Übersicht Abstracts MS und Spatsik

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       Multiple SkleroseDronabinol, neuropathische Schmerzen, Multiple SkleroseSchimrigk et al. 2017Dronabinol Is a Safe Long-Term Treatment Option for Neuropathic Pain PatientsEuropean Neurology 78 (5-6), S. 320–329. DOI: 10.1159/000481089„Dronabinol stellt eine sichere Langzeitbehandlung für Patienten mit neuropathischem Schmerz dar“   Die Wirkung von Dronabinol auf neuropathischen Schmerz wurde In einer Placebo-kontrollierten Phase 3 Studie mit 240 Patienten mit Multipler Sklerose über 16 Wochen untersucht, im Anschluss folgte eine unverblindete Periode über 32 Wochen. 100 Patienten setzten die Therapie für bis zu 119 Wochen fort. Primärer Endpunkt der Studie war der Unterschied zwischen der Schmerzstärke. Die Sicherheit wurde anhand von Nebenwirkungen und Zeichen für Abhängigkeit oder Missbrauch erhoben. Die Schmerzstärke zeigte sich im Verlauf mit Placebo und Dronabinol reduziert um 1,81 und 1,92 Punkte ohne signifikanten Unterschied (p=0,676). Im Vergleich zu Placebo zeigte sich unter Dronabinol eine höhere Rate an Nebenwirkungen (25,9 vs. 50%), die sich im Langzeitgebrauch von Dronabinol aber reduzierte auf 26%. Zeichen für einen Missbrauch der Droge traten nicht auf und nur ein möglicher Fall einer Abhängigkeit. Dronabinol stellt eine sichere Option in der Langzeitbehandlung des neuropathischen Schmerzes bei MS dar.Placebo-kontrollierte Phase 3 Studie240
2.       Multiple SkleroseSativex, Multiple Sklerose, neuropathische SchmerzenLangford et al. 2013  A double-blind, randomized, placebo-controlled, parallel-group study of THC/CBD oromucosal spray in combination with the existing treatment regimen, in the relief of central neuropathic pain in patients with multiple sclerosis.Neurol. 2013 Apr;260(4):984-97. doi: 10.1007/s00415-012-6739-4.„THC/CBD Spray zur Verbesserung des neuropathischen Schmerz bei Patienten mit Multipler Sclerose – doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie“   Eine doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte, Parallele Gruppen Studie mit oromukosalem THC/CBD Spray in Kombination mit bestehenden Behandlungsregimen zur Linderung zentraler neuropathischer Schmerzen bei Patienten mit Multiple Sklerose. Es handelt sich um die erste Phase 3 Placebo kontrollierte Studie. Von 339 Patienten, die unter bestehender Therapie keine ausreichende Analgesie erreicht haben, wurden 172 mit Placebo und 167 mit THC/CBD Spray als Zusatztherapie doppelblind für 14 Wochen behandelt, danach folgte eine 18 wöchige Entzugsstudie, wobei in den ersten 14 Wochen nicht verblindet behandelt wurde und in den letzten 4 Wochen erfolgte der Entzug doppelblind für 58 verbliebene Patienten mit den Endpunkten Therapieversagen und anhaltende Wirksamkeit. Der Unterschied von 5% in den Anteilen der Responder im Vergleich von Placebo und THC/CBD Spray genügte nicht, um den primären Endpunkt der Responder Analyse mit dem Level von 30% zu erfüllen. In Woche 10 hingegen zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil für THC/CBD (p=0,046). Während der Entzugsphase der Studie zeigte sich ein signifikanter Unterschied im Vergleich der Zeiten bis zum Therapieversagen zwischen Placebo mit 57% und THC/CBD Spray mit 24% der Patienten (p=0,04). Die mittlere Veränderung von der Baseline in der Schmerz NRS (p=0,028) und Schlafqualität NRS (p=0,015) war auch statistisch signifikant im Vergleich, mit einem geschätzten Unterschied der Behandlung von entsprechend -0,79 und 0,99 Punkten mit Vorteil bei THC/CBD Spray. Fazit: Die Ergebnisse dieser Studie waren nicht eindeutig. Der Anteil an Respondern war in beiden Gruppen, Placebo und THC/CBD Spray, ähnlich ausgeprägt. Im Gegensatz dazu wurde in Phase B der Studie ein deutlicher Effekt gezeigt, mit der verlängerten Zeit bis zum Versagen der Therapie in der THC/CBD Spray Gruppe im Vergleich zu Placebo.  Doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie339
3.       Multiple Sklerose, SpastikMS mit therapieresistenter SpastikSquintani et al. 2016Cortical and spinal excitability in patients with multiple sclerosis and spasticity after oromucosal cannabinoid sprayJournal of the neurological sciences 370, S. 263–268. DOI: 10.1016/j.jns.2016.09.054.„Kortikale und spinale Erregbarkeit bei Patienten mit Multiple Sklerose und Spastik nach oromucosalem cannabinoid Spray“   Wir wollten die Mechanismen hinter der Modulation der spastischen Hypertonie durch Sativex untersuchen auf kortikaler und spinaler Ebene mittels einer umfassenden neurophysiologischen Testbatterie. 19 Patienten mit MS und therapieresistenter Spastik wurden rekrutiert. Vor und nach vierwöchiger Behandlung mit Sativex wurden die Patienten klinisch beurteilt mit der Modified Ashworth Scale (MAS) und nahmen Teil an einer umfassenden neurophysiologischen Untersuchung zur Messung der Erregbarkeit und Hemmung kortikaler (intrakortikale facilitation (ICF), short (SICI) und long (LICI) intrakortikale Inhibition, kortikale silent period (CSP)) und spinaler Ebenen (H-reflex, H/M ratio und recovery curve des H-Reflexes (HRC)). Eine Gruppe von 19 gesunden Probanden diente als Kontrolle. Nach der Behandlung mit Sativex wurde eine signifikante Reduktion im MAS Score entdeckt. Im Unterschied zur Kontrollgruppe wurde vor Behandlung eine Verstärkung der late facilitatory phase des HRC bei den MS Patienten aufgezeichnet, die sich nach der Behandlung normalisierte. SICI und LICI waren signifikant höher bei den Patienten. Nach der Therapie zeigte sich eine signifikante Stärkung der Hemmung (reduzierte LICI) und eine nicht signifikante Beförderung (leicht erhöhte ICF), was für einen modulierenden Effekt von Sativex auf verschiedene Leitungsbahnen spricht, überwiegend vom hemmenden Typ. Die Sativex Behandlung wurde gut toleriert, Beschwerden gab es nur von 3 Patienten mit Übelkeit und einem bitteren Geschmack im Mund. Unsere Ergebnisse bestätigen den klinischen Vorteil von Sativex auf die spastische Hypertonie und zeigen, dass es wohl kortikale und spinale Kreisläufe moduliert, durch Erregung und Hemmung. Wir vermuten, dass der klinische Vorteil wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Netto-Verstärkung der Hemmung auf kortikaler Ebene einhergeht, die wiederum die Erregbarkeit der spinalen Ebene beeinflussen mag. Durchgeführt wurde die Studie in Italien in der neurologischen Abteilung des Krankenhauses Verona.   19
4.       Multiple Sklerose, Schlaf, SpastikWirksamkeit, Sicherheit, Spastik, SchlafqualitätHaupts et al. 2016Influence of Previous Failed Antispasticity Therapy on the Efficacy and Tolerability of THC:CBD Oromucosal Spray for Multiple Sclerosis SpasticityEuropean neurology 75 (5-6), S. 236–243. DOI: 10.1159/000445943“Einfluss vorheriger gescheiterter antispastischer Therapie bei MS auf die Wirksamkeit und Tolerierbarkeit von THC:CBD Spray (Sativex)“   Eine Studie der Klinik Isselburg-Anholt untersuchte den Einfluss vorheriger gescheiterter antispastischer Behandlung bei MS auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Zusatztherapie mit THC:CBD Spray in einer Post hoc Analyse. Eingeschlossen wurden Patienten mit zumindest einem gescheiterten Versuch (Gruppe 1=162) oder zwei gescheiterten Versuchen (Gruppe 2=57). Über alle Gruppen zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Spastizität im Vergleich von Placebo und THC:CBD Spray, sowie bei einer Verbesserung um mindestens 18% und 30% im Vergleich zur Ausgangslage. THC:CBD verbesserte die zur Spastik gehörende Symptomatik wie Schlafqualität und die Zeit für 10m Gehen unabhängig von der Anzahl vorheriger gescheiterter Behandlungsversuche. Die Tolerierbarkeit von THC:CBD wurde durch die Vorbehandlung nicht beeinflusst. THC:CBD sorgte für anhaltende Besserung bei guter Tolerierbarkeit bei MS Patienten mit Spastik unabhängig von ihrer Vorbehandlung der Spastik. .Placebo kontrollierte Studie219
5.       Multiple Sklerose, SpastikSpastik, MS, WirksamkeitLeocani et al. 2015Sativex(®) and clinical-neurophysiological measures of spasticity in progressive multiple sclerosisJournal of neurology 262 (11), S. 2520–2527. DOI: 10.1007/s00415-015-7878-1.„Sativex und klinisch neurophysiologische Marker der Spastik bei progressiver Multipler Sklerose“ Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie des Instituts für experimentelle Neurologie in Milan (Italien) untersuchte im Crossover Design anhand von 34 Patienten (6 Abbrüchen und 4 Ausschlüssen) mit progressiver MS und Spastik in den Beinen die Wirksamkeit von Sativex. In den neurophysiologischen Markern (kortikospinale Erregbarkeit, Dehnungsreflex) zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Behandlung und korrelierten nicht mit dem klinischen Ansprechen. Ein Ansprechen auf die Therapie (mindestens 20% Verbesserung) war mit Sativex signifikant häufiger als mit Placebo (50 vs 23,5%; p=0,041). Die Nebenwirkungen unterschieden sich nicht.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie34
6.       Multiple Sklerose, SpastikSpastikNovotna et al. 2011A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, enriched-design study of nabiximols* (Sativex(®) ), as add-on therapy, in subjects with refractory spasticity caused by multiple sclerosisEuropean journal of neurology 18 (9), S. 1122–1131. DOI: 10.1111/j.1468-1331.2010.03328.x.„Eine zweiteilige, randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie (enriched-design) mit Nabiximols als Zusatztherapie bei Patienten mit Multiple Sklerose und refraktärer Spastik „   Im Rahmen einer 19-wöchigen multizentrums Studie in Tschechien wurden Multiple Sklerose Patienten mit Spastik, die nicht auf leitliniengerechte Therapie ansprach, zusätzlich mit Nabiximols (Sativex) behandelt; zuerst alle Teilnehmer 4 Wochen einfach blind und doppelblind fortgesetzt die Teilnehmer, die eine Besserung der Spastik um mehr als 20% erreichten. Von den 572 eingeschlossenen Teilnehmern wurden 241 in der zweiten Phase randomisiert. In der Intention to Treat Analyse zeigte sich Nabiximols hoch signifikant im Vorteil bei der Behandlung von Spastik im Vergleich zu Placebo (p=0,0002). Außerdem zeigte sich Nabiximols vorteilhaft in der Zahl der Responder, der Häufigkeit von Krämpfen, Schlafstörungen und einer klinischen Einschätzung der Veränderung. Unter den Patienten, die auf Nabiximols ansprechen (272; 47,6%), scheint sich Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zu bestätigen.Randomisierte, doppelblinde, Placebo- kontrollierte Studie241
7.       Multiple SkleroseMS, Schmerz, Spastizität, Schlaf, Medikamentensubstitution, SymptomverbesserungMcCormack et al. 2019Multiple Sclerosis and Use of Medical Cannabis: A Retrospective Review Evaluating Symptom OutcomesNeurology, 92 (15 Supplement) P5.2-106„Multiple Sklerose und Medizinisches Cannabis - Retrospektive Review zur Evaluation der Symptomresultate“   Das Ziel dieser retrospektiven Chart-Review war es, die Rolle medizinischen Cannabis‘ im Rahmen der Symptomverbesserung bei Patienten mit MS zu untersuchen. Des Weiteren wurde versucht, Daten zu weiteren relevanten Wirkungen im Zusammenhang mit der Cannabisnutzung zu sammeln, um so das Verständnis des potentiellen Nutzens dieser ergänzenden Therapie zu verbessern. An der Studie nahmen 77 Patienten mit diagnostizierter MS, bei denen zum Symptom-Management eine Therapie mit medizinischem Cannabis durchgeführt wurde, teil (w=53, m=24, durchschnittliches Alter=49 ±12 Jahre). Nach Beginn der Cannabisbehandlung wurden während der ersten vier Termine eine Vielzahl subjektiver und objektiver Variablen in Bezug auf die Linderung der MS-Symptome gesammelt. Zudem wurde eine Querschnitts-Review zu den von den Patienten ausgefüllten Selbstbewertungsskalen durchgeführt, um grob die Änderungen der mentalen Gesundheit abschätzen zu können. Die subjektiven Verbesserungen waren erheblich, wobei Symptomlinderung v.a. in Bezug auf Schmerz (71%), Spastizität (43%) und Schlaf (42%) zu vermerken waren. Des Weiteren war es 34% der Patienten möglich weitere Medikamente (Opioide, Stimulantien, Benzodiazepine) zu reduzieren oder abzusetzen, was auf eine Verbesserung der entsprechenden Symptome hinweist. Insgesamt wurde das Cannabis wurde gut vertragen; die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung war Somnolenz (6%). Über die durchschnittlich 335 Therapietage kam es zu keinen signifikanten Gewichtsveränderungen. Eine geringe Abbruchrate war zu verzeichnen, hauptsächlich aufgrund von Kosten (36%) und Wirkungsmangel (36%). Insgesamt führte die medizinische Cannabisbehandlung (bei guter Verträglichkeit) zur Verbesserung der Symptome und ermöglichte die Reduktion bzw. das Absetzen von Opioiden, Stimulantien und Benzodiazepinen. Weiterführende kontrollierte Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und verdeutlichen.    Review 
8.       Multiple SkleroseGrundforschung Multiple SkleroseSantoro et al. 2017Sativex® effects on promoter methylation and on CNR1/CNR2 expression in peripheral blood mononuclear cells of progressive multiple sclerosis patientsJournal of the neurological sciences 379, S. 298–303. DOI: 10.1016/j.jns.2017.06.017.„Effekte von Sativex auf die Methylierung von Promotern und CNR1/CNR2 Expression in Monozyten des peripheren Bluts von Patienten mit progressiver Multipler Sklerose“   Eine Studie der Universität Gemelli in Rom untersuchte die Expression von Cannabinoid Rezeptoren in einer Gruppe von Patienten mit progressiver Multipler Sklerose, die zum Zeitpunkt der Behandlung mit Sativex auch mit Interferon beta 1b behandelt wurden oder nicht, entweder noch nicht (n=11) oder nicht mehr (n=12). Es zeigte sich kein Unterschied in der Methylierung der CNR1/CNR2 Promoter Regionen im Vergleich der drei Gruppen. Außerdem unterschied sich die Expression von CNR1/CNR2 nicht unter denen, die nicht länger mit Interferon behandelt wurden oder noch gar nicht, jedoch zeigte sich unter den Patienten die Sativex und Interferon zugleich erhielten eine Reduktion der CNR2 Expression. Die unterschiedliche Expression von Cannabinoid Rezeptoren mit Sativex scheint durch InterferonExperimentale Studie 
9.       Multiple SkleroseMultipler Sklerose, Neuropathischer Schmerz, Nabilone in Kombination mit GabapentinTurcotte et al. 2015Nabilone as an adjunctive to gabapentin for multiple sclerosis-induced neuropathic pain: a randomized controlled trialPain medicine (Malden, Mass.) 16 (1), S. 149–159. DOI: 10.1111/pme.12569.„Nabilone als begleitende Therapie von Gabapentin bei MS induzierten neuropathischem Schmerz: eine randomisierte kontrollierte Studie“   Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Universität Manitoba (Canada) untersuchte anhand von 15 MS Patienten (relapsing remitting) mit neuropathischem Schmerz (NPP) die Wirksamkeit von Nabilone in Kombinatinon mit Gabapentin (GBP), die trotz 1800mg/d GBP nur ungenügend Linderung erfuhren. Nabilone wurde innerhalb der ersten vier Wochen titriert (0,5mg/Woche gesteigert) und in den folgenden fünf Wochen zweimal täglich 1mg oral verabreicht. Primär wurden Schmerzstärke (VASpain) und der Einfluss der Schmerzen auf tägliche Aktivitäten (VASimpact) anhand einer visuellen Analogskala erfasst. Im Verlauf zeigte sich eine signifikante Reduktion von VASpain und VASimpact mit Nabilone im Vergleich zu Placebo. Nabilone wurde gut toleriert, die häufigste Nebenwirkung stellte Schwindel dar. Nabilone erwies sich in Kombination mit GBP als effektiv bei MS Patienten mit NPP.Randomisierte- kontrollierte Studie15
10.     Multiple SkleroseProgression der MS, CUPID,Ball et al. 2015The Cannabinoid Use in Progressive Inflammatory brain Disease (CUPID) trial: a randomised double-blind placebo-controlled parallel-group multicentre trial and economic evaluation of cannabinoids to slow progression in multiple sclerosis  Health technology assessment (Winchester, England) 19 (12), vii-viii, xxv-xxxi, 1-187. DOI: 10.3310/hta19120.„Der Cannabinoid Gebrauch bei progressiver entzündlicher Hirnerkrankungen (CUPID): eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte parallelgruppen Multizentrumsstudie und die ökonomische Beurteilung der Cannabinoide in Bezug auf die Verlangsamung der Progression bei Multipler Sklerose“   Ein randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Plymouth Universität (UK) untersuchte, ob orales THC den Verlauf bei progressiver Multipler Sklerose verlangsamt, sowie die Sicherheit der Verabreichung des Cannabinoids. Die Patienten wurden mit einem 2:1 Verhältnis zu THC (maximal 28mg/d oral) oder Placebo randomisiert. Die Evaluation der Patienten fand nach drei Monaten, sechs Monaten und dann halbjährlich statt bis zur Vollendung von 36 oder 42 Monaten. Primäre Endpunkte waren die Zeit bis zum Fortschreiten der Behinderung (Expanded Disability Status Scale) und die Veränderung in einer Skala zur Einschränkung durch Multiple Sklerose (MSIS-29v2), außerdem wurden weitere Angaben durch Patienten und Kliniker erhoben, sowie MRT Untersuchungen beurteilt. Zur ökonomischen Beurteilung gehörten die Schätzung der durchschnittlichen Kosten pro Patienten und die Lebensqualität (quality adjusted life years QALYs). Von der 498 Patienten wurden nur 5 nicht ausgewertet, 332 wurden der THC Gruppen und 166 der Placebo Gruppe zugeordnet. Es zeigten sich keine signifikanten Effekte in der Behandlung. Die Hazard Rate des EDSS (Aktiv:Placebo) lag bei 0,92 (95% CI 0,68 bis 1,23) und der Unterschied beim MSIS bei -0,9 Punkten (95% CI -2,0 bis 0,2). Zumindest einmalig zeigte sich eine schwere Nebenwirkung bei 35% in der THC Gruppen und 28% in der Placebo Gruppe. Die geschätzten Mehrkosten pro Patienten im Vergleich zur Standardtherapie der NHS lag über drei Jahren bei 27.443,20 Pfund. In der Lebensqualität zeigte sich kein Unterschied. Die Intervention führte zu erheblichen Zusatzkosten ohne Nutzen in der Behandlung. Die Teilnehmer in dieser Studie waren stärker eingeschränkt als in vorherigen Studien und zeigten eine geringere Verschlechterung im Verlauf, was die Chance einen möglichen Behandlungseffekt zu erkennen verringerte.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie493
11.     Spastik, Multiple SkleroseSativex, Multiple Sklerose, SpastikMarkovà et al. 2018Sativex® as Add-on therapy Vs. further optimized first-line ANTispastics (SAVANT) in resistant multiple sclerosis spasticity: a double-blind, placebo-controlled randomised clinical trial  Int J Neurosci. 2019 Feb;129(2):119-128. doi: 10.1080/00207454.2018.1481066..„Sativex als add-on im Vergleich mit optimierter first-line Therapie bei persistierender Spastik bei MS: ein doppelblinde, Placebo kontrollierte, randomisierte klinische Studie.“   In der zweiphasigen klinischen Studie wurden 191 Patienten in der ersten Phase eingeschlossen und 106 initialen Respondern in der zweiten ermittelt, von denen 53 nach Randomisierung Placebo erhielten und 53 THC/CBD Spray für 12 Wochen. Der Anteil klinisch relevanter Responder nach 12 Wochen (Verbesserung NRS um 30% oder mehr; primärer Endpunkt) war signifikant größer mit THC/CBD Spray als mit Placebo (77,4 vs 32,1%; P<0,0001). Im Vergleich mit Placebo verbesserte THC/CBD Spray auch sekundäre Endpunkte signifikant: Veränderungen in der mittleren Spastik NRS (P<0,0001), durchschnittlicher Schmerz NRS (P=0,0013) und mittlere modifizierte Ashworth Skala Werte (P=0,0007) von der baseline der zweiten Phase bis zu Woche 12. Nebenwirkungen traten nur in milder oder moderater Form auf. Die Zusatztherapie von THC/CBD Spray sorgte für mehr und klinisch relevante Verbesserung von persistierender Spastik bei MS im Vergleich mit einer angepassten first-line Therapie ohne Zusatz.Doppelblinde, Placebo kontrollierte, randomisierte Studie191
12.     Spastik, Multiple SkleroseSativex, CBD, THC, Multiple Sklerose, SpastikContin et al. 2018Tetrahydrocannabinol/Cannabidiol Oromucosal Spray in Patients With Multiple Sclerosis: A Pilot Study on the Plasma Concentration-Effect Relationship.Clin Neuropharmacol. 2018 Jul 18. doi: 10.1097/WNF.0000000000000294„Ein Pilotversuch zu THC/CBD Spray bei Patienten mit Multiple Sklerose und der Beziehung von Plasma Konzentration und Effekt“   In einer nicht verblindete, prospektive Pilotstudie wurden 12 MS Patienten mit Multipler Sklerose rekrutiert. Die Patienten erhielten zwei Dosen des THC/CBD Sprays im Abstand von 15 Minuten. Venöse Blutproben wurden vor der ersten Verabreichung und im Verlauf entnommen, außerdem wurde simultan die Spastik erhoben mittels einer Numerical Rating Scale, sowie Haltungs- und Bewegungstest durchgeführt. Nach Verabreichung reduzierten sich die NRS Werte des Medians von 6 auf 3,5 (p<0,001). Zwischen den intrasubjektiven NRS Medianen und den entsprechenden Plasma Werten von THC (p<0,01) und CBD (p<0,002) besteht eine signifikante, negative (umgekehrte) Korrelation. Die Haltungs- und Bewegungstest ergaben keine signifikanten Effekte. Eine subakute Dosierung von THC/CBD Spray kann einen subjektiv klinischen, signifikanten Effekt auf die Spastik bei MS haben kann..Nicht verblindete, prospektive Studie12
13.     SpastikWirksamkeit, Nabiximols, ALS, primäre laterale SkleroseRiva et al. 2019Safety and efficacy of nabiximols on spasticity symptoms in patients with motor neuron disease (CANALS): a multicentre, double-blind, randomised, placebo-controlled, phase 2 trialThe Lancet. Neurology 18 (2), S. 155–164. DOI: 10.1016/S1474-4422(18)30406-X„Sicherheit und Wirksamkeit von Nabiximols in der Behandlung der Spastik bei Patienten mit einer Erkrankung der Motorneuronen: eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie in Phase 2“   Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Universität Milan (Italien) untersuchte die Wirksamkeit von Nabiximols (2,7mg THC und 2,5mg CBD) bei Patienten mit Erkrankung der Motorneuronen (ALS oder primäre laterale Sklerose). Während der ersten beiden Wochen titrierten die Patienten selbständig (maximal 12 Hübe pro Tag) und behielten die gefundene Dosierung für weitere vier Wochen. Die Spastizität wurde mittels Ashworth Scale zu Beginn und Ende nach erhoben, eingeschlossen und ausgewertet wurden die Daten von 59 Probanden (n=29 nabiximols). Im Mittel zeigte sich in der Nabiximols Gruppe eine Verbesserung um 0,11 Punkte (SD 0,48) in der Asworth Scale, während sich die Placebo Gruppe um 0,16 (SD 0,47) verschlechterte (geschätzter Effekt -0,32 [95%CI -0,57 bis -0,069]; p=0,013). Nabiximols wurde gut toleriert und kein Patient verließ die Studie vorzeitig. Nabiximols zeigte sich vorteilhaft in der Behandlung der Spastik bei Patienten mit Erkrankungen der Motorneuronen bei akzeptabler Sicherheit.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie59
14.     Spastik, Multiple skleroseTHC, CBD, Placebo, MS, SpastikenVaney et al. 2004Efficacy, safety and tolerability of an orally administered cannabis extract in the treatment of spasticity in patients with multiple sclerosis: a randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover studyMult Scler. 2004 Aug;10(4), S. 417-24„Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Cross-over-Studie zur Ermittlung von Wirksamkeit, Sicherheit und Erträglichkeit eines oralen Cannabisextraktes zur Behandlung von Spastiken bei MS“   Diese Studie untersucht den Effekt oral administrierten Cannabisextraktes bei Patienten mit schwer zu kontrollierender Spastizität. 57 Patienten erhielten Kapseln mit 2,5 mg THC und 0,9mg CBD oder Placebos. Gruppe A erhielt ansteigend (um 5mg pro Tag) 15 bis maximal 30mg THC - sofern toleriert -und erhielt das Placebo nach 14 Tagen. Patienten der Gruppe B erhielten zunächst für 7 Tage das Placebo, wechselten dann zur 14-tägigen aktiven Periode (Dosissteigerung wie in Gruppe A) und endeten mit einer 3-tägigen Placeboperiode. Die Datenerhebung schloss tägliche Patientenberichte zu Frequenz und Symptomen der Spastiken, die Ashworth-Skala, den Rivermead Mobility Index, 10-m timed walk, ninehole peg test, den paced auditory seral addition test (PASAT) und den digit-span-Test ein. Bei den 50 Patienten, die in das „Intention-to-treat-Analysis“-Set eingeschlossen wurden, konnten zwischen aktivem Medikament und Placebo keine statistisch signifikanten Unterschiede, aber ein Trend zugunsten des aktiven Medikaments in Bezug auf Spastikfrequenz, Beweglichkeit und Schlaf festgestellt werden. Bei den 37 Patienten (per-protocol-set), die mindestens 90% ihrer verschriebenen Dosis erhielten, kam es zu Verbesserungen der Spastikfrequenz (P = 0,013) und Beweglichkeit (P = 0,01). Ein Patient, der fiel und aufhörte zu laufen, wurde ausgeschlossen. Milde Nebenwirkungen waren geringfügig häufiger bei aktiver Behandlung und toxische Symptome (milder Natur) traten während der aktiven Phase deutlicher hervor. Ein standardisierter Cannabisextrakt könnte bei MS-Patienten mit persistenter behandlungsresistenter Spastik die Spastikfrequenz senken und die Beweglichkeit steigern, wobei die Nebenwirkungen erträglich sind.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Cross-over-Studie57
15.     Spastik, Multile skleroseTHC, Spastizität, neuropathischer Schmerz, Multiple Sklerosevan Amerongen et al. 2018Effects on Spasticity and Neuropathic Pain of an Oral Formulation of Δ9-tetrahydrocannabinol in Patients WithProgressive Multiple SclerosisClinical therapeutics 40 (9), S. 1467–1482. DOI: 10.1016/j.clinthera.2017.01.016.„Die Wirkung einer oralen Applikation von THC auf Spastizität und neuropathischem Schmerz bei Patienten mit progressiver Multipler Sklerose“   Eine Studie aus den Niederlanden untersuchte die Wirksamkeit von THC anhand von 24 Patienten mit progressiver Multipler Sklerose, neben pharmakologischen Parametern wurden Schmerzstärke, Spastizität und Nebenwirkungen erhoben im Rahmen eines vierwöchigen, randomisierten, Placebo kontrollierten Versuchs. Klinisch zeigten sich Schmerzen und Spastizität signifikant verringert, jedoch nicht anhand der subjektiven Symptomtagebücher. In kognitiven Tests zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Vergleich von Placebo und THC. THC wurde gut toleriert und wies ein stabiles pharmakokinetisches Profil auf.    Randomisierter, Placebo kontrollierter Versuch24
16.     StressPsychosozialer StressChilds et al. 2017Dose-related effects of delta-9-THC on emotional responses to acute psychosocial stress  Drug Alcohol Depend. 2017 Aug 1;177:136-144. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2017.03.030.  „Dosisabhängige Effekte von THC auf die emotionale Reaktivität in Folge psychosozialen Stresses“   In einer randomisierten, doppelblinden Studie der Universität Chicago wurde die Wirkung von THC in unterschiedlichen Dosen (0; 7,5 und 12,5mg) auf die emotionale Reaktion in Folge eines psychosozialen Stressoren (Trier social stress test: TSST) anhand von gesunden Probanden untersucht. Gemessen wurden subjektive Stimmung, Drogeneffekte, Vitalparameter und Cortison im Speichel vor der Einnahme und mehrmals danach. Im Vergleich mit Placebo reduzierten 7,5mg THC den subjektiv beobachteten Stress nach dem TSST und minderten die Einschätzung der Aufgabe als bedrohlich oder herausfordernd. Im Gegensatz dazu steigerten 12,5mg THC insgesamt die negative Stimmung, sowohl vor der Aufgabe als auch währenddessen, außerdem wurde die Leistung gemindert und die Reaktivität des Blutdrucks gemildert. In geringer Dosis produziert THC Stress abbauende Effekte, kann aber in höherer Dosis zu negativer Stimmung führen.Randomisierte doppelblinde Studie42
17.     Spastik, Multiple SkleroseCannabis, THC, CBD, oromukosales Spray, MS, SpastikenKoehler et al. 2014Clinical experience with THC:CBD oromucosal spray in patients with multiple sclerosis-related spasticityInt J Neurosci. 2014 Sep;124(9), S. 652-6. doi: 10.3109/00207454.2013.877460„Klinische Erfahrung mit einem THC/CBD oromukosalem Spray bei Patienten mit MS-assoziierten Spastiken“   Diese Studie detaillierter, medizinischer Daten, durchgeführt an einer MS-Klinik in Deutschland, evaluierte die Wirksamkeit von THC/CBD als oromukosales Spray bei MS-Patienten mit resistenten Spastiken. Über einen 15-monatigen Zeitraum begannen 166 Patienten die Therapie mit dem THC/CBD-Spray; die Nachfolgeuntersuchung fand durchschnittlich nach 9 Monaten statt. Insgesamt behielten 120 Patienten die Behandlung bei einer Ansprechrate von 72% bei. Das THC/CBD-Spray wurde bei 95 Patienten als add-on-Therapie und bei 25 Patienten als Monotherapie angewandt, um bestmögliche therapeutische Resultate zu erzielen. Unter den Respondern sank der Score der numerischen Bewertungsskala (NRS; 0-10 Punkte) um 57% (von 7,0 Punkten vor der Behandlung auf 3,0 während der ersten 10 Tage der Behandlung). Die durchschnittliche Dosis betrug 4 Sprühstöße pro Tag. Die Mehrheit der Patienten, welche die Therapie abbrachen (40/46), hatten das Spray zu diesem Zeitpunkt für weniger als 60 Tage genutzt. Hauptgründe des Therapieabbruches waren: Nebenwirkungen (hauptsächlich Schwindel, Müdigkeit und unangenehme orale Empfindung; 23 Patienten; 13,9%), Mangel an Wirksamkeit (14 Patienten; 8,4%) oder die Notwendigkeit einer Baclofen-Pumpe (9 Patienten; 5,4%). Abgesehen von diesen Aspekten wurden während der Evaluationsperiode keine weiteren/neuen Sicherheitssignale festgestellt. Im Rahmen der klinischen Praxis-Routine einer MS-Klinik in Deutschland, erwies sich das THC/CBD-oromukosale Spray bei einem relevanten Anteil der MS-Patienten mit resistenten Spastiken sowohl als Add-on als auch als Monotherapie als wirksam und gut verträglich.Open-label Studie166
18.     Spastik, Multiple SkleroseNabiximol, THC, CBD, MS, SpastikenFlachenecker et al. 2014Nabiximols (THC/CBD oromucosal spray, Sativex®) in clinical practice--results of a multicenter, non-interventional study (MOVE 2) in patients with multiple sclerosis spasticityEur Neurol. 2014;71(5-6), S. 271-9. doi: 10.1159/000357427„Nabiximols (THC/CBD oromukosales Spray, Sativex ®) in der klinischen Praxis – Ergebnisse einer multicenter, nicht-interventionellen Studie (MOVE-2) bei MS-Patienten mit Spastiken“   Primäres Ziel dieser prospektiven, multicenter, nicht-interventionellen Beobachtungsstudie war es, lebensreale Beobachtungsdaten der klinischen Erfahrung bezüglich Nabiximol im Vergleich zu der Wirksamkeit in formellen klinischen Studien zu akquirieren. Die Durchführung fand unter Routinebedingungen und einschließlich einer Follow-up-Periode von 3-4 Monaten in Deutschland statt und schloss strukturierte Dokumentationen, Fragebögen und validierte Instrumente zur Datensammlung ein, welche zu Beginn und jeweils einen und drei Monate später durchgeführt wurde. Teilnehmer der Studie waren 276 MS-Patienten mit moderaten bis schweren Spastiken. Laut Einschätzung von Spezialisten bewirkte Nabiximol nach einem Monat eine Minderung der resistenten Spasmen bei 74,6% der Patienten. Der durchschnittliche Spastizitäts-Score (numerische Skala, 0-10 Punkte; NRS) sank von 6,1 ±1,8 auf 5,2 ±2,0 Punkte; bei Patienten mit einer NRS-Verbesserung von ≥20% sank der durchschnittliche NRS-Score um 40%. 55,3% der Patienten setzten die Nabiximolnutzung nach drei Monaten fort; es fand eine Reduktion des NRS-Scores (ausgehend von der Baseline) um 25% statt. 17% der Patienten berichteten von Nebenwirkungen. Diese lebensrealen Daten bestätigen Nabiximol als wirksame und gut vertragene Behandlungsoption für resistente Spastiken bei MS in der klinischen Praxis.Beobachtungsstudie52
20.     Multiple SkleroseCannabis, Sativex, CBD, THC, BlasenüberaktivitätKavia et al. 2010Randomized controlled trial of Sativex to treat detrusor overactivity in multiple sclerosis.Mult Scler. 2010 Nov;16(11), S. 1349-59. doi: 10.1177/1352458510378020„Sativex zur Behandlung der Detrusor-Überaktivität bei MS – randomisierte kontrollierte Studie“   Diese 10-wöchige, doppelt verblindete, randomisierte, Placebo-kontrollierte, Parallel-Gruppen-Studie untersuchte die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Sativex® (Nabiximols) als Add-on-Therapie zur Minderung von Blasensymptomen unter 135 Patienten mit MS und überaktiver Blase (OAB). Bei dem primären Endpunkt handelte es sich um die Reduktion der Anzahl der täglichen Inkontinenz-Episoden ausgehend von der Baseline bis zum Ende der Behandlung (8 Wochen). Weitere Endpunkte schlossen das Vorkommen von Nykturie, Dringlichkeit, den allgemeinen Blasenzustand (OBC), Frequenz während des Tages, Lebensqualität bei Inkontinenz (I-QOL), Patient’s Global Impression of Change (PGIC) und Entleerungsvolumen ein. Bezüglich des primären Endpunktes konnte ein kleiner Unterschied zwischen Sativex und Placebo festgestellt werden. Vier von sieben der sekundären Endpunkte begünstigten signifikant Sativex: Anzahl der Nykturie-Episoden (mittlere korrigierte Differenz: -0,28; p = 0,010), OBC (-1,16; p = 0,001), Anzahl der Entleerungen pro Tag (-0,85; p = 0,001) und PGIC (p = 0,005). Des Weiteren begünstigte ebenfalls die Anzahl der Blasenentleerungen während des Tages statistisch signifikant Sativex (-0,57, p = 0,044). Auch die Verbesserungen der I-QOL begünstigten Sativex, erreichten jedoch keine statistische Signifikanz. Obwohl der primäre Endpunkt nicht statistisch signifikant war, kann geschlussfolgert werden, dass Sativex einen gewissen positiven Einfluss auf die Symptome bei überaktiver Blase unter Patienten mit MS hatte.Randomisierte, doppelblinde Studie135
21.     Multiple SkleroseCannabis, Blasendysfunktion, MS, Schmerz, Spastizität, SchlafqualitätBrady CM, DasGupta R, Dalton C, Wiseman OJ, Berkley KJ, Fowler CJ.:An open-label pilot study of cannabis-based extracts for bladder dysfunction in advanced multiple sclerosisMult Scler. 2004 Aug;10(4):425-33; DOI: 10.1191/1352458504ms1063oa„Eine open-label Pilotstudie über Cannabis-basierte Extrakte zur Behandlung von Blasendysfunktion bei fortgeschrittener MS Diese Studie evaluierte die Sicherheit, Verträglichkeit, Dosisumfang und die Wirksamkeit von zwei Cannabis Sativa Ganzpflanzen-Extrakten unter Patienten mit fortgeschrittener MS und Symptomen des unteren Harntraktes.“   Die Patienten erhielten über 8 Wochen THC und CBD enthaltende Extrakte (je 2,5mg pro Spray), gefolgt von einem lediglich THC enthaltendem Spray (2,5mg pro Spray) für weitere 8 Wochen und traten im Anschluss in eine Langzeit-Extension ein. Die Bewertung schloss die Frequenz der Blasenentleerungen und des Blasenvolumens, Gewicht der Inkontinenz-Pads, Cystometrie und visuell analoge Skalen für sekundäre störende Symptome ein. Von 15 der 21 rekrutierten Patienten wurden die Daten evaluiert. Der Harndrang, Zahl und Volumen der Inkontinenzepisoden, Frequenz und Nykturie sanken signifikant in Folge der Behandlung (P <0,05, Wilcoxon’s signed rank test). Des Weiteren sanken auch das täglich Gesamtentleerungsvolumen, katheterisiertes Gewicht und Gewicht des Inkontinenz-Pads signifikant. Es kam zu einer signifikanten Verbesserung des selbstbewerteten Schmerzes, der Spastizität und der Schlafqualität (P<0,05; Wilcoxon’s signed rank test). Die Schmerverbesserung hielt im Mittel bis zu 35 Wochen an. Es kam nur zu wenigen störenden Nebenwirkungen. Cannabisbasierte medizinische Extrakte scheinen eine sichere und wirksame Behandlungsmethode bei Harntrakt- und anderen Problemen von Patienten mit fortgeschrittener MS zu sein.Open-label Studie21
22.     Sativex, THC, CBD, MS, Spastiken, Schmerz, LebensqualitätNotcutt 2013A questionnaire survey of patients and carers of patients prescribed Sativex as an unlicensed medicinePrim Health Care Res Dev. 2013 Apr;14(2), S. 192-9. doi: 10.1017/S1463423612000333„Verschriebenes Sativex als nicht lizensierte Medizin - Umfrage unter Patienten und Betreuern“   Patienten und deren primäre Betreuer (Partner, Mutter, Krankenpfleger oder externe Betreuer) erhielten einen Fragebogen, hauptsächlich bestehend aus Multiple-Choice-Fragen und einigen Freitext-Fragen. Die Umfrage wurde in Absprache mit einer für die Patienten repräsentativen Organisation entwickelt, erprobt, ethisch anerkannt und anschließend an Verschreiber in England verteilt, mit dem Gesuch diese an Patienten zu verteilen, welche in den vergangenen 16 Wochen wiederholt Verschreibungen für Sativex erhalten hatten. Es wurden sowohl Patienten der medizinischen Grundversorgung (allgemeine Praxis) und Sekundärversorgung (Krankenhaus) eingeschlossen; eine Kontrollgruppe war in dieser Studie nicht vorhanden. Die meisten Patienten litten unter MS und Hauptgründe der Sativex-Nutzung waren Spastiken und Schmerz. Die Antwortquote lag bei 57% (124 eingereichte Fragebögen). Sowohl Patienten als auch Betreuer berichteten mehrheitlich von Verbesserungen zahlreicher täglicher funktionaler Aktivitäten und einer reduzierten Nutzung der gleichzeitig angewandten Antispatika und weiterer gesundheitlicher Ressourcen.Umfrage
23.     nozizeptives SystemConte et al. 2008Cannabinoid-induced effects on the nociceptive system: a neurophysiological study in patients with secondary progressive multiple sclerosisEur J Pain. 2009 May;13(5), S. 472-7. doi: 10.1016/j.ejpain.2008.05.014„Cannabinoid-induzierte Wirkungen auf das nozizeptive System – eine neurophysiologische Studie unter Patienten mit sekundärer progressiver MS“   22. Multiple Sklerose nozizeptives System Conte et al. 2008 Cannabinoid-induced effects on the nociceptive system: a neurophysiological study in patients with secondary progressive multiple sclerosis Eur J Pain. 2009 May;13(5), S. 472-7. doi: 10.1016/j.ejpain.2008.05.014 „Cannabinoid-induzierte Wirkungen auf das nozizeptive System – eine neurophysiologische Studie unter Patienten mit sekundärer progressiver MS“   Diese randomisierte, doppelt verblindete, Placebo-kontrollierte, Cross-over-Studie untersuchte innerhalb einer Gruppe von 18 Patienten mit sekundärer progressiver MS die Cannabinoid-induzierten Änderungen der RIII-Reflex-Variablen (Schwelle, Latenz und Bereich). Um zu untersuchen, inwieweit die Cannabinoide via Modulation der Erregbarkeit des unteren Motoneurons einen indirekten Einfluss auf den nozizeptiven Reflex haben, wurde außerdem das Ausmaß des H-Reflexes nach tibialer Nervenstimulation evaluiert und das Verhältnis der H-Wellen/M-Wellen (H/M) kalkuliert. 17 der 18 Teilnehmer schlossen die Studie ab. Nach Anwendung eines THC/CBD-haltigen oromukosalen Sprays stieg der RIII-Reflex-Schwellenwert und der RIII-Reflex-Bereich nahm ab. Auch der Schmerz-Score der visuellen analogen Skala sank, wenn auch nicht signifikant. Im Gegensatz hierzu blieb das H/M-Verhältnis im Vergleich zu den Messungen vor der THC/CBD-Therapie auch nach der Therapie unverändert. Zusammenfassend bieten die Cannabinoid-induzierten Änderungen des RIII-Reflex-Schwellenwertes und des RIII-Reflex-Bereiches objektive neurophysiologische Nachweise dafür, dass Cannabinoide das nozizeptive System bei Patienten mit MS modulieren.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie18