenz: eine randomisierte Studie im Crossover Design“   Eine Studie der Radboud Universität (Niederlande) untersuchte in einem wiederholten Crossover Design die Sicherheit und Wirksamkeit von THC in der Behandlung neuropsychiatrischer Symptome bei Patienten mit Demenz (n=20), die während mehrerer, zweiwöchiger Behandlungsblöcke THC (0,75mg zweimal täglich in Block 1-3; 1,5mg zweimal täglich in Block 4-6) und Placebo für drei Tage in Folge erhielten (plus 4 Tage washout). THC reduzierte die neuropsychiatrischen Symptome im Vergleich mit Placebo nicht (Block 1-3: 1,8; 97.5% CI: -2,1 to 5,8; Block 4-6: -2,8; 97.5% CI: -7.4 to 1.8). THC wurde gut toleriert, was Nebenwirkungen, Vitalparameter und Mobilität betraf. THC wurden gut vertragen, reduzierte aber die neuropsychiatrischen Symptome von Patienten mit Demenz nicht.   Journal of the American Association for Geriatric Psychiatry 23 (12), S. 1214–1224. DOI: 10.1016/j.jagp.2015.07.011.Randomisierte, Placebo- kontrollierte Studie20
5.       DemenzTHC, Demenzvan den Elsen et al. 2017Effects of tetrahydrocannabinol on balance and gait in patients with dementia: A randomised controlled crossover trialJournal of psychopharmacology (Oxford, England) 31 (2), S. 184–191. DOI: 10.1177/0269881116665357.„Effekte von THC auf Balance und Gang bei Patienten mit Demenz: eine randomisierte, kontrollierte Crossover Studie“   Eine randomisierte, doppelblinde Studie im Crossover Design der Universität Radboud (Niederlande) untersuchte die Effekte von THC auf die Mobilität bei Patienten mit Demenz. 18 Patienten einer Einrichtung betreuten Wohnens erhielten 1,5mg orales THC zweimal täglich oder Placebo für drei Tage in Folge mit 4 Tagen Pause zwischen beiden Perioden. Balance und Gang wurden innerhalb von zwei Stunden nach Verabreichung erhoben (SwayStarTM, GAITRiteTM) mit offenen (EO) und geschlossenen Augen (EC), sowie die bevorzugte Gehgeschwindigkeit. THC erhöhte das Schwanken mit geschlossenen Augen (EC) signifikant (p=0,05), aber nicht mit geöffneten (EO). Beim Gehen in der bevorzugten Geschwindigkeit erhöhte THC die Schrittlänge und das Schwanken des Torsos (p=0,005; p=0,005). Die Anzahl oder Schwere der Nebenwirkungen unterschied sich nicht. Bei Patienten mit Demenz zeigte 3mg THC pro Tag ein sicheres Nebenwirkungsprofil was die Mobilität betrifft und wurde gut toleriert.Randomisierte, doppelblinde Studie18
6.       Kognitive Effekteolfaktorische FunktionWalter et al. 2014Effects of 20 mg oral Δ(9) -tetrahydrocannabinol on the olfactory function of healthy volunteers.British journal of clinical pharmacology 78 (5), S. 961–969. DOI: 10.1111/bcp.12415.„Der Effekt von 20mg oralen THCs auf die olfaktorische Funktion bei gesunden Freiwilligen“   In einer randomisierten, Placebo kontrollierten Studie der Goethe Universität Frankfurt im Crossover Design wurden bei 15 gesunde Probanden die Funktion des Geruchsinns untersucht nach Verabreichung von THC. THC schränkte die Leistung der Probanden im Geruchstest ein, die olfaktorischen Schwellen waren erhöht und die Diskrimination-Gerüchen reduziert. Dadurch ergab sich ein signifikanter Verlust im Gesamtscore um 5,5 Punkte (von 37,7 ± 4,2 zu 32,2 ± 5,6; 95% Konfidenzintervall THC vs. Placebo: -7,8 zu -2,0; p=0.003). Dieser Wert entspricht einer subjektiv wahrnehmbaren Einschränkung des Geruchsinns. Der Gebrauch THC basiert Analgetika kann zu relevanten Einschränkungen des Geruchsinns führen.Randomisierte, Placebo kontrollierte Studie15
7.       Kognitive EffekteKognitive NeubewertungGorka et al. 2016Cannabinoid Modulation of Frontolimbic Activation and Connectivity During Volitional Regulation of Negative AffectAmerican College of Neuropsychopharmacology 41 (7), S. 1888–1896. DOI: 10.1038/npp.2015.359.“Cannabinoide modulieren die frontolimbische Aktivierung und Verbindung während willentlicher Regulation negativer Affekte“   Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Universität Chicago untersuchte die Effekte von THC auf die frontolimbische Aktivierung und die funktionelle Verbindung während kognitiver Neubewertung anhand von gesunden Probanden. 41 erhielten THC vor der Durchführung einer Aufgabe zur Emotionsregulation während einer fMRT Untersuchung. Es zeigten sich kein Unterschied zwischen den Gruppen beim subjektiv berichteten Ausgleichen negativer Affekte während der kognitiven Neubewertung. THC erhöhte die Amygdala Aktivierung und reduzierte während der kognitiven Neubewertung von emotional negativen Bildern die Amygdala Aktivierung sowie die funktionelle Kopplung des dorsolateralen prefrontalen Kortex (dlPEC). THC nimmt Einfluss auf die frontolimbische Funktion während kognitiver Neubewertung.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie41
8.       Kognitive EffekteTHC, verbales LernenRanganathan et al. 2017Tetrahydrocannabinol (THC) impairs encoding but not retrieval of verbal informationProgress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry 79 (Pt B), S. 176–183. DOI: 10.1016/j.pnpbp.2017.06.019.„THC schränkt die Verschlüsselung aber nicht das Abrufen verbaler Information ein“   In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie der Universität Yale wurde gesunden Probanden THC intravenös verabreicht um die Auswirkungen auf einen Test zum verbalen Lernen (Rey-Auditory Verbal Learning Test: RAVLT) zu untersuchen, den ein Teil der Probanden (n=38) vorher und der Rest (n=57) unter dem Einfluss von THC durchführte. Kurz und langfristige Erinnerung zeigten sich signifikant reduziert bei den Probanden, die den RAVLT nach der Verabreichung des THC ausführten. Informationen, die vorher gelernt wurden, werden wahrscheinlich nicht beeinflusst von der Einnahme von Cannabis. Studien werden notwendig sein, um festzustellen, ob THC die Kodierung nonverbaler Informationen beeinträchtigt, inwieweit THC die Gedächtniskonsolidierung beeinträchtigt und welche Rolle andere Cannabinoide bei den gedächtnisstörenden Wirkungen von Cannabis spielen.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie95
9.       Kognitive EffekteGrundforschung, THC, Arbeitsgedächtnis, psychotische ErfahrungenTunbridge et al. 2015Genetic moderation of the effects of cannabis: catechol-O-methyltransferase (COMT) affects the impact of Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) on working memory performance but not on the occurrence of psychotic experiencesJournal of psychopharmacology (Oxford, England) 29 (11), S. 1146–1151. DOI: 10.1177/0269881115609073„Die genetische Vermittlung von Cannabis Effekten: catechol-o-methyltransferase (COMT) betrifft die Wirkung von THC auf das Arbeitsgedächtnis, aber nicht das Auftreten psychotischer Erfahrungen“   Eine doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Universität Oxford untersuchte in Parallelgruppen den Einfluss eines COMT Polymorphismus (Val(158)Met) auf die Wirkung von THC (intravenös) bezüglich kognitiver Leistung und psychotischer Erfahrung anhand von 78 gesunden Probanden mit Neigung zu Paranoia. Es zeigte sich eine Wechselwirkung zwischen dem Genotyp und der Interventionsgruppe beim Arbeitsgedächtnis, THC reduzierte die Leistung bei COMT Val/Val, jedoch nicht bei Met Trägern. Im Gegensatz dazu zeigten sich die Effekte von THC auf psychotische Erfahrungen unabhängig vom COMT Genotyp. Der COMT Genotyp vermittelt die kognitiven Effekte von THC.Doppelblinde, Placebo- kontrollierte Studie78
10.     ADHSErwachsene mit ADHSCooper et al. 2017Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trialEur Neuropsychopharmacol. 2017 Aug;27(8), S.795-808. doi: 10.1016/j.euroneuro.2017.05.005„Cannabinoide bei ADHS – randomisierte kontrollierte Studie“   Bei der EMA-C-Studie (Experimental Medicine für ADHS-Cannabinoide) handelte es sich um eine randomisierte, placebo-kontrollierte, experimentelle Pilotstudie über die Wirkung von Sativex (oromukosales Spray) auf 30 Erwachsene mit ADHS. Das Primärergebnis schloss kognitive Leistungen und Aktivitätsgrad (Qb-Test), das Sekundärergebnis Symptome für ADHS und emotionale Labilität (EL) ein. Im Zeitraum vom 17.07.2014 bis zum 18.06.2015 wurden die Teilnehmer willkürlich der aktiven (n = 15) oder der Placebogruppe (n = 15) zugeteilt. Bezüglich des Primärergebnisses konnte die ITT-Analyse keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nachweisen, wobei die aktive Gruppe jedoch in der Regel bessere Scores aufwies, als die Placebogruppe (Est = -0,17; 95% CI von -0,4 auf 0,07; p = 0,16, n = 15/11 aktiv/placebo). Das Sekundärergebnis war mit einer nominal signifikanten Verbesserung der Hyperaktivität/Impulsivität (p = 0,03), einer kognitiven Messung der Inhibition (p = 0,05) und einem Trend in Richtung einer verbesserten Aufmerksamkeit (p = 0,1) und verbesserten EL-Symptomen (p = 0,11) assoziiert. Die per-Protokoll-Effekte waren stärker ausgeprägt. Nach Anpassung an Mehrfachprüfung konnten keine signifikanten Ergebnisse erzielt werden. Eine schwere (muskuläre Anfälle/Spasmen) und drei milde Nebenwirkungen traten in der aktiven Gruppe und eine schwere (kardiovaskuläre Probleme) in der Placebogruppe auf. Erwachsene mit ADHS könnten eine Subgruppe darstellen, bei denen der Cannabiskonsum zu einer Symptomreduktion und keiner kognitiven Einschränkung führt. Auch wenn diese Studie nicht abschließend ist, so liefert sie vorläufig Beweise, welche die Selbst-Medikationstheorie der Cannabisnutzung bei ADHS unterstützen und die Notwendigkeit weiterführender Studien deutlich machen.   Eur Neuropsychopharmacol. 2017 Aug;27(8), S.795-808. doi: 10.1016/j.euroneuro.2017.05.005  Randomisierte, placebo-kontrollierte, experimentelle Pilotstudie30
11.     Darmerkrankungen  Colitis Ulcerosa, chronisch entzündliche Darmerkrankungen  Irving et al. 2018A Randomized, Double-blind, Placebo-controlled, Parallel-group, Pilot Study of Cannabidiol-rich Botanical Extract in the Symptomatic Treatment of Ulcerative Colitis.Inflammatory bowel diseases 24 (4), S. 714–724. DOI: 10.1093/ibd/izy002.  „Eine randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Pilot Studie mit Parallelgruppen von CBD reichhaltigen pflanzlichen Extra in der symptomatischen Behandlung von Colitis Ulcerosa“   Volljährige Patienten mit einer linksseitigen oder ausgeprägten CU, Mayo Werten von 4-10 (Endoskopie Werte ≥ 1) und mit einer stabilen Mesalazin Dosis wurden randomisiert zu Placebo oder 10 Wochen CBD reichhaltigen pflanzlichen Extrakt (CBD). Der primäre Endpunkt war der Anteil an Patienten in Remission nach der Behandlung. Als Signifikanzlevel wurden 10% benutzt. Die Patienten tolerierten das CBD weniger als Placebo und nahmen etwa 1/3 weniger Kapseln ein, hatten mehr Compliance bezogene Abweichungen, was zu einer per protocol (pp) Analyse führte. Der primäre Endpunkt fiel negativ aus, zum Ende der Behandlung war der Anteil an Remissionen für Placebo (26%) und CBD gleich (28%). Dennoch zeigte die PP Analyse und einige Mayo Subscores einen Vorteil beim CBD (p=0,068, p=0,038). Außerdem offenbarte die PP Analyse eine Verbesserung in der ärztlichen Beurteilung der Krankheitsausprägung, des subjektiven globalen Eindrucks einer Veränderung und des durch Patienten angegebenen quality of life Endpunktes (p=0,069, p=0,003, p=0,065). Nebenwirkungen waren hauptsächlich leichter oder moderater Natur, überwogen aber in der CBD Gruppe, was möglicherweise mit dem Restgehalt an THC im Pflanzenextrakt zusammenhängt. In der Placebo Gruppe war ein größerer Anteil an gastrointestinalen Nebenwirkungen zu beobachten, was auf eine Verschlechterung der CU hinweisen könnte. Obwohl der primäre Endpunkt nicht erfüllt wurde, gibt es Hinweise, dass CBD reichhaltiges Pflanzenextrakt vielleicht Vorteile für die symptomatische Behandlung der CU bietet. Die Studie wurde an neun Zentren im UK durchgeführt.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Pilot Studie
12.     Morbus Crohn  Cannabiskonsum und Komplikationen bei Morbus Crohn  Mbachi et al. 2019Association Between Cannabis Use and Complications Related to Crohn's Disease: A Retrospective Cohort StudyDig Dis Sci. 2019 Oct;64(10):2939-2944. doi: 10.1007/s10620-019-05556-z. “Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Komplikationen bei Patienten mit Morbus Crohn: eine retrospektive Kohortenstudie”   Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit einem gewissen Risiko für Komplikationen, welche in einem bedeutendem Ausmaß zu Folgeerkrankungen und Mortalität führen. Diese Studie untersucht den Zusammenhang von antiinflammatorischem Cannabis auf das Risiko für die Entstehung von Komplikationen bei Morbus Crohn. Das Ziel war, die Häufigkeit für das Entstehen von Crohn-assoziierten Komplikationen unter Cannabiskonsumenten und Nicht-Konsumenten bei Patienten mit einer primären M. Crohn-Diagnose oder der Diagnose von M. Crohn-assoziierten Komplikationen oder mit einer sekundären Diagnose eines M. Crohn zu untersuchen. Hierfür wurden Daten von 615 Cannabiskonsumenten mit Daten von Nicht-Konsumenten ausgewertet im Hinblick auf verschiedenen Komplikationen und das Auftreten klinischer Merkmale. Im Ergebnis fanden sich bei Cannabiskonsumenten mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit klinische Parameter wie aktive Fisteln, intra-abdominelle Abszesse, die Indikation zur Transfusion von Blutprodukten, die Indikation für eine Kolektomie und einer parenteralen ErnährungRetrospektive Kohortenstudie615
13.     Chronisch-entzündlicher Darmerkrankung  THC, CBD, Cannabisöl  Hoffenberg et al. 2019Cannabis Oil Use by Adolescents and Young Adults With Inflammatory Bowel Disease.J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2019 Mar;68(3):348-352. doi: 10.1097/MPG.0000000000002189  „Cannabisölgebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit entzündlicher Darmerkrankung“   Volljährige Patienten mit einer linksseitigen oder ausgeprägten CU, Mayo Werten von 4-10 (Endoskopie Werte ≥ 1) Diese Studie untersucht den oralen oder sublingualen Einsatz von Cannabisöl (CO) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung. Dieses wurde hier beschreibend anhand von 13- bis 23-jährigen Patienten über einen Zeitraum von 34 Monaten durchgeführt. Ausgewertet wurden die Krankenakte, elektronische Interviews, Fragebögen und die Cannabidiolkonzentrstion im Serum der Patienten. Die Patienten wurden eingeteilt in eine Gruppe, die CO applizierte und eine, die keine Cannabis-Produkte bekamen. Bei den CO-Nutzern wurden Informationen erfasst bezüglich, Applikationsart, deren Ziele und positiver Effekte und Probleme bei der Verwendung. Die in diese Untersuchung eingeschlossenen Patienten (n= 15 in der CO-Gruppe, 67 in der Nicht-CO-Gruppe) unterschieden sich hinsichtlich des klinischen Zustandes, Schmerz und Appetit nicht. 60% der CO-Gruppe nutzten CO in den vergangenen 30 Tagen, im Durchschnitt 23 Mal, vier verwendeten es täglich. Die am häufigsten beobachtete Effekte betrafen Schlaf, Übelkeit und eine Verbesserung des Appetits. 33% der CO-Gruppe berichteten, dass sie CO verwenden, um die Schmerzsymptomatik zu lindern. Die Autoren schlussfolgern, dass Jugendliche und junge Erwachsene CO und andere Cannabisprodukte verwenden und einen therapeutischen Nutzen beobachten. Es wird empfohlen, dass, bis weitere wissenschaftliche Erkenntnisse über den therapeutischen Einsatz von Cannabis-Produkten zur Verfügung, eine offene Kommunikation im Sinne einer Dekriminalisierung etabliert wird.Deskriptive Studie15
14.     Reizdarmsyndrom  Reizdarmsyndrom, Cannabisabusus  Adejumo et al. 2019Higher odds of irritable bowel syndrome among hospitalized patients using cannabis: a propensity-matched analysisEur J Gastroenterol Hepatol. 2019 Jul;31(7):756-765. doi: 10.1097/MEG.0000000000001382.  “Höhere Wahrscheinlichkeit eines Reizdarmsyndroms bei Patienten im Krankenhaus, die Cannabis konsumieren: eine auf die Neigung abgestimmte Analyse“   Das endogene Cannbinoid-System (ECS) hat einen modulierenden Einfluss auf die physiologischen Afferenzen und Efferenzen zwischen ZNS und dem Gastrointestinaltrakt. Da bekannt ist, dass bei Vorliegen eines Reizdarmsyndromes (IBS) die Funktion des ECS gestört ist, wird im Rahmen dieser Untersuchung der Zusammenhang zwischen dem RDS und Cannabisabusus (CUD) untersucht. Hierfür wurden Patienten im Alter von 18 Jahren und älter aus der im Jahre 2014 landesweit durchgeführten Umfrage ausgewählt und nach der International Classification of Diseases (ICD, 9. Auflage) bezüglich CUD, IBS und dafür bestehenden Risikofaktoren klassifiziert. Diese Daten wurden einerseits mit Daten aus dem Jahre 2012 verglichen als auch mit dem sogenannten Greedy-Verfahren ausgewertet (dies verspricht den zum Zeitpunkt der Wahl den größten Gewinn bzw. das beste Ergebnis der Auswertung), um eine pseudo-randomisierte Studie zu erlangen. Es wurden die Daten von 4.709.043 Patienten ausgewertet. 0,03% wurden bereits wegen IBS behandelt und 1,32% wiesen CUD auf, wobei es einen stärkeren Zusammenhang bei Patienten mit IBS gab, welcher nochmals stärker beim männlichen Geschlecht ausgeprägt war. Patienten mit IBS hatten ein 80% höheres Risiko für CUD als andere Patienten. Die Autoren stellen fest, dass CUD in der Bevölkerung signifikant mit dem Vorliegen eines IBS korreliert, wobei dieser Zusammenhang stärker ausgeprägt ist bei Männern und Menschen mit kaukasischer und hispanischer.Epidemiologische Datenanalyse
15.     Entzündlicher Darmerkrankung  Lebensqualität, Gewicht, BMI  Lahat et al. 2012Impact of cannabis treatment on the quality of life, weight and clinical disease activity in inflammatory bowel disease patients: a pilot prospective studyDigestion. 2012;85(1), S. 1-8. doi: 10.1159/000332079  „Einfluss der Cannabisbehandlung auf Lebensqualität, Gewicht, Krankheitsdynamik bei Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung – prospektive Pilot-Studie“   Diese Studie untersuchte, inwieweit Cannabis die Lebensqualität und Krankheitsaktivität von Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung (IBD) verbesserte und deren Gewichtszunahme unterstützte. Patienten mit lang bestehender IBD, welche eine Cannabisbehandlung erhielten, wurden inkludiert (N = 13); zwei Lebensqualität-Fragebögen und Indices der Krankheitsaktivität fanden Anwendung. Das Körpergewicht der Patienten wurde vor Beginn der Cannabisbehandlung und nach dreimonatiger Behandlung gemessen. Nach dreimonatiger Behandlung berichteten die Patienten von einer Verbesserung der allgemeinen Wahrnehmung ihrer Gesundheit (p = 0,001), sozialer Fähigkeiten (p = 0,0002), der Arbeitsfähigkeit (p = 0,0005), des physischen Schmerzes (p = 0,004) und der Depression (0,007). Auf einer schematischen Skala der Wahrnehmung der Gesundheit kam es zu einer Score-Verbesserung von 4,1 ± 1,43 auf 7 ± 1,42 (p = 0,0002). Im Verlauf der Behandlung erhöhte sich das Körpergewicht der Patienten um 4,3 ± 2kg (Variationsbreite 2-8; p = 0,0002) und der BMI stieg durchschnittlich um einen Wert von 1,4 ± 0,61 (Variationsbreite 0,8-2,7; p = 0,002). Der durchschnittliche Harvey-Bradshaw-Index konnte von 11,36 ± 3,17 auf 5,72 ± 2,68 (p = 0,001) reduziert werden. Eine dreimonatige Behandlung mit inhaliertem Cannabis verbesserte die Messungen der Lebensqualität, des Index der Krankheits-Aktivität und führte zu einer Gewichtszunahme und Anstieg des BMI bei Patienten mit lang bestehender entzündlicher Darmerkrankung.Prospektive Pilot-Studie13
15.     Verdauung, psychiatrische EffekteSchizophrenie, Reizdarmsyndrom, Beschwerden VerdauungsapparatOlesen et al. 2019Cannabis use disorders may protect against Cannabis use disorders may protect against certain disorders of the digestive organs in people with schizophrenia but not in healthy controlsPsychol Med. 2019 Mar 18:1-8. doi: 10.1017/S0033291719000370.„Durch Cannabiskonsum hervorgerufene Beschwerden könnten eine protektive Wirkung auf bestimmte Störungen der Verdauungsorgane bei Patienten mit Schizophrenie haben“   Diese Studie untersuchte, inwieweit durch Cannabisnutzung hervorgerufene Beschwerden (cannabis use disorders, CUD) das Risiko von Störungen der Verdauungsorgane bei Patienten mit Schizophrenie und in einer Kontrollpopulation senken können. Mit Hilfe landesweiter dänischer Register wurden 21.066 Fälle mit Schizophrenie und 176.935 Kontrollen (abgestimmtes Geschlecht und Alter) identifiziert. Zwei Modelle wurden in Hinsicht auf die Zusammenhänge zwischen CUD und Verdauungsstörungen mittels zeitvariierender Cox-Regression analysiert: eines der Modell wurde an Geschlecht, Geburtsjahr und Kalenderjahr angepasst, das andere an Störungen infolge Konsum von Alkohol/andere Substanzen und Bildung der Eltern. Unter den Schizophrenie-Fällen konnte eine Assoziation zwischen CUD und einem reduzierten Risiko der Entwicklung von Störungen der Darm-Gehirn-Interaktion (z.B. Reizdarmsyndrom, Dyspepsie, …) festgestellt werden. Im Falle des grundsätzlich angepassten Modells waren CUD und ein vermindertes Reizdarmsyndrom-Risiko miteinander assoziiert; in dem vollständig angepassten Modell konnte die statistische Signifikanz knapp nicht erreicht werden. CUD-Personen (Schizophrenie-Gruppe) wiesen jedoch im vollständig angepassten Modell eine Tendenz in Richtung eines verminderten Risikos für schwere Störungen der Verdauungsorgane auf. In der Kontrollgruppe konnten keinerlei Zusammenhänge Datenanalyse verzeichnet werden. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass CUD nur bei Personen mit Schizophrenie, nicht aber bei gesunden Personen mit einem verminderten Risiko für Störungen der Darm-Gehirn-Interaktion und Reizdarmsyndrom (und vermutlich weiteren Störungen des Verdauungsapparates) assoziiert ist. Diese Erkenntnisse könnten neue Anhaltspunkte für die Prävention und Behandlung von Störungen der Verdauungsorgane darstellen.  Datenanalyse
17.     DarmerkrankungTHC, chronische PankreatitisVries et al. 2016Single dose delta-9-tetrahydrocannabinol in chronic pancreatitis patients: analgesic efficacy, pharmacokinetics and tolerabilityBritish journal of clinical pharmacology 81 (3), S. 525–537. DOI: 10.1111/bcp.12811.“Einmalige Dosis THC bei Patienten mit chronischer Pankreatitis: analgetische Wirksamkeit, Pharmakokinetik und Tolerierbarkeit“   Ein randomisierte, doppelblinde und Placebo kontrollierte Studie der Universität Radboud (Niederlande) untersuchte die analgetischen Effekte, die Pharmakokinetik, Sicherheit und Tolerierbarkeit von THC bei Patienten mit chronischen abdominalen Schmerzen in Folge einer chronischen Pankreatitis. Verabreicht wurden 8mg THC oder ein aktives Placebo (5mg/10mg Diazepam). Im Vergleich zu Placebo zeigte sich mit THC kein Unterschied beim Schmerz. THC wurde gut absorbiert mit einem mittleren tmax bei 123 Minuten. Wachheit, Stimmung, Entspannung oder Gleichgewicht zeigten keinen Unterschied in den beiden Gruppen. Ängstlichkeit und Herzrate zeigten sich nach THC im Vergleich zum Diazepam signifikant erhöht. Zu den häufigsten Nebenwirkungen nach THC Verabreichung gehörten Müdigkeit, trockener Mund, Schwindel und euphorische Stimmung. Im Vergleich mit gesunden Probanden zeigte sich die Absorption von THC verzögert und mit einer breiteren Variabilität. Die einmalige Verabreichung von THC war nicht effektiv in der Linderung von Schmerzen bei chronischer Pankreatitis, wurde aber gut toleriert und führte nur zu geringen oder moderaten Nebenwirkungen.Randomisierte, doppelblinde und Placebo kontrollierte Studie
18.     FahrtüchtigkeitCannabis, Fahrtüchtigkeit, UnfallwahrscheinlichkeitBrubacher et al. 2019Cannabis use as a risk factor for causing motor vehicle crashes: a prospective studyAddiction. 2019 Sep;114(9), S. 1616-1626. doi: 10.1111/add.14663„Cannabisnutzung als Risikofaktor für Kraftfahrzeugunfälle – prospektive Studie“   Diese prospektive Studie analysierte, inwieweit Fahrer, die bei Kraftfahrzeug-Kollisionen verletzt wurden und positiv auf THC oder andere Drogen getestet wurden, vermehrt zu dem Unfall beigetragen haben, als solche, die negativ getestet wurden. Es nahmen verletzte Fahrer teil, bei denen infolge der Kraftfahrzeug-Unfälle Bluttests für klinische Zwecke erforderlich waren. Die Breitspektrum-Toxikologie-Tests quantifizierten Alkohol und THC und wiesen semiquantitative Level anderer beeinträchtigender Drogen und Medikationen nach. Mit Hilfe der Polizeiberichte wurde analysiert, welche Fahrer für den Unfall verantwortlich waren und welche „unschuldig“ involviert, sprich nicht-verantwortlich waren. Zur Ermittlung der Wahrscheinlichkeit der Unfall-Verantwortlichkeit bei Fahrern mit 0 < THC < 2 ng/ml, 2ng/ml ≤THC<5ng/ml und THC ≥ 5 ng/ml (alle vs. THC = 0 ng/ml) wurde ein bedingungsloses logistisches Regressions-Modell verwendet. Die Risikoschätzung wurde an Alter, Geschlecht und Gegenwart anderer beeinträchtigender Substanzen angepasst. Insgesamt standen 3005 Toxikologie-Tests und 2318 Polizeireporte für die Analyse zur Verfügung. Bei 14,4% der Fahrer konnte Alkohol, bei 8,3% THC, andere Drogen bei 8,9% und sedierende Medikationen bei 19,8% nachgewiesen werden. Bei Fahrern mit THC < 2ng/ml oder 2 ≤ THC < 5 ng/ml bestand kein erhöhtes Risiko für den Unfall verantwortlich zu sein. Bei Fahrern mit THC ≥ 5 ng/ml betrug die adjusted OR 1,74. Ein signifikant erhöhtes Risiko der Unfall-Verantwortlichkeit bestand bei Fahrern mit Blutalkoholkonzentrationen ≥ 0,08% (OR = 6), anderen detektierten Drogen (OR = 1,82) oder sedierender Medikation (OR = 1,45). Diese Stichprobe nicht-tödlich verletzter Fahrer in British Columbia, Canada, konnte keinen Nachweis für einen Zusammenhang zwischen Fahrern mit THC < 5 ng/ml und einem erhöhten Unfallrisiko bzw. statistisch nicht-signifikant erhöhtem Risiko der Unfallverantwortlichkeit und Fahrern mit ≥ 5 ng/ml erbringen.Prospektive Studie
19.     ArbeitssicherheitMedizinisches Cannabis, Arbeitsmedizin, ArbeitssicherheitAnderson et al. 2018Medical marijuana laws and workplace fatalities in the United States.J Drug Policy. 2018 Aug 6;60:33-39. doi: 10.1016/j.drugpo.2018.07.008.“Medizinisches Cannabis und Sicherheit am Arbeitsplatz in den Vereinigten Staaten“   Eine häufig geäußerte Sorge, wenn es um die die Einführung von medizinischem Cannabis oder die Liberalisierung geht, ist Sicherheit beim bediene von Maschinen. Bisher gibt es wenig Untersuchungen und Daten, welchen Einfluss die Zulassung von medizinischem Cannabis auf die Arbeitssicherheit hat. Mark Anderson von der Monatana State University hat nun mit Kollegen die Daten zu Todesfällen am Arbeitsplatz in den USA des „Bureau of Labor Statistics“ der Jahre 1992 bis 2015 unter Berücksichtigung der verschiedenen Cannabisgesetzte der Bundestaaten. Die Legalisierung von medizinischem Cannabis war mit einem Rückgang von 19,5% tödlichen Arbeitsunfällen in der Altersgruppe 25 bis 44 assoziiert. In der Altersgruppe 16 bis 24 gab es eine statistisch nicht signifikante negative Korrelation. Die Autoren schlussfolgern, dass sich die Arbeitssicherheit nach Legalisierung von medizinischem Cannabis in der Altersgruppe ab 25 Jahren signifikant verbessert. Weitere Untersuchungen sind nötig um zu klären, ob diese Korrelation auf einen Rückgang des Alkoholkonsums oder anderer Drogen und Medikament zurückzuführen ist, welche die Reaktionsfähigkeit und kognitiven Funktionen einschränkt.  Datenanalyse
20.     NebenwirkungenMortalität, Orthopädie, chirurgische EingriffeMoon et al. 2018Marijuana use and mortality following orthopedic surgical proceduresSubst Abus. 2018 Mar 20, S. 1-5. doi: 10.1080/08897077.2018.1449054„Marihuananutzung und Mortalität infolge orthopädischer chirurgischer Eingriffe“   Das Hauptziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen Marihuananutzung und Mortalität (im Krankenhaus) als auch die assoziierten Komorbiditäten bei Patienten, die sich orthopädischen Operationen unterzogen, zu evaluieren. Zur Bestimmung der Odds Ratios für die Assoziation zwischen Marihuananutzung und Mortalität, Herzversagen, Schlaganfall und Herzerkrankung bei Patienten, die sich geläufigen orthopädischen Operationen (Hüft-, Knie und Schulterarthroplastiken, Spondylodese, Femurfraktur-Fixation) unterzogen, wurde die „National Inpatient Sample database“ von 2010 bis 2014 genutzt. 26.416 (0,28%) von den 9.561.963 Patienten, die sich einer der benannten Operationen unterzogen, wurde eine Marihuana-Konsum-Störung diagnostiziert. Bei Patienten mit Hüft- und Knie-Arthroplastiken war die Marihuananutzung mit einer geringeren Mortalität (P < 0,0001) und gesteigerten Wahrscheinlichkeit von Herzversagen (P = 0,018), Schlaganfall (0,0068) und Herzerkrankungen (P = 0,0123) assoziiert. Die höchste Prävalenz der Marihuananutzung trat bei Patienten mit traumatischer Femurfixation auf (0,70%) und ging ebenfalls mit dem verminderten Auftreten von Mortalität (P = 0,0483), Herzversagen (P = 0,0076) und Herzerkrankungen (P = 0,0003) einher. Bei Spondylodese-Patienten stand die Marihuananutzung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Schlaganfälle (P < 0,0001) und Herzerkrankungen (P < 0,0001) in Zusammenhang. Marihuananutzung bei Patienten mit Schulterathroplastiken führte wiederum zu einer verminderten Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Mortalität (P < 0,001) und Schlaganfällen (P < 0,001). In dieser Studie war die Marihuananutzung nach Hüft-, Knie und Schulterarthroplastik und traumatischer Femurfixation mit einer verminderten Mortalität assoziiert, wobei die Signifikanz dieser Ergebnisse unklar bleibt. Weitere Nachforschungen sind für ein besseres Verständnis benannter Zusammenhänge erforderlich.Datenanalyse
21.     NebenwirkungenEffekte auf metabolische ParameterReichenbach et al. 2015A 4-week pilot study with the cannabinoid receptor agonist dronabinol and its effect on metabolic parameters in a randomized trial  Clinical therapeutics 37 (10), S. 2267–2274. DOI: 10.1016/j.clinthera.2015.07.023.„Eine vierwöchige Pilotstudie mit dem Cannabinoid Rezeptor Agonisten Dronabinol und seinen Effekten auf metabolische Parameter im Rahmen einer randomisierten Studie“   In dieser randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie erhielten Patienten mit kardialen Beschwerden (Angina pectoris mindestens zweimal die Woche seit 3 Monaten und Nachweis einer ösophagealen Hypersensitivität) vier Wochen lang 5mg Dronabinol (n=7) oder Placebo (n=6) zweimal täglich, vorher und nachher wurden metabolische Parameter untersucht. Keiner der untersuchten Parameter wie BMI, HDL, Triglyceride, LDL, hsCRP, Glucose, Insulin, Leptin, ALT, AST unterschied sich in den beiden Gruppen vor oder nach der Behandlung. Dronabinol führte zu keiner Veränderung metabolischer Parameter nach 28tägiger Einnahme.Doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie13
22.     NebenwirkungenWirksamkeit und Nebeneffekte von medizinischem CannabisStith et al. 2018Patient-Reported Symptom Relief Following Medical Cannabis ConsumptionFront Pharmacol. 2018 Aug 28;9, S. 916. doi: 10.3389/fphar.2018.00916„Symptomminderung in Folge medizinischen Cannabiskonsums – Patientenberichte“   Diese Studie nutzte die „Releaf App ™“ um die (von Patienten berichtete) Wirksamkeit und Nebeneffekte von medizinischem Cannabis abzuschätzen. Zwischen dem 03.05.2015 und dem 16.12.2017 führten die „Releaf App ™“-Nutzer 13.638 individuelle Sitzungen der Selbstadministration medizinischen Cannabis‘ durch und bewerteten den Symptomschweregrad vor und nach dem Cannabiskonsum auf einer 0-10-Punkte-Skala (visuell-analog) sowie einhergehende Nebeneffekte. Die Teilnehmer nutzten Cannabis zur Behandlung zahlreicher gesundheitlicher Symptome, am häufigsten Schmerz, Angstzustände und depressive Zustände. In allen Symptomkategorien wurde von einer signifikanten Reduktion des Symptomschweregrades berichtet, wobei die mittlere Reduktion zwischen 2,8 und 4,6 Punkten (ds rangierte von 1,29-2,39; ps < 0,001) lag. Im Durchschnitt waren höhere Symptomlevel vor der Cannabis-Einnahme mit einer stärkeren Symptomlinderung verknüpft. Des Weiteren berichteten Nutzer mit Angstzuständen oder Depressions-assoziierten Zuständen von signifikant mehr Linderung (ps < 0,001) als Nutzer mit Schmerzsymptomen. Unter den Nutzern kam es zu einer stärkeren Korrelation zwischen Symptomminderung und dem Erleben positiver (94% der Sitzungen) oder Kontext-spezifischer Nebeneffekte (76%) während negative Nebeneffekte (60%) mit verminderter, jedoch nach wie vor signifikanter Symptomminderung assoziiert war und im Verhältnis häufiger unter Patienten mit depressiven Symptomen auftraten, als bei solchen mit Angstzuständen und schmerzassoziierter Konditionen. Der durch Patienten gehandhabte Cannabiskonsum ist nach Patientenberichten mit klinisch signifikanten Verbesserungen der Symptome zahlreicher Gesundheitszustände assoziiert, einhergehend mit häufigen positiven und negativen Nebenwirkungen.Patientenberichte
23.     NebenwirkungenCannabis-Konsum und MortalitätSinger et al. 2017“How does marijuana affect outcomes after trauma in ICU patients? A propensity-matched analysis”J Trauma Acute Care Surg. 2017 Nov;83(5), S. 846-849. doi: 10.1097/TA.0000000000001672„Wie beeinflusst Cannabis die Ergebnisse nach einem Trauma bei Patienten auf der Intensivstation? Eine „propensity-matched“ Analyse“   Diese Studie hatte zum Ziel, den Zusammenhang zwischen einem positiven Toxikologie-Screen für Marihuana und der Mortalität in jenen Patienten, zu bewerten. Die 5-jährige Analyse inkludierte sich auf der Intensivstation befindende, erwachsene Traumapatienten (> 18 Jahren) des „Arizona State Trauma Registers“ mit einem positiven Toxikologie-Screening für Marihuana und einem negativen Screening für Alkohol und andere Substanzen. Messungsergebnisse waren Mortalität, Tage am Beatmungsgerät, Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus. Patienten mit positivem Cannabistest und negativem Cannabistest wurden mittels „Propensity Score Matching“ ein einem Verhältnis von 1:1 hinsichtlich Alter, einem Score des Schweregrades der Verletzung und der „Glasgow Coma Scale“ getestet. Insgesamt wurden 28.813 Patienten in die Analysen eingeschlossen, von denen 2.678 gematched wurden (1,339 positiv, 1339 negativ). Die Rate des positiven Screenings auf Cannabis lag bei 7,4% (2.127/28.813). Das durchschnittliche Alter betrug 31 ± 9 Jahre und der mittlere Score für den Schweregrad der Verletzung lag bei 13 (8-20). Zwischen den zwei Gruppen bestand kein Unterschied in Bezug auf die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (3 Tage vs. 4 Tage, p = 0.43) bzw. im Krankenhaus (6.4 Tage vs. 5.4 Tage, p = 0.08). Von den Marihuana-positiven Patienten erhielten 55,3% eine mechanische Beatmung, von den Marihuana-negativen Patienten 32% (p < 0,001). Eine Subanalyse ergab, dass Marihuana-positive Patienten länger beatmet werden mussten (2 Tage vs. 1 Tag, p = 0,02) und eine geringere Mortalitätsrate aufwiesen (7,3% vs. 16,1%, p < 0,001), als Marihuana-negative Patienten. Ein positives Marihuana-Screening ist mit einer verminderten Mortalität bei erwachsenen Traumapatienten der Intensivstation verbunden. Dieser Zusammenhang rechtfertigt weitere Untersuchungen der möglichen physiologischen Wirkungen von Cannabis auf Trauma-Patienten.Datenanalyse
24.     andereInsulin, Insulinresistenz, AdipositasNgueta et al. 2019Lifetime marijuana use in relation to insulin resistance in lean, overweight, and obese U.S. adultsJ Diabetes. 2019 Jun 1. doi: 10.1111/1753-0407.12958Lebenslanger Marihuanakonsum im Verhältnis zu Insulinresistenz bei mageren, übergewichtigen und adipösen Erwachsen in den Vereinigten Staaten   Im Rahmen dieser Studie wurden Daten des „National Health and Nutrition Examination Survey“ (NHANES) von 2009-1016 abstrahiert. Die minimale Nutzungsdauer von Marihuana wurde mittels Dauer der regulären Exponierung und der Nutzungsfrequenz ermittelt. Um den Zusammenhang zwischen Marihuanakonsum und sowohl Nüchterninsulin als auch Insulinresistenz (Homöostase Modell Bestimmung, HOMA-IR) bei mageren, übergewichtigen und adipösen Individuen separat zu bestimmen, wurden generalisierte lineare Modelle eingesetzt. Von den 129.509 Erwachsenen im Alter von 18-59 Jahren waren 50,3% weiblich. Das durchschnittliche Insulin lag bei adipösen Cannabiskonsumenten (< 4 Nutzungen/Monat) bei 52% und somit niedriger als bei Personen, die nie Cannabis genutzt hatten. Ehemalige adipöse Konsumenten mit 8 Nutzungen/Monat, die ihren Konsum vor <12 Monate gestoppt hatten, wiesen durchschnittlich ein 47%ig niedrigeres Insulin auf. Bei Personen, deren letzter Konsum zu Beginn der Studie 12-119 Monate bzw. ≥ 120 Monate zurücklag, war das Insulin jeweils 36% niedriger. Marihuanakonsum ist mit einem niedrigerem Nüchterninsulin und verminderter HOMA-IR bei adipösen Erwachsenen assoziiert; dieser Zusammenhang besteht nicht bei nicht adipösen Personen. Ehemalige Konsumenten mit hoher Nutzungsrate wiesen signifikant niedrigere Insulinlevel auf, welche unabhängig von dem Zeitabstand zur letzten Nutzung konstant blieben.Datenanalyse
25.     AndereSichelzellanämieRoberts et al. 2018Marijuana Use in Adults Living with Sickle Cell DiseaseCannabis Cannabinoid Res. 2018 Jul 1;3(1), S. 162-165. doi: 10.1089/can.2018.0001„Marihuanakonsum unter Erwachsenen mit Sichelzellanämie“   Im Rahmen dieser Studie wurden Patienten eines urbanen Universitätsklinikums mit primärer, sekundärer und tertiärer Pflege für rund 130 Erwachsene mit Sichelzellanämie mit Hilfe eines kurzen, anonymen schriftlichen Verfahrens inspiziert. Des Weiteren wurden institutionelle Aufzeichnungen klinischer Urin-Drogen-Tests durchgesehen und Patientenanfragen für die Zertifizierung medizinischen Cannabis nachverfolgt. Unter den befragten 58 Patienten gaben 42% einen Cannabiskonsum innerhalb der letzten 2 Jahre an. Unter den Konsumenten verfügten die meisten über 5 medizinische Indikationen; eine Minderheit berichtete von Nutzung zu Entspannungszwecken. Von den 57 Patienten, bei denen mindestens ein Urin-Drogen-Test durchgeführt wurde, wurden 5% positiv auf Cannabinoide, 12% positiv auf Cocain und/oder Phencyclidin und 5% positiv auf Cannabinoide und Cocain/Phencyclidin getestet. Infolge dieser Studie wurde Sichelzellanämie zu einer für medizinisches Cannabis qualifizierenden Kondition in den USA. Im Zeitraum von rund 1,5 Jahren beantragten 44 Patienten die Zertifizierung. Die Ergebnisse dieser Studie und solche anderer liefern Anlass für die Nachforschung in Bezug auf mögliche therapeutische Effekte von Marihuana oder Cannabinoiden, den mutmaßlichen aktiven Inhaltsstoffen von Marihuana, auf die Sichelzellanämie. Die explizite Inklusion der Sichelzellanämie als für medizinisches Cannabis qualifizierende Kondition könnte den illegalen Marihuanakonsum und verbundene Risiken, sowie Kosten für sowohl betroffene Personenen als auch die Gesellschaft reduzieren.130
26.     WirksamkeitÜberzeugung von Patienten hinsichtlich der potentiellen Wirksamkeit von CannabinoidenKhelemsky et al. 2017Perioperative Patient Beliefs Regarding Potential Effectiveness of Marijuana (Cannabinoids) for Treatment of Pain: A Prospective Population SurveyReg Anesth Pain Med. 2017 Sep/Oct;42(5), S. 652-659. doi: 10.1097/AAP.0000000000000654„Überzeugung von Patienten hinsichtlich der potentiellen Wirksamkeit von Marihuana (Cannabinoiden) zur Behandlung von Schmerz – eine prospektive Umfrage“   Hauptziel dieser Studie war es, die Einstellung/Überzeugung der Patienten hinsichtlich der potentiellen Wirksamkeit der Cannabinoide zur Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen zu beschreiben, als auch die Akzeptanz dieser Komponenten, sofern von einem Arzt verschrieben, abzuschätzen. Des Weiteren wurden demographische Daten und solche in Bezug auf die Schmerz-Historie gesammelt, um die Subgruppen der Marihuana-nutzenden Patienten besser charakterisieren zu können. Auch Anzeichen für den Marihuanakonsum, Wirksamkeit und Nebeneffekte wurden berücksichtigt. 501 Patienten füllten einen anonymen Fragebogen aus. Die Normalverteilung der kontinuierlichen Variablen wurde mit Hilfe von Schiefe- und Kurtosis-Messungen bestimmt. Zur Bestimmung der demographischen und medizinischen Charakteristika von Cannabisnutzern im Vergleich zu nicht-Konsumenten, wurde ein logistisches Regressionsmodell angewandt. Mittels einer Hauptkomponentenanalyse wurde die Wirksamkeit von Marihuana zur Minderung von Schmerzen und dessen Nebeneffekte untersucht. Mehr als 80% des Kohort war davon überzeugt, dass Cannabis wenigstens teilweise wirksam in Bezug auf die Schmerztherapie nach Operationen sein würde und war bereit, Cannabinoide einzunehmen, sofern vom Arzt verschrieben. Gründe für diese positive Einstellung waren vorangegangener Marihuanakonsum (ca. 27% der Responder), die Schmerz-Historie und ein weißer Nicht-Marihuana-Nutzer zu sein. Jüngere Patienten, solche mit höherem Schmerz-Level in den letzten 24 Stunden und solche, die ihre bestehenden Standardtherapien als wenig wirksam empfanden, waren eher dazu geneigt Cannabis zu nutzen. Allgemein sind die Patienten davon überzeugt, dass Marihuana im Rahmen der Schmerzbehandlung zumindest teilweise wirksam ist und sind bereit, Cannabisbestandteile für diese Indikation einzunehmen, sofern diese von einem Arzt verschrieben werden.Prospektive Umfrage501
27.     PharmakokinetikTHC, pharmakokinetisches ProfilSpindle et al. 2019Acute Pharmacokinetic Profile of Smoked and Vaporized Cannabis in Human Blood and Oral FluidJ Anal Toxicol. 2019 May 1;43(4), S. 233-258. doi: 10.1093/jat/bky104„Akutes pharmakokinetisches Profil von gerauchtem und vaporisiertem Cannabis in menschlichem Blut und oraler Flüssigkeit“   Wenige kontrollierte Laboruntersuchungen haben bisher Vaporisation als Darreichungsform für Cannabis genutzt oder dessen akuten Wirkungen bei seltenen Cannabisnutzern evaluiert. Diese Studie untersuchte die Cannabinoidkonzentrationen im Vollblut und oraler Flüssigkeit nach Administration von gerauchtem und vaporisiertem Cannabis bei gesunden Erwachsenen, die Cannabis selten nutzten. Im Rahmen von sechs doppelblinden ambulanten Sitzungen nahmen 17 gesunde Erwachsene, deren letzter Cannabiskonsum einen Monat zurücklag, Cannabis (THC-Dosen von 0,10 und 25mg) in gerauchter oder vaporisierter Form ein. Einzelproben von Vollblut und oraler Flüssigkeit wurden zu Beginn und während der ersten 8 Stunden nach Cannabisadministration entnommen und Cannabinoidkonzentrationen via ELISA und LC-MS-MS bestimmt (Sensitivität, Spezifität und Übereinstimmung zwischen beiden Resultaten wurden untersucht). Des Weiteren wurden subjektive, kognitive Leistungen und kardiovaskuläre Wirkungen beurteilt. Die höchsten Cannabinoidkonzentrationen wurden in Blut und oraler Flüssigkeit 10 Minuten nach Administration beobachtet. THC-, 11-OH-THC-, THCCOOH- und THCCOOH-Glukoronidkonzentrationen waren im Blut bei beiden Applikationsformen dosisabhängig, infolge Vaporisation jedoch höher als im Vergleich zum gerauchten Cannabis. In der oralen Flüssigkeit war THC länger messbar (verglichen mit dem Blut); THCCOOH-Nachweis war selten und sehr unregelmäßig. Der ELISA wies für Vollblut eine höhere Sensitivität bei vaporisiertem Cannabis und umgekehrt für die orale Flüssigkeit eine höhere Sensitivität bei gerauchtem Cannabis auf. Die Cannabiskonzentrationen in Blut/oraler Flüssigkeit waren schwach bis mäßig mit pharmakodynamischen Ergebnissen korreliert. Die Cannabis-Pharmakokinetik variiert je nach Inhalationsmethode und der untersuchten biologischen Matrix. Vaporisation scheint eine wirksamere Applikationsmethode zu sein, als Rauchen.  Doppelblinde ambulante Sitzungen17
28.     ArzneimittelsicherheitSicherheit und Pharmakokinetik THCAhmed et al. 2014Safety and pharmacokinetics of oral delta-9-tetrahydrocannabinol in healthy older subjects: a randomized controlled trialThe journal of the European College of Neuropsychopharmacology 24 (9), S. 1475–1482. DOI: 10.1016/j.euroneuro.2014.06.007„Sicherheit und Pharmakokinetik oralen THCs bei gesunden, älteren Probanden: eine randomisierte, kontrollierte Studie“   Eine randomisierte, doppelblinde, (double-dummy), Placebo kontrollierte Studie der Radboud Universität (Niederlande) untersuchte im Crossover Design die Sicherheit und Pharmakokinetik dreier Dosen Namisol ®, einer neuen THC in Tablettenform (3; 5; 6,5mg THC) bei 12 gesunden Probanden (mittleres Alter 72 Jahre). Die Daten eines Probanden wurden ausgeschlossen. THC war sicher und wurde gut toleriert. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schwindel (27%) und trockener Mund (11%). Die Teilnehmer berichteten unter THC 6,5mg mehr Nebenwirkungen als mit 3mg (p=0,048), 5mg (p=0,034) und Placebo (p=0,013). Die Plasmakonzentrationen von THC wiesen eine breite Streuung auf, das Maximum lag bei 1,42-4,57ng/ml zwischen 67-92 Minuten nach Einnahme. Insgesamt zeigten sich geringere pharmakodynamische Effekte im Vergleich zu bekannten Daten bei jüngeren Probanden. THC scheint bei gesunden Älteren sicher.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie12
29.     THC WirkungTHC, Wirkung auf den DopaminspiegelBossong et al. 2015Further human evidence for striatal dopamine release induced by administration of ∆9-tetrahydrocannabinol (THC): selectivity to limbic striatum      Psychopharmacology 232 (15), S. 2723–2729. DOI: 10.1007/s00213-015-3915-0.„Weitere Hinweise beim Menschen für das Freisetzen striatalen Dopamins induziert durch die Verabreichung von THC: Selektivität zum limbischen Striatum“   Eine Studie der Universität Utrecht (Niederlande) untersuchte die Effekte von THC auf die Freisetzung von Dopamin im Striatum des Menschen bei gesunden Probanden mittels PET. Die Verabreichung von THC führte zu einer signifikanten Reduktion von [(11)C]racloprid im limbischen Striatum (-3,65% von 2,39  ± 0,26 to 2,30 ± 0,23; p = 0.023), dies wäre bei einem Anstieg der Dopaminspiegel in dieser Region zu erwarten. Die Studie liefert einen Hinweis auf eine geringfügig gesteigerte Freisetzung von Dopamin im Striatum des Menschen nach Verabreichung von THC. Diese geringe Beeinflussung durch das Endocannabinoidsystem lasse an der Hypothese zweifeln, nach der hauptsächlich erhöhte striatale Dopamin Level nach Cannabis Konsum das Risiko erhöhten, an Schizophrenie zu erkranken.   Psychopharmacology 232 (15), S. 2723–2729. DOI: 10.1007/s00213-015-3915-0.Experimentale Studie
30.     HauterkrankungEpidermolysis bullosa, SchmerSchräder et al. 2019Combined tetrahydrocannabinol and cannabidiol to treat pain in epidermolysis bullosa: a report of three casesBr J Dermatol. 2019 Apr;180(4), S. 922-924. doi: 10.1111/bjd.17341Kombination von THC und CBD zur Behandlung von Schmerz bei Epidermolysis bullosa - 3 Fallberichte   Epidermolysis bullosa (EB) ist eine genetische, zu Bläschenbildung führende Störung und ist mit starken, durch die Pathologie und therapeutischen Eingriffe bedingten Schmerzen verbunden. Opioidbasierte Therapien unterstützen die Schmerzbehandlung bei EB, sind jedoch nicht dazu in der Lage eine adäquate Analgesie für einen signifikanten Anteil der Patienten zu gewährleisten. Cannabinoid-basierte Medikament (CBM) wurde in letzter Zeit zunehmend hinsichtlich schmerzhafter Zustände diverser Ätiologie untersucht und sind Anwärter einer neuen Dimension der Schmerzbehandlung bei EB. Diese Studie präsentiert drei Patienten mit EB, denen ein pharmazeutisches sublingual appliziertes CBM (THC und CBD enthaltend) verschrieben wurde. Alle drei Patienten berichteten von verbesserten Schmerz-Scores, reduziertem Pruritus und einer Reduktion der allgemeinen Medikamenteneinnahme.Fallbericht3
31.     SexualitätSexualität, Behandlung von FrigiditätAndrovicova et al. 2017Individual prolactin reactivity modulates response of nucleus accumbens to erotic stimuli during acute cannabis intoxication: an fMRI pilot study    Psychopharmacology (Berl). 2017 Jul;234(13) doi: 10.1007/s00213-017-4601-1„Die individuelle Prolactin-Reaktivität moduliert die Antwort des Nucleus accumbens auf erotische Stimuli während eines akuten Cannabis-Rausches – eine fMRI Pilot-Studie“   Die Studiengruppe um Renata Androvicova hypothetisierte, dass ein Cannabisrausch die Aktivierung von Gehirnarealen, welche auf visuelle Erotika ansprechen, steigert. Dies könnte von Nutzen für die Behandlung von Frigidität, einer Kondition, welche durch einen Mangel sexueller Bedürfnisse charakterisiert ist, sein. Ziel dieser Studie war es daher, die aphrodisierenden Eigenschaften von Cannabis zu untersuchen. An dieser open-label, randomisierten Studie nahmen 21 heterosexuelle Patienten mit gewöhnlichem Cannabiskonsum teil, welche in Abhängigkeit von dem Erleben eines aphrodisierenden Effektes während des Rausches in Gruppe A bzw. bei Ausbleiben eines solchen in die nicht-A-Gruppe eingeteilt wurden. Die Gehirnaktivität in Reaktion auf erotische Bilder wurde mittels eines 3T MRT gemessen. Zur Ermittlung der Cannabinoid-, Cortisol- und Prolactin-Serumlevel wurden Blutproben entnommen. Der Rausch erhöhte in Gruppe A die Aktivierung des rechten Nucleus accumbens signifikant und reduzierte die Aktivierung signifikant in der nicht-A-Gruppe. Des Weiteren kam es in der nicht-A-Gruppe zu erhöhten Prolaktin-Werten während des Rausches. Weder in Gruppe A noch in der nicht-A-Gruppe konnte ein Unterschied hinsichtlich des Einflusses des Rausches auf die subjektive Bildbewertung festgestellt werden. Ein Cannabis-Rausch erhöht die Aktivierung des rechten Nucleus accumbens in Folge eines erotischen Stimulus. Dieser Effekt ist jedoch auf Personen beschränkt, deren Prolaktinwerte in Reaktion auf den Rausch nicht erhöht sind. Dies könnte hilfreich bei der Behandlung von Frigidität sein.fMRI Pilot-Studie21