Übersicht Abstracts Krebs

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       Schmerz, KrebsChronischer Schmerz, Krebs, SchlafstörungPortenoy et al. 2012Nabiximols for opioid-treated cancer patients with poorly-controlled chronic pain: a randomized, placebo-controlled, graded-dose trialJ Pain. 2012 May;13(5), S. 438-49. doi: 10.1016/j.jpain.2012.01.003„Nabiximols für opioidbehandelte Krebspatienten mit schlecht-kontrolliertem chronischen Schmerz: randomisierte, placebokontrollierte, graded-dose Studie“   In Rahmen dieser Studie erhielten Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Zustand und opioidresistentem Schmerz ein Placebo oder Nabiximols in niedriger Dosis (1-4 Sprühstöße/Tag), mittlerer Dosis (6-10 Sprühstöße/Tag) oder hoher Dosis (11-16 Sprühstöße/Tag). Über die 5-wöchige Behandlungsdauer hinweg wurden durchschnittlicher Schmerz, stärkster Schmerz und Schlafstörungen täglich gemessen; andere Fragebögen bewerteten Lebensqualität und Stimmung. Von 360 teilnehmenden Patienten schlossen 263 die Studie ab. Zwischen den Gruppen bestanden keine Baseline-Unterschiede. Während die 30%-Ansprechrate keine Signifikanz für Nabiximols vs. Placebo aufwies, demonstrierte eine sekundäre kontinuierliche Analyse des durchschnittlichen täglichen Schmerzes (Baseline bis Ende der Studie), dass die Nabiximols dem Placebo gegenüber analgetisch insgesamt überlegen waren (insbesondere bei niedriger und mittlerer Dosis). In der Gruppe mit niedriger Dosierung waren die Ergebnisse für den mittleren durchschnittlichen Schmerz, mittleren stärksten Schmerz und mittlere Schlafstörung ähnlich. Andere Fragebögen wiesen keine signifikanten Gruppenunterschiede auf. Nebeneffekte waren dosisabhängig und fielen nur in der Gruppe mit hoher Dosierung negativ gegenüber dem Placebo auf. Nabiximols könnten ein nützliches add-on-Analgetikum für Patienten mit opioidresistente Schmerzen bei Krebspatienten sein. Diese Studie demonstrierte Wirksamkeit und Sicherheit bei niedriger und mittlerer Dosierung.Randomisierte, Placebo- kontrollierte Studie263
2.       KrebsSynthetisches CBD, KrebsKenyon et al. 2018Report of Objective Clinical Responses of Cancer Patients to Pharmaceutical-grade Synthetic CannabidiolAnticancer Res. 2018 Oct;38(10), S. 5831-5835. doi: 10.21873/anticanres.12924„Bericht über die objektive klinische Reaktion von Krebspatienten auf pharmazeutisches synthetisches CBD“   Ziel dieser Studie war es, die Wirkungen von pharmazeutischem, synthetischen Cannabis bei mehreren Krebspatienten zu bewerten. Es wurden die routinemäßig im Rahmen des Behandlungsprogrammes, über einen Zeitraum von 4 Jahren gesammelten Daten von 119 Krebspatienten analysiert. Bei 92% der 119 Fälle mit soliden Tumoren konnte eine klinische Reaktion, einschließlich der Reduktion von zirkulierenden Tumorzellen in vielen Fällen und der Reduktion der Tumorgröße in anderen Fällen, durch wiederholte Scans verzeichnet werden. Es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Pharmazeutisches synthetisches CBD ist ein Kandidat zur Behandlung von Brustkrebs- und Gliomapatienten.  Datenanalyse119
3.       KrebsEndometrialer KrebsAyakannu et al. 2018Cannabinoid receptor expression in estrogen-dependent and estrogen-independent endometrial cancerJ Recept Signal Transduct Res. 2018 Oct - Dec;38(5-6), S. 385-392. doi: 10.1080/10799893.2018.1531890„Cannabinoidrezeptor-Expression bei Östrogen-abhängigem und –unabhängigem endometrialem Krebs (EC)“   Diese Studie untersuchte die Unbeständigkeit des Ausmaßes der CB1- und CB2-Expression bei verschiedenen EC-Untersuchungen. Untersuchungen (qRT-PCR und Immunhistochemie (IHC)) endometrialer Biopsien von Frauen mit und ohne EC ergaben, dass die Transkriptionsniveaus von CB1 und CB2 bei Frauen mit EC signifikant erniedrigt waren (jeweils 90% bzw.   80%). Histomorphometrische Untersuchungen, bei denen es zur Verminderung der Färbeintensität bei allen EC-Typen kam, unterstützten diese Ergebnisse. Diese Daten suggerieren, dass der Verlust beider CB-Rezeptortypen potentiell in die Entwicklung bzw. Progression von EC involviert ist und diese sowohl als nützliche histologische Marker als auch therapeutische Ziele für die Behandlung oder Prävention von EC dienen könnten.   J Recept Signal Transduct Res. 2018 Oct - Dec;38(5-6), S. 385-392. doi: 10.1080/10799893.2018.1531890
4.       KrebsLebensqualität, Radiotherapie, Kopf- und NackenkrebsCôté et al. 2016Improving Quality of Life With Nabilone During Radiotherapy Treatments for Head and Neck Cancers: A Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trial    The Annals of otology, rhinology, and laryngology 125 (4), S. 317–324. DOI: 10.1177/0003489415612801.„Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie zur Wirkung von Nabilone auf die Lebensqualität während der Radiotherapie in der Behandlung von Kopf- und Nackenkrebs“   Eine Studie der Laval Universität in Kanada untersuchte die Effekte von Nabilone auf die Lebensqualität und Nebenwirkungen während der Radiotherapie in der Behandlung von Kopf- und Nackenkrebs anhand von 56 Patienten, mittels Fragebogen wurden Appetit, Übelkeit, Toxizität sowie Schmerzen erhoben vor der Radiotherapie, wöchentlich während der Radiotherapie und vier Wochen danach. Nabilone verlängerte die Zeit nicht bis zum Einsetzen einer Verschlechterung der Lebensqualität um 15% (p=0,4279) und war im Vergleich mit Placebo nicht besser in der Linderung der Schmerzen (p=0,6048), Übelkeit (p=0,7105), schlechter Stimmung (p=0,3214), des Appetitverlustes (p=0,3295), Gewichtsverlustes (p=1,454) oder Schlafes (p=0,4438). Nabilone bewirkte keine Verbesserung der Lebensqualität.   The Annals of otology, rhinology, and laryngology 125 (4), S. 317–324. DOI: 10.1177/0003489415612801.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie56
5.       KrebsSchmerz, KrebsLichtman et al. 2017Randomized, Placebo-Controlled Study of Nabiximols Oromucosal Spray as an Adjunctive Therapy in Advanced Cancer Patients with Chronic Uncontrolled PainJ Pain Symptom Manage. 2018 Feb;55(2), S. 179-188.e1. doi: 10.1016/j.jpainsymman.2017.09.001„Ergebnisse einer doppelt verblindeten, randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie über Nabiximol oromukosales Spray als unterstützende Therapie bei fortgeschrittenen Krebspatienten mit chronisch unkontrolliertem Schmerz“   Vorausgehende Phase 2/3 Studien fanden heraus, dass Cannabinoide zusätzliche analgetische Effekte auf unkontrollierten Schmerz bei fortgeschrittene Krebspatienten haben könnten. Diese Phase-3-Studie beurteilte die Wirkung von Nabiximol (Sativex®; THC und CBD) als Zusatztherapie bei Krebspatienten mit durch optimierte Opioidtherapie nicht verbesserten chronischen Schmerz. Teilnehmende Patienten mit fortgeschrittenem Krebs und Scores von ≥4 und ≤8 auf einer numerischen Skala zur Bewertung des durchschnittlichen Schmerzes erhielten randomisiert Nabiximol (n = 199) oder Placebo (n = 198), welches sie über eine zweiwöchige Periode selbst titrierten; es schloss sich eine dreiwöchige Behandlungsperiode mit der titrierten Dosis an. Die medianen prozentualen Verbesserungen der numerischen Skala von Beginn bis zum Ende der Behandlung betrugen 10,7% vs. 4, 5% für Nabiximol vs. Placebo in der „Intention to treat population“ und 15,5% vs. 6,3% für Nabiximol bs. Placebo in der „per-protocol population“. Nabiximol war dem Placebo in Woche drei bei 2/3 Lebensqualitätsmessungen und in Woche 5 bei 3/3 Lebensqualitätsmessungen statistisch überlegen. Post-Hoc-Analysen ergaben, dass US-Patienten, jedoch nicht Patienten aus anderen Ländern, in Bezug auf mehrere sekundäre Endpunkte einen signifikanten Nutzen aus der Nabiximol-Behandlung zogen. Mögliche hierzu beitragende Faktoren sind die niedrigeren Opioiddosen zu Therapiebeginn bei US-Teilnehmer und die unterschiedlicher Verteilung der Schmerztypen in den Subgruppen (vermutlich aufgrund von Unterschieden in der Pathophysiologie des Schmerzes). Das Sicherheitsprofil von Nabiximol entsprach dem vorangegangener Studien. Auch wenn Nabiximol in Bezug auf primäre Wirksamkeitsendpunkte dem Placebo nicht überlegen war, wies es jedoch Nutzen hinsichtlich zahlreicher sekundärer Endpunkte auf (insbesondere in den USA). Nabiximol könnte bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, welche niedrigere Opioiddosen erhalten, von Nutzen sein.   J Pain Symptom Manage. 2018 Feb;55(2), S. 179-188.e1. doi: 10.1016/j.jpainsymman.2017.09.001Doppelt verblindete, randomisierte, Placebo-kontrollierten Studie397
6.       KrebsGliomReblin et al. 20019Medical Cannabis Use in Glioma Patients Treated at a Comprehensive Cancer Center in FloridaJ Palliat Med. 2019 May 13. doi: 10.1089/jpm.2018.0528„Einsatz medizinischen Cannabis‘ bei Gliom-Patienten eines „Comprehensive Cancer Centers“ in Florida“   Ziel dieser Studie war es die Prävalenz der Cannabisnutzung (auf Empfehlung eines Arztes als auch Selbstmedikation) zu bestimmen und die assoziierten Risiken und Nutzen bei Gliom-Patienten zu evaluieren. Daten einer Umfrage (Wissen und Einstellung gegenüber medizinischem Cannabis, Nutzung, Frequenz, Typ, Quelle, Nutzungsgründe, Symptomlinderung) wurden gesammelt und deskriptive Analysen durchgeführt. Teilnehmer waren erwachsen, englisch-sprechend und waren wegen primärem, nicht-rezidivem malignem Gliom in neuro-onkologischen Kliniken eines „Comprehensive Cancer Canters“ in Behandlung. Der Mehrheit der 73 teilnehmenden Patienten war bewusst, dass medizinisches Cannabis in den Staaten legal ist, die meisten hatten dies über Medien erfahren. Mehr als 70% gaben an, die Nutzung medizinisches Cannabis‘ in Betracht gezogen zu haben, ein Drittel berichtete Cannabisprodukte nach ihrer Diagnose genutzt zu haben. Nur die Hälfte der Cannabisnutzer folgte hierbei der Empfehlung eines Arztes. Im Allgemeinen berichteten die Cannabisnutzer einen Nutzen aus dem Konsum zu ziehen. Im Zusammenhang mit der zunehmenden nationalen Konversation, welche die Cannabislegalisierung begleitet, nutzen Gliom-Patienten Cannabis zur Behandlung ihrer Symptome. Weitere Nachforschungen und Aufklärung ist erforderlich.Umfrage73