Übersicht Abstracts Opiatsubstitution

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       OpiatsubstitutionCannabis, Opioide, CannabisgesetzeMcMichael et al. 2019The Impact of Cannabis Access Laws on Opioid PrescribingCATO, Research Briefs in Economic Policy Alabama Legal Studies Research Paper No. 3266629.„Der Einfluss von Gesetzen bezüglich des Zugangs zu Cannabis auf die Opioidverschreibung“   Im Rahmen dieser Studie wurde ein Datenset von über 1,3 Billionen individuellen Opioidverschreibungen zwischen 2011 und 2017, welche zu dem individuellen „Provider year level“ zusammengefasst wurden, analysiert. Hierbei konnte festgestellt werden, dass die Gesetze bezüglich des Zugangs zu Cannabis für die Freizeitnutzung und medizinischem Cannabis die Zahl an jährlich verschriebenen Morphin-mg-Äquivalenten um jeweils 6,9% bzw. 6,1% reduzierte. Des Weiteren führten die Gesetze zu einer Reduktion des Gesamttagesvorrats der verschriebenen Opioide, der Gesamtzahl an Opioid-erhaltenden Patienten und beschränkten die Wahrscheinlichkeit, dass ein Arzt jegliche Opioide verschrieb – ohne gegenläufige Effekte. Zudem wurde festgestellt, dass die Cannabisgesetze unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Anbietertypen und medizinische Fachgebiete haben.Datenanalyse
2.       OpiatsubstitutionKlasse II-V Medikament, MedikamentenreduktionStith et al. 2018Effects of Legal Access to Cannabis on Scheduled II-V Drug Prescriptions    J Am Med Dir Assoc. 2018 Jan;19(1), S. 59-64.e1. doi: 10.1016/j.jamda.2017.07.017„Die Wirkung von legalem Zugang zu Cannabis auf die Verschreibung von Klasse II-V Medikamente“   Um die Auswirkung der Einschreibung in ein staatlich autorisiertes Medizinisches Cannabis-Programm (MCP; in den USA) auf die Muster der Verschreibung von gelisteten Klasse II-V Medikamenten zu beurteilen, wurde eine pragmatische historische Kohort-Studie durchgeführt. 38 Patienten mit chronischen Schmerzen, welche von April 2010 bis Oktober 2015 in das New Mexico MCP eingeschrieben waren, wurden über eine 24-monatige Periode (Beginn 6 Monate vor der Einschreibung bei MCP-Patienten) mit 42 nicht eingeschriebenen Patienten unter Verwendung des „Prescription Monitoring Program“ verglichen. 28 MCP-Patienten (34%) und 1 Patient der Kontrollgruppe (2%) beendeten die Einnahme aller gelisteten verschriebenen Medikamente in den letzten 6 Monaten der Beobachtungsperiode. Die an Alter und Geschlecht angepassten Regressionen zeigten, dass, obwohl in den Prä-Einschreibungs-Level und im Verlauf keine statisch signifikanten Unterschiede existierten, der Post-Einschreibungs-Verlauf unter MCP-Patienten statistisch signifikant negativ für alle 4 Messwerte (monatliche Verschreibungen, verschiedene Medikamentenklassen, Datum des Auffüllens der verschriebenen Medikamente, verschreibende Anbieter) war (von -0,02 auf -0,04), währen der Post- Einschreibungsverlauf in der Vergleichsgruppe bei 0 lag. Kontrollen der zeitinvarianten Patientencharakteristika bei MCP-Patienten suggerierten statistisch signifikant niedrigere Level aller 4 Messwerte 10 Monate nach Einschreibung. Legaler Zugang zu Cannabis könnte den Einsatz mehrerer Klassen gefährlicher verschriebener Medikationen in gewissen Patientengruppen reduzieren.Datenanalyse
3.       OpiatsubstitutionOpioid EinsatzShah et al. 2019Impact of Medical Marijuana Legalization on Opioid Use, Chronic Opioid Use, and High-risk Opioid UseJ Gen Intern Med. 2019 Aug;34(8):1419-1426. DOI: 10.1007/s11606-018-4782-2„Einfluss der Legalisierung medizinischen Cannabis auf Opioideinsatz, chronischen Opioideinsatz und risikoreichen Opioideinsatz“   Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Legalisierung medizinischen Cannabis‘ und der Nutzung verschriebener Opioide. Um Informationen zur Opioidnutzung für den Zeitraum 2006-2014 zu sammeln, wurde eine 10%-Stichrobe einer national repräsentativen Datensammlung einer kommerziell versicherten Patientenpopulation genutzt und Erwachsene, die einen medizinischen Nutzen aus der Behandlung für das gesamte Kalenderjahr zogen, berücksichtig. Der Einfluss der Legalisierung medizinischen Cannabis‘ auf die Opioidnutzung wurde mit Hilfe eine multilevel logistischen Regressionsanalyse (Prüfung von Patient, personenbezogenem Jahr und „state-level“-Faktoren) bestimmt. Des Weiteren wurden Subgruppenanalysen bei nicht-Krebspatienten und nicht-Krebspatienten mit mindestens einem nicht krebsassoziierten Schmerzzustand durchgeführt. Wechselnde Regressionsmodelle („Fixed Effects-Modell“, wechselnde Festlegung des Startdatums der medizinischen Cannabis-Legalisierung, „Person-Level-Analyse“ und Fälschungstest) wurden genutzt, um die Robustheit der Ergebnisse zu testen. Die Stichprobe schloss schließlich 4.840.562 Personen, 15.705.562 personenbezogenen Jahren entsprechend, ein. Es konnte ein Zusammenhang zwischen der Legalisierung medizinischen Cannabis‘   und einer geringeren Odds Ratio jeglichen Opioidkonsums (OR = 0,95), chronischen Opioidkonsums (OR = 0,93) und risikoreichen Opioidkonsums (OR = 0,96) festgestellt werden. Diese Ergebnisse waren vergleichbar zu der Subgruppen-Analyse und allen Sensitivitätsanalysen. Der Fälschungstest wies keinen Zusammenhang zwischen der Legalisierung medizinischen Cannabis‘ und der Verschreibung von „Antihyperlipidemics“ (OR = 1,00) oder Antihypertensiva (OR = 1,00) auf. In Staaten, in welchen medizinisches Cannabis erhältlich ist, kann eine geringere Rate von Opioid- und risikoreicher Opioid-Verschreibung beobachtet werden. Medizinisches Cannabis könnte als ein Werkzeug zur mäßigen Reduktion der Opioidnutzung betrachtet werden. Nichtsdestotrotz sind weitere Nachforschungen, die Risiko vs. Nutzen untersuchen und Vergleiche von Marihuana vs. Opioide in der Schmerzbehandlung erforderlich.  Datenanalyse
4.       OpiatsubstitutionOpiatentzugsJicha et al. 2015Safety of oral dronabinol during opioid withdrawal in humans.Drug and alcohol dependence 157, S. 179–183. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2015.09.031.„Sicherheit oralen Dronabinols während des Opiatentzugs beim Menschen“   Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie der Universität Kentucky untersuchte die Sicherheit von Dronabinol im Opiatentzug anhand von 12 stationären Patienten die eine Unterhaltungsdosis von 30mg gid Oxycodon erhielten über einen Zeitraum von fünf Wochen, in dem 7 experimentelle Sitzungen stattfanden, verabreicht wurde Placebo oder Oxycodon 30 oder 60mg oder Dronabinol 5, 10, 20 oder 30 mg (vormals 40). Herzrate, Blutdruck, Atemfrequenz und Pupillendurchmesser wurden dabei regelmäßig erhoben. 40mg Dronabinol führte zu anhaltender Sinustachykardie begleitet von Ängstlichkeit und Panik weshalb die Dosis auf 30 mg reduzierte wurde. In einem Probanden kam es auch mit 20mg Dronabinol zur Sinustachykardie und Ängstlichkeit. Im Vergleich zu Placebo führten 20 und 30 mg Dronabinol zu signifikanten Anstiegen der Herzrate beginnend nach einer Stunde der Verabreichung die ungefähr zwei Stunden anhielten (p<0,05). Dronabinol 5 und 10 mg zeigten Placebo ähnliche Effekte und Oxycodon erzeugte typische mu-Opioid-Agonisten-Effekte (Miosis). Dronabinol 20 mg oder mehr steigerte die Herzrate während des Opiatentzugs bei gesunden Erwachsenen in Ruhe.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie12
5.       OpiatsubstitutionOpioide, Schmerz, LegalisierungDi Liang et al. 2017Medical cannabis legalization and opioid prescriptions: evidence on US Medicaid enrollees during 1993-2014Addiction. 2018 Nov;113(11):2060-2070. doi: 10.1111/add.14382. Epub 2018 Aug 6.„Legalisierung medizinischen Cannabis und Opioidverschreibungen - Nachweise von Antragstellern des medizinischen Gesundheitsdienstes für Bedürftige in den USA von 1993-2014“   Diese Studie untersuchte, inwieweit die Legalisierung von Cannabis mit einer Reduktion der durch Antragsteller des medizinischen Gesundheitsdienstes für Bedürftige (Medicaid Enrollees) erhaltenen Opioide assoziiert ist. Es wurde eine sekundäre Datenanalyse der Aufzeichnungen von staatlichen Opioidverschreibungen von 1993-2014 (Medicaid State Drug Utilization Data) durchgeführt. Der Zusammenhang zwischen der Legalisierung medizinischen Cannabis‘ und der Opioidverschreibung (maßgeblich für staatliche, zeitvariierende, politische Kovariate wie z.B. Monitoring-Programme für die Medikamentenverschreibung und sozio-ökonomische Kovariate, wie z.B. das Einkommen) wurde mittels linearer Zeit-Serien-Regression ermittelt. Im Rahmen der Verschreibung von Klasse III Opioid-Verschreibungen war die Cannabislegalisierung mit einer Reduktion der Verschreibungen um 29,6% (P = 0,03), einer Dosisreduzierung um 29,9% (P = 0,02) und einer Reduktion der zugehörigen Ausgaben um 28,8% (P = 0,04) assoziiert. Zwischen Cannabis und der Verschreibungen von Opioiden der Klasse II konnten keine Zusammenhänge hergestellt werden. Die Zulassung von medizinischen Cannabis-Apotheken war nicht mit der Verschreibung von Klasse II oder Klasse III Opioiden assoziiert. Nach Schätzungen könnten die jährlichen Ausgaben für Opioidverschreibungen um 17,8 Millionen Dollar reduziert werden, sofern alle Staaten bis 2014 Cannabis legalisiert hätten. Die Legalisierung von Cannabis scheint mit einer Reduktion von Verschreibung und Dosierung von Klasse-III-Opioiden unter den Medicaid-Teilnehmern assoziiert zu sein.Sekundäre Datenanalyse
6.       OpiatsubstitutionOpioide, Opioid-SubstitutionShi Y et al. 2019Recreational marijuana legalization and prescription opioids received by Medicaid enrolleesDrug Alcohol Depend. 2019 Jan 1;194, S: 13-19. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2018.09.016„Legalisierung von Marihuana und verschriebene Opioide für Antragsteller beim Gesundheitsdienst für Bedürftige“   Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Legalisierung von Marihuana zum Freizeitkonsum und dem Erhalt verschriebener Opioide durch Antragsteller beim Gesundheitsdienst für Bedürftige. Die Nutzungsaufzeichnungen der „state-level“ rezeptpflichtigen Medikamente (quartalsbezogen) von Antragstellern beim Gesundheitsdienst für Bedürftige von 2010-2017 wurden aus den „Medicaid State Drug Utilization Daten“ bezogen. Die Opioid-Verschreibungen wurden in Form dreier Populations-angepasster Varianten analysiert: Anzahl an Opioid-Verschreibungen, Gesamtdosis der Opioid-Verschreibungen in Morphin-Milligramm-Äquivalenten und die resultierenden Monatsausgaben pro 100 Antragsteller. Zur Testung der Zusammenhänge wurden zwei Differenz-von-Differenzen-Ansätze genutzt: 8 Staaten und DC, die den Freizeitkonsum von Marihuana während der Studienperiode legalisierten, wurden zunächst untereinander verglichen und anschließend mit 6 weiteren Staaten, welche medizinisches Marihuana bereits zu Beginn der Studie legalisiert hatten. Opioide der Stufe 2 und 3 wurden separat analysiert. Die Vergleichsmodelle der 8 Staaten und DC’s wiesen keinen Zusammenhang zwischen Legalisierung und Stufe-2-Opioid-Ergbnissen nach; die Legalisierung von Cannabis zur Freizeitnutzung im Jahr 2015 war mit einer Reduktion der Anzahl an Opioid-Verschreibungen (um 32%), der Gesamtdosen (um 30%) und Stufe-3-Opioid-Ausgaben (um 31%) assoziiert. Die Modelle, welche 8 Staaten und DC mit den 6 Staaten mit medizinischer Cannabis-Legalisierung verglichen, konnten keinen Zusammenhang zwischen der Legalisierung von Marihuana zum Freizeitkonsum und den Opioid-Ergebnissen nachweisen. Die Legalisierung von Cannabis zur Freizeitnutzung führte nicht zu steigenden Opioid-Verschreibungen bei den Antragstellern des Gesundheitsdienstes für Bedürftige. In einigen Staaten bestand jedoch der Nachweis einer Reduktion der Stufe-3-Opioide infolge der Legalisierung.Datenanalyse
7.       OpiatsubstitutionOpiatentzugLofwall et. 2016Opioid withdrawal suppression efficacy of oral dronabinol in opioid dependent humansDrug and alcohol dependence 164, S. 143–150. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2016.05.002.„Wirksamkeit von Dronabinol in der Linderung des Opiatentzugs bei Abhängigen“   Die Universität Kentucky (USA) untersuchte bei 12 opiatabhängigen Erwachsenen in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie die Effekte von Dronabinol auf Entzugssymptome und psychomotorische sowie kognitive Leistung. Die Probanden erhielten 30mg Oxycodon und nahmen an mehreren Übungssitzungen teil, an denen sie entweder Placebo, Oxycodon 30mg oder 60mg oder Dronabinol mit 5, 10, 20, oder 30mg erhielten nach vorherigem Auslassen der anhaltenden Oxycodongabe. Oxycodon produzierte stabile opiatantagonistische Effekte. Dronabinol in einer Dosierung von 5 und 10mg glich Placebo, während 20 und 30mg schwache Hinweise auf eine Hemmung der Entzugssymptome lieferten, die begleitet wurden von einem Gefühl des „high“, Sedierung und Herzrasen. Dronabinol wurde Placebo nicht vorgezogen und verursachte einige Einschränkungen bei der kognitiven Leistung und wurde mit gesteigerter Dosis als Marihuana identifiziert. Dronabinol scheint kein geeigneter Kandidat in der Behandlung des Opiatentzugs.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie12
8.       OpiatsubstitutionMedikamentensubstitutionKruger et al. 2019Medical Cannabis Users' Comparisons between Medical Cannabis and Mainstream MedicineJ Psychoactive Drugs. 2019 Jan-Mar;51(1):31-36. doi: 10.1080/02791072.2018.1563314.„Medizinische Cannabisnutzer vergleichen medizinisches Cannabis mit Mainstream-Medizin“   Diese Studie untersuchte Haltungen medizinischer Cannabisnutzer gegenüber medizinischem Cannabis und der Mainstream-Gesundheitsfürsorge und die jeweilige Nutzung dieser Komponenten. 450 Erwachsene einer jährlichen öffentlichen Veranstaltung, welche die Cannabis-Gesetzesreform befürwortet, erhielten Fragebögen. Die Mehrheit (78%) der verwertbaren Rückmeldungen (N=392) berichtete davon, Cannabis zu verwenden um medizinische bzw. gesundheitliche Leiden zu behandeln. Personen, die medizinisches Cannabis einnahmen, gaben an, medizinischem Cannabis gegenüber mehr Vertrauen aufzubringen als der Standard-medizinischen Versorgung. Im Vergleich zu anderen pharmazeutischen Medikamenten wurde Cannabis in Bezug auf Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Sicherheit, Abhängigkeitspotential, Käuflichkeit und Kosten besser bewertet. 42% der Personen konnte mit Hilfe medizinischen Cannabis‘ die Einnahme pharmazeutischer Medikamente einstellen, 38% nutzten weniger pharmazeutische Medikamente. Ein wesentlicher Anteil (30%) gab an, dass ihr Gesundheitsdienstleister nicht von der Cannabisnutzung wusste. Weitere identifizierte Probleme schlossen mangelnden Zugang zur Mainstream-Gesundheitsfürsorge, selbstinitiierte Behandlung von Gesundheitsbeschwerden, geringes Wissen über den psychoaktiven Inhalt und schwere Cannabisnutzung ein.  Umfrage450
9.       OpiatsubstitutionMedizinisches Cannabis, Gesetze, rezeptpflichtige Medikamente, KostenBradford et al. 2017Medical Marijuana Laws May Be Associated With A Decline In The Number Of Prescriptions For Medicaid EnrolleesHealth Aff (Millwood). 2017 May 1;36(5), S. 945-951. doi: 10.1377/hlthaff.2016.1135„Medizinische Marihuana-Gesetze könnten mit der Reduktion rezeptpflichtiger Verschreibungen für Medicaid-Patienten assoziiert sein“   Mit Hilfe vierteljährlicher Daten aller entgeltpflichtigen Medicaid-Verschreibungen des Zeitraumes 2007-2014 in 28 Staaten und dem District of Colombia wurden die Zusammenhänge zwischen den in diesen Staaten erlassenen Cannabis-Gesetzen und den durchschnittlichen Zahlen an rezeptpflichtigen Verschreibungen für Medicaid-Patienten analysiert. In 5 der 9 untersuchten breiten klinischen Bereiche, war die Nutzung rezeptpflichtiger Medikamente in Staaten mit medizinischen Cannabisgesetzen wesentlich geringer, als in solchen ohne besagte Gesetze. Hätten alle Staaten im Jahr 2014 über medizinisches Cannabis-Gesetze verfügt, hätten die Gesamteinspaarungen für entgeltpflichtiges Medicaid schätzungsweise $1,01 Milliarden betragen können. Diese Ergebnisse sind vergleichbar mit denen vorangehender Studien bezüglich der Effekte medizinischer Cannabis-Gesetze und der Anzahl rezeptpflichtiger Verschreibungen innerhalb der Medicare-Population. Insgesamt suggerieren diese Studien, dass in Staaten mit entsprechenden Gesetzen, Medicaid- und Medicare-Patienten weniger rezeptpflichtige Verschreibungen erhalten.  Datenanalyse
10.     OpiatsubstitutionOpioide SubstitutionLucas et al. 2017Medical cannabis access, use, and substitution for prescription opioids and other substances: A survey of authorized medical cannabis patientsInt J Drug Policy. 2017 Apr;42, S. 30-35. doi: 10.1016/j.drugpo.2017.01.011„Zugang zu medizinischem Cannabis, Nutzung und Substitution verschriebener Opioide und anderer Substanzen – Studie unter autorisierten medizinischen Cannabis-Patienten“   Dies ist die erste Gesamtbetrachtung von Patienten, welche im Rahmen der „Marihuana for Medical Purposes Regulations“ (MMPR) registriert waren. 271 Patienten, welche ihr Cannabis bei Tilray, einem staatlich autorisierten, lizensierten Produzenten innerhalb der MMPR, erwarben, vervollständigten eine Online-Umfrage bestehend aus 107 Fragen bezüglich Demographien, Nutzungsmustern und dem Cannabis-Substitutionseffekt. Cannabis wurde als wirksame Therapie für diverse Konditionen wahrgenommen, wobei Schmerz und mentale Gesundheit am prominentesten waren. So dient der selbst-berichtete Cannabiskonsum der Substitution rezeptpflichtiger Medikamente (63%), insbesondere der pharmazeutischen Opioide (30%), Benzodiazepine (16%) und Antidepressiva (12%). Des Weiteren berichteten die Patienten auch davon Alkohol (25%), Zigaretten/Tabak (12%) und illegale Substanzen (3%) mit Cannabis zu substituieren. Ein signifikant hoher Prozentsatz der Patienten (42%) gab an, neben dem Zugang über lizensierte Produzenten, auch auf Cannabis aus illegalen/unkontrollierten Quellen zuzugreifen; bei mehr als der Hälfte (55%) wurden für den Erhalt einer medizinischen Empfehlung der Cannabisnutzung Gebühren erhoben, wobei nahezu 25% 300$ und mehr zahlten. Der Einsatz des Cannabis zur Substitution verschreibungspflichtiger Medikamente unterstützt vorhergegangene Studien mit medizinischen Cannabisnutzern. Dahingegen ist dies jedoch die erste Studie, welche die verschiedenen Klassen verschreibungspflichtiger Medikamente, welche mittels Cannabis substituiert werden, spezifiziert und dies mit spezifischen diagnostischen Kategorien abgleicht. Die Erkenntnis, dass einige autorisierte Patienten auf Cannabis aus unkontrollierten Quellen zugreifen und ein signifikanter Anteil der Patienten für die Empfehlung medizinische Cannabis eine Gebühr zahlen musste, hebt die aktuellen politischen Herausforderungen für dieses staatliche Programm hervor.Online-Umfrage271
11.     OpiatentzugDronabinol, Opiatentzug, Fortsetzten der Behandlung mit NaltrexonBisaga et al. 2015The effects of dronabinol during detoxification and the initiation of treatment with extended release naltrexone    Drug and alcohol dependence 154, S. 38–45. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2015.05.013.„Die Effekte von Dronabinol während der Entgiftung und der Initiation der Behandlung mit Naltrexon mit verlängerter Freisetzung“   Eine randomisierte, doppelblinde Studie der Columbia Universität (USA) untersuchte die Wirkung von Dronabinol auf den Opiatentzug und das Fortsetzten der Behandlung mit Naltrexon mit verlängerter Freisetzung (XR-Naltrexone), die opiatabhängigen Teilnehmer erhielten entweder Dronabinol 30mg/d (n=40) oder Placebo (n=20) während der stationären Behandlung und bis zur fünften Woche nach Entlassung. Primärer Endpunkt war die Schwere des Opiatentzugs und das Fortsetzen der Therapie zum Ende der stationären Phase und der Studie nach acht Wochen. Die Schwere des Opiatentzugs während der stationären Phase war in der Gruppe mit Dronabinol geringer als in der mit Placebo (p=0,006). Die Raten der erfolgreichen Einleitung von XR-Naltrexone waren nicht signifikant verschieden (Dronabinol 66%, Placebo 55%), genauso wenig wie die Raten der Vollendung der Behandlung (Dronabinol 35%, Placebo 35%). Post hoc zeigte sich, dass 32% der Patienten, die in der ambulanten Phase Marihuana rauchten, eine signifikant geringere Rate an Schlaflosigkeit und Ängstlichkeit aufwiesen und die Studie mit größerer Wahrscheinlichkeit beendeten. Dronabinol vermindert die Schwere des Opiatentzugs während der akuten Entgiftung, hatte aber keine Effekte auf die Behandlung mit XR-Naltrexone. Unabhängig von der Behandlungsgruppe war die Wahrscheinlichkeit die Studie zu beenden größer für Patienten, die Marihuana rauchten    Randomisierte, doppelblinde Studie60
12.     Opiatsubstitution  Cannabinoid-Opioid-Interaktion, Schmerz  Abrams et al. 2011Cannabinoid-opioid interaction in chronic pain Clin Pharmacol Ther. 2011 Dec;90(6), S. 844-51. doi: 10.1038/clpt.2011.188  „Cannabinoid-Opioid-Interaktion bei chronischem Schmerz“   Diese Studie untersuchte die potenzielle Pharmakokinetik und die Sicherheit des gleichzeitigen Einsatzes von Cannabinoiden und Opioiden bei der Schmerzbehandlung. 21 Patienten mit chronischen Schmerzen und zweimal täglichen Dosen Retard-Morphin oder Oxycodon nahmen im Rahmen der Studie an einer stationären Behandlung über 5 Tage teil. Die Patienten inhalierten vaporisiertes Cannabis am Abend des ersten Tages, dreimal täglich an den Tagen 2-4 und einmal am Morgen des 5. Tages. Am ersten und fünften Tag wurden in 12h-Intervallen Blutproben entnommen; das Ausmaß der chronischen Schmerzen wurde täglich bestimmt. Pharmakokinetische Untersuchungen konnten keine signifikanten Änderung der AUC (Plasma-Konzentrations-Zeit-Kurve) von weder Morphin noch Oxycodon nach Cannabisexposition feststellen. Der Schmerz sank nach dem Hinzufügen des vaporisierten Cannabis signifikant (durchschnittlich 27%; 95% CI: 9, 46). Anhand der Ergebnisse wird geschlussfolgert, dass vaporisiertes Cannabis die analgetischen Wirkungen von Opioiden verstärkt, ohne die Plasma-Opioid-Level signifikant zu beeinflussen. Die Kombination von Opioidbehandlung und Cannabis könnte eine Minderung der Opioiddosis und das Auftreten von weniger Nebenwirkungen ermöglichen.Open-label-Studie21
13.     Opioide  Opioide und Benzodiazepin, MME, DE  O'Connell et al. 2019Medical Cannabis: Effects on Opioid and Benzodiazepine Requirements for Pain Control.Ann Pharmacother. 2019 Nov;53(11):1081-1086. doi: 10.1177/1060028019854221. Epub 2019 May 25  „Medizinisches Cannabis: Auswirkungen auf den Gebrauch von Opioiden und Benzodiazepinen in der Schmerztherapie“   Zurzeit ist wenig bekannt über den Gebrauch von medizinischem Cannabis bei therapierefraktären Schmerzzuständen. Bisher veröffentlichte Studien zeigten widersprüchliche Ergebnisse bezüglich der Effektivität von medizinischem Cannabis. Zudem hatten die Studien kein hochwertiges Design oder wurden durch rechtliche Vorschriften verhindert. Diese Studie untersuchte, ob der Einsatz von medizinischem Cannabis bei Patienten einen Einfluss auf den täglichen Gebrauch von Opioiden und Benzodiazepinen hat. Hierfür wurde im Rahmen einer Kohortenstudie retrospektiv über einen Beobachtungszeitraum von sechs Monaten die Dosierungen bezüglich Opioiden und Benzodiazepinen bei Patienten mit therapierefraktären Schmerzen untersucht, die bei denen ebenfalls medizinisches Cannabis eingesetzt wurde. Es wurden alle erhältlichen täglichen Morphin Milligramm Äquivalente (MME) und Diazepam Äquivalente (DE) nach drei- bzw. sechs Monaten auf den Ausgangswert zu Beginn des Beobachtungszeitraumes bezogen. Es wurden die Daten von 77 Patienten ausgewertet und es wurde eine signifikante Reduktion der MME nach drei bzw. sechs Monaten gefunden. Zusätzlich wurde eine nicht signifikante Reduktion der DE nach drei Monaten, aber kein Unterschied nach sechs Monaten gemessen. Die Autoren fassen zusammen, dass der Einsatz von medizinischem Cannabis bei Patienten mit therapierefraktären Schmerzen zu einer signifikanten Reduktion der MME führt, jedoch nicht zu einer Reduktion der DE im Vergleich zu einem Referenzwert. Es werden prospektive Studien empfohlen, um diesen Zusammenhang von medizinischem Cannabis und dessen Opioidsparenden Effekt bei Patienten mit therapierefraktären Schmerzen zu bestätigen oder zu widerlegen.Retrospektive Kohortenstudie77