Übersicht Abstracts Psychiatrie

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       Trauma, Schlaf, AngstCannabis, Rückenmarksverletzung, Gehirnschädigung, Spastizität, Stress/Angst, SchlafHawley et al. 2018Cannabis Use in Individuals With Spinal Cord Injury or Moderate to Severe Traumatic Brain Injury in ColoradoArch Phys Med Rehabil. 2018 Aug;99(8), S. 1584-1590. doi: 10.1016/j.apmr.2018.02.003„Cannabisverwendung durch Patienten mit Rückenmarksverletzung oder moderater bis schwerer traumatischer Gehirnschädigung in Colorado“   Ziel dieser Beobachtungsstudie war es, die Prävalenz der Cannabisnutzung in einer Stichprobe von Erwachsenen in Colorado mit Rückenmarksverletzung (SCI) oder traumatischer Gehirnschädigung (TBI) zu beschreiben und von den individuell angegebenen Nutzungsgründen und Nebeneffekten der Cannabisnutzung zu berichten. Es wurden verschiedene Methoden unter Verwendung von Fokusgruppen-Daten und Telefonumfragen verwendet. Teilnehmer waren Erwachsene, die unter SCI oder TBI litten und am „Craig Hospital“ in Colorado behandelt wurden. 70% der 116 Teilnehmer gaben an, Cannabis bereits vor ihrer Verletzung genutzt zu haben (67% SCI, 74% TBI), 48% berichteten von der Nutzung nach ihrer Verletzung (53% SCI, 45% TBI). Am häufigsten wurde Cannabis zu Freizeit-/Erholungszwecken genutzt (67%) gefolgt von dem Einsatz zur Reduktion von Stress/Angstzuständen (62,5%) und Verbesserung des Schlafes (59%). Unter den Patienten mit SCI waren die häufigsten Gründe Reduktion der Spastizität (70%), Erholung (63%) und Verbesserung des Schlafes (63%). Gründe bei TBI-Patienten waren Erholungszwecke (72%), Reduktion von Stress/Angstzuständen (62%) und Verbesserung des Schlafes (55%) Die häufigste Konsummethode war das Rauchen. Die Mehrheit der Stichprobe nutzte Cannabis bereits vor dem Zeitpunkt der Verletzung und rund die Hälfte nutzte Cannabis infolge der Verletzung. Beide Gruppen berichteten von der Nutzung zu Freizeitzwecken, wobei die SCI-Gruppe zudem die Nutzung zur Verbesserung chronisch medizinischer Zustände stark befürwortete. Kliniker sollten sich der hohen Prävalenz der Cannabisnutzung und dessen möglichen Einfluss auf die individuelle Therapie bewusst sein. Weitere Nachforschungen in diesem Bereich sind erforderlich.  Beobachtungsstudie116
2.       StressPsychosozialer StressChilds et al. 2017Dose-related effects of delta-9-THC on emotional responses to acute psychosocial stress  Drug Alcohol Depend. 2017 Aug 1;177:136-144. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2017.03.030.  „Dosisabhängige Effekte von THC auf die emotionale Reaktivität in Folge psychosozialen Stresses“   In einer randomisierten, doppelblinden Studie der Universität Chicago wurde die Wirkung von THC in unterschiedlichen Dosen (0; 7,5 und 12,5mg) auf die emotionale Reaktion in Folge eines psychosozialen Stressoren (Trier social stress test: TSST) anhand von gesunden Probanden untersucht. Gemessen wurden subjektive Stimmung, Drogeneffekte, Vitalparameter und Cortison im Speichel vor der Einnahme und mehrmals danach. Im Vergleich mit Placebo reduzierten 7,5mg THC den subjektiv beobachteten Stress nach dem TSST und minderten die Einschätzung der Aufgabe als bedrohlich oder herausfordernd. Im Gegensatz dazu steigerten 12,5mg THC insgesamt die negative Stimmung, sowohl vor der Aufgabe als auch währenddessen, außerdem wurde die Leistung gemindert und die Reaktivität des Blutdrucks gemildert. In geringer Dosis produziert THC Stress abbauende Effekte, kann aber in höherer Dosis zu negativer Stimmung führen.Randomisierte doppelblinde Studie42
3.       Psychiatrische EffektePsychotomimetische Effekte von THCBhattacharyya et al. 2015Impairment of inhibitory control processing related to acute psychotomimetic effects of cannabis    The journal of the European College of Neuropsychopharmacology 25 (1), S. 26–37. DOI: 10.1016/j.euroneuro.2014.11.018.„Einschränkung der hemmenden Kontrolle in Bezug auf akute psychotomimetische Effekte von Cannabis“   Eine doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie des King’s College in London untersuchte die akuten Effekte von 10mg THC oral auf die hemmende Kontrolle und regionale Aktivität verschiedener Hirnregionen im Crossover Design anhand von 36 gesunden Männern mit minimaler Drogen-Vorerfahrung, die im MRT eine Aufgabe zur Antworthemmung durchführten (Go/No-Go). Im Vergleich zu Placebo verursachte THC vorrübergehende psychotische Symptome, Ängstlichkeit, Intoxikation und Sedierung, sowie Fehler der Hemmung und eine Einschränkung der Effizienz der Hemmung. Die Schwere der psychotischen Symptome korrelierte direkt mit der Fehlerrate bei der Hemmung und umgekehrt mit der Effizienz der Hemmung unter dem Einfluss von THC. THC schwächte die Aktivität links inferior, diese korrelierte negativ mit der Fehlerrate der Hemmung und der Schwere der psychotischen Symptome und positiv mit der Effizienz der Hemmung. Die Einschränkungen der kognitiven Verarbeitung in Bezug auf die Hemmung von Gedanken und Handlungen spielen vielleicht eine Rolle beim Auftreten der vorrübergehenden psychotischen Symptome unter dem Einfluss von THC.Eine doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie36
4.       TraumaPTSD, substanzbedingte Störungen, kognitive VerhaltenstherapieRuglass et al. 2017Impact of Cannabis Use on Treatment Outcomes among Adults Receiving Cognitive-Behavioral Treatment for PTSD and Substance Use DisordersJ Clin Med. 2017 Feb 7;6(2). pii: E14. doi: 10.3390/jcm6020014„Der Einfluss von Cannabiskonsum auf die Behandlungsergebnisse von Erwachsenen mit kognitiver Verhaltenstherapie zur Behandlung von PTSD und substanzbedingten Störungen“   Nachforschungen wiesen einen starken Zusammenhang zwischen Trauma, PTSD und substanzbedingten Störungen (SUD) allgemein und speziell in Bezug auf Störungen infolge des Cannabiskonsums nach. Nichtsdestotrotz haben bisher nur wenige Studien den Einfluss von Cannabis auf die individuellen Behandlungsergebnisse von Patienten mit parallel auftretender PTSD und SUDs untersucht. 136 Patienten mit PTSD und SUD erhielten eine kognitive Verhaltenstherapie. Um den Zusammenhang zwischen dem Ausgangswert des Cannabiskonsums und den Endergebnissen der Therapie zu untersuchen, wurden multivariable Regressionen angewandt. Zur Untersuchung der „cross-lagged“ Zusammenhänge zwischen wöchentlichem Cannabiskonsum, wöchentlichem Schweregrad der PTSD-Symptome und primärer Substanznutzung während der Behandlung, wurden Mehrebenen-Wachstumsanalysen durchgeführt. Zwischen dem Ausgangswert des Cannabiskonsums, dem Schweregrad der PTSD-Symptome am Ende der Behandlung und den Tagen der primären Substanznutzung konnten weder signifikant positive noch negative Zusammenhänge festgestellt werden. Die „cross-lagged“ Modelle ließen erkennen, dass es in Folge des Anstieges des Cannabiskonsums zu einer Abnahme des primären Substanzkonsums (und umgekehrt) kam. Des Weiteren wurde festgestellt, dass ein erhöhter Cannabiskonsum zu einem frühen Behandlungszeitpunkt mit einer Zunahme des Schweregrades der PTSD-Symptome assoziiert war, diesen jedoch zu einem späteren Behandlungszeitpunkt senkte. Die Cannabisnutzung war nicht mit nachteiligen Ergebnissen in Bezug auf PTSD und primäre Substanznutzung assoziiert und suggeriert unabhängige Wege der Änderungen. Theoretische und klinische Auswirkungen der reziproken Zusammenhänge zwischen wöchentlicher Cannabisnutzung und folgenden PTSD und folgender primärer Substanznutzung werden diskutiert.136
5.       Psychiatrische EffekteCannabis, Substanzkonsum, Psychose, antipsychotische MedikationAlisauskiene et al. 2019  The influence of substance use on the effectiveness of antipsychotic medication: a prospective, pragmatic studyNord J Psychiatry. 2019 May - Jul;73(4-5):281-287. doi: 10.1080/08039488.2019.1622152. Epub 2019 May 29.„Der Einfluss von Substanzkonsum auf die Wirksamkeit antipsychotischer Medikation – prospektive, pragmatische Studie“   Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit von antipsychotischen Medikamenten der zweiten Generation bei Patienten mit Psychose und mit/ohne Substanzkonsum zu untersuchen. Alle Patienten (n = 226) waren >18 Jahre alt und verfügten über Symptom-Level-Scores von ≥4 (ausgewählte Psychose-Elemente) auf der „Positive and Negative Syndrome Skala“ und erfüllten die „ICD-10 Diagnostik Kriterien“ für Psychosen. Die Informationen bezüglich Substanzkonsum wurden basierend auf der „Clinician Drug Use Skala“ gesammelt. Die Patienten wurden zu Beginn in Abhängigkeit von Substanzkonsum, Medikamenten-Vorgeschichte und Diagnose in Gruppen eingeteilt. Klinische Symptome (Baseline und Follow-up) wurden mittels PANSS durchgeführt. Zu Beginn der Studie nutzten rund 30% der Patienten Substanzen, am häufigsten Cannabis, gefolgt von Metamphetaminen. Knapp die Hälfte (47%) hatte noch keinen Kontakt zu antipsychotischer Medikation gehabt. Patienten mit Substanzkonsum wiesen infolge antipsychotischer Medikation keine wesentlichen Unterschiede der PANSS-Score-Reduktion im Vergleich zu Patienten ohne Substanzkonsum auf. In Bezug auf das Änderungsmuster, das durch die Medikamenten-Vorgeschichte beeinflusst wurde, bestanden jedoch Gruppenunterschiede. Substanzkonsum war mit einer stärkeren Reduktion der positiven Symptome zwischen Woche 4 und 27 assoziiert. In dieser Stichprobe von Patienten mit Psychose hatte der per se keinen Einfluss auf die antipsychotische Wirkung.Prospektive, pragmatische Studie226
6.       Psychiatrische EffektePersönlichkeitsstörungen, psychiatrische StörungenShalit et al. 2019The association between cannabis use and psychiatric comorbidity in people with personality disorders: A population-based longitudinal studyPsychiatry Res. 2019 Aug;278, S. 70-77. doi: 10.1016/j.psychres.2019.05.041„Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychiatrischer Komorbidität bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen – populationsbasierte longitudinale Studie“   Diese Studie untersuchte die Prävalenz und das Auftreten psychiatrischer Störungen unter Cannabisnutzern mit Persönlichkeitsstörungen (PD) und inwieweit für diese Personen ein erhöhtes Risiko bestand, psychiatrische Störungen zu entwickeln (im Vergleich zu Cannabiskonsumenten ohne PD). Des Weiteren wurde die Interaktion zwischen Cannabisnutzung, PD und komorbiden psychiatrischen Störungen analysiert. Es wurden Daten von 34.653 Teilnehmern des „National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions (NESARC)“ analysiert. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei Cannabiskonsumenten mit PD das Risiko des Substanzmissbrauchs stieg (Opioide eingeschlossen); andere komorbide psychiatrische Störungen traten jedoch bis zum Zeitpunkt des Follow-up nach 3 Jahren nicht auf. Allgemein konnten zwischen Cannabisnutzung und PD keine signifikanten Interaktionen festgestellt werden. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass (abgesehen von spezifischen Substanzmissbräuchen) Personen mit PD nicht vermehrt Gefahr laufen, andere psychiatrische Störungen infolge Cannabiskonsum zu entwickeln.Populationsbasierte, longitudinale Studie34.653
7.       Psychiatrische EffekteSuizidales VerhaltenNaji et al. 2018The association between cannabis use and suicidal behavior in patients with psychiatric disorders: an analysis of sex differencesBiol Sex Differ. 2018 Jun 11;9(1):22. doi: 10.1186/s13293-018-0182-x.„Der Zusammenhang zwischen Cannabisnutzung und suizidalem Verhalten bei Patienten mit psychischen Störungen – Analyse von Unterschieden zwischen den Geschlechtern“   Diese Studie hypothetisiert, dass der Zusammenhang zwischen Cannabis und der gesteigerten Neigung zu suizidalem Verhalten (SB) bei Patienten mit psychischen Störungen variiert. Es ist bekannt, dass SB in Abhängigkeit vom Geschlecht variiert. Daher ist es Ziel dieser Studie den Zusammenhang zwischen Cannabisnutzung und suizidalem Verhalten bei Männern und Frauen mit psychischen Störungen zu untersuchen. Es wurden Daten von 465 Männern und 444 Frauen aus zwei Studien (ansässig in Ontario, Kanada; n = 985) unter Anwendung eines multivariablen logistischen Regressionsmodells genutzt. Unter diesen befanden sich 112 Männer und 158 Frauen, welche einen Selbstmordversuch unternommen hatten. Das durchschnittliche Alter betrug 40 ± 12,4 Jahre. Bei Männern (OR = 1,34; 95% CI 0,81; 2,22; p = 0,260) und bei Frauen (OR = 0,97; 95% CI 0,61; 1,54; p = 0,884) konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen Cannabisnutzung und Selbstmordversuchen festgestellt werden. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse, welche nur eine Stichprobe von Patienten mit Substanzmissbrauch einschloss, konnte eine geringe, aber signifikante Assoziation zwischen Schweregrad der Cannabisnutzung und SB bei Männern festgestellt werden. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass kein Zusammenhang zwischen Cannabisnutzung und suizidalem Verhalten bei Männern und Frauen mit psychischen Störungen besteht, wobei der Schweregrad der Cannabisnutzung eine Wirkung auf Männer haben könnte. Der Einfluss von Cannabis auf psychische Störungen sollte weiterhin, insbesondere hinsichtlich der verbreiteten Nutzung und der bevorstehenden Legalisierung und dem vermehrten Zugang untersucht werden.DatenanalyseN=985
8.       CBD, Psychiatrische EffekteSchizophrenieBoggs et al. 2018The effects of cannabidiol (CBD) on cognition and symptoms in outpatients with chronic schizophrenia a randomized placebo controlled trialPsychopharmacology 235 (7), S. 1923–1932. DOI: 10.1007/s00213-018-4885-9„Die kognitiven und symptomatischen Effekte von CBD bei ambulanten Patienten mit chronischer Schizophrenie in einem randomisierten, Placebo-kontrollierten Versuch“   Es handelt sich um eine sechswöchige, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie mit parallelen Gruppen und einer fixen Dosis von CBD oral 600mg/d oder Placebo in der Augmentation von 36 Patienten mit einer chronischen Schizophrenie die unter antipsychotischer Medikation stabil sind. Alle Probanden komplettierten den MATRICS Consensus Cognitive Battery (MCCB) zu Beginn und am Ende der Behandlung. Psychotische Symptome wurden mittels Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) zu Beginn und zweiwöchentlich erhoben. Es zeigte sich kein Effekt der Zeit oder des CBD auf die MCCB Mittelwerte, während das Produkt aus Medikation und Zeit einen signifikanten Effekt offenbarte (p=0,02). Durch Post hoc Analysen zeigte sich, dass allein durch Placebo behandelte Patienten eine Besserung im Verlauf erfuhren (p=0,03). Es gab eine signifikante Verringerung des PANSS total score über die Zeit (p<0,0001) aber ohne signifikante Interaktion von Medikation und Zeit (p=0,18). Nebenwirkungen fielen für CBD und Placebo gleich aus, mit der Ausnahme von Sedierung, die in der CBD Gruppe häufiger war. Bei der untersuchten Dosis zeigte sich keine Assoziation von CBD und einer Besserung der MCCB oder PANSS Werte bei stabilen Patienten mit chron. Schizophrenie unter antipsychotischer Medikation. CBD war gut verträglich und verursachte keine Verschlechterung der Stimmung, Suizidalität oder Dyskinesien. Ausgeführt wurde die Studie durch die Schizophrenia neuropharmacology Research Group at Yale SNRGY.Randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie36
9.       Psychiatrische EffekteParanoia, Angst, Sorgen, Depression, negative Gedanken, reduzierte ArbeitsgedächtnisFreeman et al. 2015How cannabis causes paranoia: using the intravenous administration of ∆9-tetrahydrocannabinol (THC) to identify key cognitive mechanisms leading to paranoiaSchizophr Bull. 2015 Mar;41(2):391-9. doi: 10.1093/schbul/sbu098. Epub 2014 Jul 15.„Wie Cannabis Paranoia verursacht: Die Entdeckung kognitiver Schlüsselmechanismen durch die intravenöses THC zu Paranoia führt“   Eine randomisierte, Placebo kontrollierte Parallelgruppen Studie der Universität Oxford untersuchte die Effekte einer intravenösen Verabreichung von THC anhand von 121 Patienten mit paranoiden Vorstellungen die Placebo, THC oder THC und vorhergehend einen kognitiven Aufmerksamkeitstest erhielten. Außerdem wurde die Paranoia erhoben. THC steigerte signifikant Paranoia, negativen Affekt (Angst, Sorgen, Depression, negative Gedanken über sich selbst) und die Bandbreite außergewöhnlicher Erfahrungen und reduzierte das Arbeitsgedächtnis. Der Anstieg negativen Affekts und der Bandbreite außergewöhnlicher Erfahrungen erklärte den Anstieg der Paranoia vollständig in der Komponentenanalyse. Die Veränderungen im Arbeitsgedächtnis führten nicht zur Paranoia. Die Aufklärung der Patienten Teilnehmer über die Effekte THCs zeigte kaum Wirkung. THC löst paranoide Gedanken aus in vulnerablen Individuen, wahrscheinlich mittels einer Steigerung des negativen Affekts und außergewöhnlicher Erfahrungen.Randomisierte, Placebo kontrollierte Parallelgruppen Studie121
10.     Psychiatrische Effekte, TraumaPTSDJetly et al. 2015The efficacy of nabilone, a synthetic cannabinoid, in the treatment of PTSD-associated nightmares: A preliminary randomized, double-blind, placebo-controlled cross-over design studyPsychoneuroendocrinology 51, S. 585–588. DOI: 10.1016/j.psyneuen.2014.11.002.„Die Wirksamkeit von Nabilone, einem synthetischen Cannabinoid, in der Behandlung von PTSD assoziierten Alpträumen: eine vorläufige, randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie im Crossover Design“   In einer randomisierten, doppelblinden Studie im Crossover Design aus Kanada wurde die Wirksamkeit von Nabilone in der Behandlung von 10 männlichen PTSD Patienten untersucht, die trotz den Standardbehandlung unter Alpträumen litten. Verabreicht wurde Placebo (PBO) oder 0,5mg Nabilone und Titration bis zur effektiven Dosis (Suppression der Alpträume) oder der Maximaldosis von 3,0mg. Im Vergleich zu Placebo zeigte sich mit Nabilone eine signifikante Reduktion der Alpträume (1,0 ± 2,1; 3,6 ± 2,4; p=0,03), sowie eine Verbesserung des klinischen Eindrucks (Clinical Global Impressinon of Change; 3,2 ± 1,2 minimal verbessert; 1,9 ± 1,1 stark verbessert; p=0,05). Fünf der zehn Patienten verbesserten sich mit Nabilone sehr im Vergleich zu einem von neun unter Placebo. Die Lebensqualität zeigte sich mit Nabilone im Vergleich zu Placebo signifikant verbessert (-0,4 ± 20,6; 20,8 ± 22; p=0,04). Der Anteil an Nebenwirkungen belief sich mit Nabilone auf 50% und mit Placebo auf 60%, schwere Nebenwirkungen oder vorzeitige Abbrüche gab es keine. Nabilone sorgte für eine signifikante Erleichterung der Betroffenen mit PTSD.    Randomisierte, doppelblinde, Crossover, Placebo kontrollierte Studie10
11.     Psychiatrische EffekteSprachlosigkeit in Folge des Gilles de la Tourette Syndrom, Stimmblockade, TicksJakubovski et al. 2017Speechlessness in Gilles de la Tourette Syndrome: Cannabis-Based Medicines Improve Severe Vocal Blocking Tics in Two PatientsInt J Mol Sci. 2017 Aug 10;18(8). pii: E1739. doi: 10.3390/ijms18081739„Sprachlosigkeit in Folge des Gilles de la Tourette Syndrom – Cannabisbasierte Medizin verbessert mehrere Stimmblockade-Ticks bei zwei Patienten“   Hierbei handelt es sich um die Fallberichte zwei junger männlicher deutscher Patienten mit behandlungsresistentem Tourette-Syndrom (TS), welche unter Gestotter-ähnlichen Unregelmäßigkeiten der Sprache, verursacht durch Stimmblockade-Ticks und Palilalie, leiden. Fall 1: ein 19-jähriger Patient erhielt medizinisches Cannabis in einer Dosierung von 1 x 0,1g Cannabis täglich. Fall 2: ein 16-jähriger Patient erhielt Dronabinol in einer maximalen Dosierung von 22,4-33,6mg pro Tag. Beide Behandlungen ermöglichten eine signifikante Verbesserung der Symptome der Stimmblockade-Ticks, als auch der komorbiden Konditionen und wurden gut toleriert. In diesem Zusammenhang scheint Cannabis-basierte Medizin wirksam bei der Behandlung von Sprachblockade-Ticks von Patienten mit TS zu sein.Fallbericht2
12.     DepressionCannabis, Opioide, Depression, Beklemmung, Schmerz, chronische SchmerzenFeingold et al. 2017Depression and anxiety among chronic pain patients receiving prescription opioids and medical marijuanaJ Affect Disord. 2017 Aug 15;218, S. 1-7. doi: 10.1016/j.jad.2017.04.026„Depression und Beklemmung unter chronischen Schmerzpatienten, welche rezeptpflichtige Opioide und medizinisches Cannabis erhalten“.   Ziel dieser Querschnittsstudie war es, die Depressions- und Beklemmungsgrade bei Schmerzpatienten, welche rezeptpflichtige Opioide und medizinisches Cannabis erhielten, zu vergleichen. 474 der Teilnehmer wurden mit rezeptpflichtigen Opioiden (OP), 329 mit medizinischem Marihuana (MM) und 77 mit beidem behandelt (OPMM). Depression und Beklemmung wurden mit Hilfe des Depressionsmoduls des „Patient Health Questionnaire“ (PHQ-9) und der „Generalized Anxiety Disorder Scale“ (GAD-7) bewertet. Die Prävalenz von Depression in den OP-, MM- und OPMM-Gruppen betrug jeweils 57,1%; 22,3% und 51,4% und das Maß an Beklemmung lag bei jeweils 48,4%; 21,5% und 38,7%. Nach Überprüfung auf Störfaktoren wurde festgestellt, dass Patienten der OP-Gruppe signifikant mehr dazu neigten Depressionen (AOR = 6,18; 95% CI = 4,12-9,338) und Beklemmung (AOR = 4,12; CI = 3,84-5,71) zu entwickeln, als solche der MM-Gruppe. Patienten in der OPMM-Gruppe waren im Vergleich zu der MM-Gruppe empfänglicher für Depressionen (AOR = 3,34; CI = 1,52-7,34). Die Depressions- und Beklemmungsniveaus waren bei chronischen Schmerzpatienten, welche Opioide erhielten, höher als bei solchen, die medizinisches Marihuana erhielten. Diese Ergebnisse sollten bei der Entscheidung bezüglich der geeignetsten Behandlungsmodalität für chronischen Schmerz, insbesondere bei Patienten mit einem Risiko für Depressionen und Beklemmung, in Betracht gezogen werden.Querschnittsstudie474
13.     ADHSErwachsene mit ADHSCooper et al. 2017Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trialEur Neuropsychopharmacol. 2017 Aug;27(8), S.795-808. doi: 10.1016/j.euroneuro.2017.05.005„Cannabinoide bei ADHS – randomisierte kontrollierte Studie“   Bei der EMA-C-Studie (Experimental Medicine für ADHS-Cannabinoide) handelte es sich um eine randomisierte, placebo-kontrollierte, experimentelle Pilotstudie über die Wirkung von Sativex (oromukosales Spray) auf 30 Erwachsene mit ADHS. Das Primärergebnis schloss kognitive Leistungen und Aktivitätsgrad (Qb-Test), das Sekundärergebnis Symptome für ADHS und emotionale Labilität (EL) ein. Im Zeitraum vom 17.07.2014 bis zum 18.06.2015 wurden die Teilnehmer willkürlich der aktiven (n = 15) oder der Placebogruppe (n = 15) zugeteilt. Bezüglich des Primärergebnisses konnte die ITT-Analyse keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nachweisen, wobei die aktive Gruppe jedoch in der Regel bessere Scores aufwies, als die Placebogruppe (Est = -0,17; 95% CI von -0,4 auf 0,07; p = 0,16, n = 15/11 aktiv/placebo). Das Sekundärergebnis war mit einer nominal signifikanten Verbesserung der Hyperaktivität/Impulsivität (p = 0,03), einer kognitiven Messung der   Inhibition (p = 0,05) und einem Trend in Richtung einer verbesserten Aufmerksamkeit (p = 0,1) und verbesserten EL-Symptomen (p = 0,11) assoziiert. Die per-Protokoll-Effekte waren stärker ausgeprägt. Nach Anpassung an Mehrfachprüfung konnten keine signifikanten Ergebnisse erzielt werden. Eine schwere (muskuläre Anfälle/Spasmen) und drei milde Nebenwirkungen traten in der aktiven Gruppe und eine schwere (kardiovaskuläre Probleme) in der Placebogruppe auf. Erwachsene mit ADHS könnten eine Subgruppe darstellen, bei denen der Cannabiskonsum zu einer Symptomreduktion und keiner kognitiven Einschränkung führt. Auch wenn diese Studie nicht abschließend ist, so liefert sie vorläufig Beweise, welche die Selbst-Medikationstheorie der Cannabisnutzung bei ADHS unterstützen und die Notwendigkeit weiterführender Studien deutlich machen.  Randomisierte, placebo-kontrollierte, experimentelle Pilotstudie30
14.     CBDSchmerz, Angstzustände, Depression, SchlafstörungCorroon et al. 2018A Cross-Sectional Study of Cannabidiol UsersCannabis Cannabinoid Res. 2018 Jul 1;3(1), S. 152-161. doi: 10.1089/can.2018.0006„Eine Querschnittsstudie unter CBD-Nutzern“   Im Rahmen dieser Studie wurde mit Hilfe einer Online-Umfrage mit den Fragestellungen wer, wie und warum Personen aktuell CBD nutzen, eine Stichprobe von 2409 Personen rekrutiert (via Social Media). Die anonyme Umfrage wurde vom 25. Oktober 2017 bis zum 25. Januar 2018 durchgeführt. Fast 62% der CBD-Nutzer berichteten davon CBD zur Behandlung einer medizinischen Kondition einzusetzen; die drei häufigsten Konditionen waren Schmerz, Angstzustände und Depression. Hierbei gaben 36% an, dass CBD ihren medizinischen Zustand „sehr gut“ therapierte; nur 4,3% gaben einen „nicht sehr guten" therapeutischen Effekt an. Einer von drei Nutzern berichtete von nicht ernsthaften Nebenwirkungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass CBD zur Behandlung einer medizinischen Kondition genutzt wurde, war 1,44-mal (95% CI; 1,16-1,79) höher bei Personen mit unregelmäßiger Nutzunng als bei jenen mit regelmäßigem Konsum. Konsumenten nutzen CBD als spezifische Therapie für mehrere diverse medizinische Konditionen, insbesondere Schmerz, Angstzustände, Depression und Schlafstörungen. Diese Daten geben Anlass zu weiterer Nachforschung, um das therapeutische Potenzial von CBD besser zu verstehen.Online-Umfrage2409
15.     Psychiatrische EffekteDepression, Cannabis-KonsumDierker et al. 2017Depression and marijuana use disorder symptoms among current marijuana usersAddict Behav. 2018 Jan; 76:161-168. doi: 10.1016/j.addbeh.2017.08.013„Depression und Symptome durch Marijuana-Missbrauch bei Marijuana-Konsumenten“   Depression ist ein konsistentester Risikofaktor für den steigenden Substanzabusus einerseits und für das Auftreten von substanzabhängigen Symptomen, auch durch den Gebrauch von Maijuana, andererseits. Diese Studie untersucht den Zusammenhang von Depression und dem Auftreten von durch Marijuana-Konsum-assoziierten Symptomen in Abhängigkeit von der Menge des Konsums. Von 28.557 Erwachsenen, die in den letzten 30 Tagen mindestens einmal Marijuana konsumierten, wurden die Angaben aus sechs nationalen Berichten zu Substanzgebrauch und Gesundheit ausgewertet. Die Daten wurden statistisch kontrolliert im Hinblick soziodemographische Charakteristika, Substanzgebrauch inkl. Marijuana, Alkoholkonsum, Rauchen und den Gebrauch weiterer illegaler Substanzen. Depression war demnach statistisch signifikant mit dem Auftreten von sämtlichen Symptomen assoziiert, die im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Marijuana stehen. Erwachsene Marijuana-Konsumenten hatten ein höheres Risiko für das Auftreten von Missbrauch-assoziierten Symptomen und für die absolute Anzahl von Symptomen. Dabei zeigte sich eine mit steigendem Konsum höhere Wahrscheinlichkeit für deren Auftreten. Die Autoren schlussfolgern, dass Depression einen sich nicht-verändernden Risikofaktor darstellt für das Auftreten von Symptomen, die mit dem Konsum von Marijuana assoziiert sind. Patienten mit einer depressiven Störung stellen daher eine bedeutende Subpopulation dar, die mit gezielten therapeutischen Interventionen begegnet werden sollte.Datenanalyse
16.     Psychiatrische EffekteNicht-affektive Psychose, Gewichtszunahme, Fett- und KohlenhydratstoffwechselVázquez-Bourgon et al. 2019Effect of cannabis on weight and metabolism in first-episode non-affective psychosis: Results from a three-year longitudinal study.J Psychopharmacol. 2019 Mar;33(3):284-294. doi: 10.1177/0269881118822173„Der Effekt von Cannabis auf Gewicht und Metabolismus beider Erstmanifestation einer Nicht-affektiven Psychose: Ergebnis einer 3-jährigen Längsschnittstudie“   Der inhalative Gebrauch von Cannabis ist unter Patienten mit diagnostizierten psychotischen Erkrankungen weit verbreitet. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Konsum und dem klinischen Erscheinungsbild und der Prognose der Erkrankung. Es existieren Erkenntnisse zu einem möglichen produktiven Effekt von Cannabis bezogen auf die Gewichtszunahme und damit zusammenhängende metabolische Veränderungen. Es wurde bisher jedoch noch nicht untersucht, inwiefern Patienten mit einer ersten pharmazeutisch-unbehandelten psychotischen Episode von einer Cannabis-Therapie profitieren. Ziel dieser Studie war, den Effekt von inhalativem Cannabiskonsum auf das Körpergewicht und Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel bei Patienten mit einer ersten Episode einer nicht-affektiven Psychose zu untersuchen. Es wurden die anthropometrischen Daten und Parameter des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels zu Beginn und nach Beendigung der Therapie nach 3 Jahren erhoben. Die Patienten gaben darüber hinaus Auskunft über ihren Cannabiskonsum zu beiden Zeitpunkten. Es wurden Subpopulationen etabliert: Fortführer, Nicht-Fortführer, Nicht-Konsumenten. Ergebnisse: Cannabiskonsumenten hatten zu Beginn ein geringeres Körpergewicht, BMI, Gesamtcholsterin und LDL-Cholesterin im Vergleich zu Nicht-Konsumenten. Diese Unterschiede zeigten sich ebenfalls nach 3 Jahren. Zudem zeigten die Nicht-Fortführer eine größere Gewichtszunahme, einen höheren BMI und höhere HDL-Cholsterin-Werte als Fortführen und Nicht-Konsumenten. Die Autoren schlussfolgern, dass der Konsum von Cannabis einen produktiven Effekt auf die Gewichtszunahme und damit einhergehende metabolische Veränderungen bei Psychosepatienten hat.Längsschnittstudie
17.     PTSD (PTBS)Cannabinoid, Nabilone, Schmerzen, Schlafstörungen, AlbträumeCameron et al. 2014Use of a synthetic cannabinoid in a correctional population for posttraumatic stress disorder-related insomnia and nightmares, chronic pain, harm reduction, and other indications: a retrospective evaluationIn: J Clin Psychopharmacol. 2014 Oct;34(5), S. 559-64. doi: 10.1097/JCP.0000000000000180„Einsatz eines synthetischen Cannabinoids für mit PTSD assoziierten Schlafstörungen und Albträumen, chronische Schmerzen, zur Schadensverminderung und weitere Indikationen innerhalb einer Häftlings-Population – eine retrospektive Evaluierung“   Diese retrospektive Studie analysierte Indikationen, Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung von 104 männlichen Häftlingen mit schwerwiegenden mentalen Erkrankungen mit Hilfe von Nabilone. Medikationen, die mit Beginn der Nabiloneeinnahme beendet wurden, fanden ebenfalls Berücksichtigung. Im Durchschnitt zeigte Nabilone eine Wirkung auf 3,5 Indikationen pro Patient, und reduzierte hierdurch in der Regel das polypharmazeutische Risiko. Die durchschnittliche Enddosis betrug 4mg. Die Ergebnisse wiesen auf signifikante Verbesserung von PTSD-assoziierten Schlafstörungen, Albträumen, PTSD-Symptomen und dem „Global Assessment of Functioning and subjective improvement“ bei chronischen Schmerzen hin. Mit Hilfe von Nabilone gelang es in vielen Fällen, Medikamente mit einem größeren Risikoprofil für Nebenwirkungen (oftmals Antipsychotika, Sedativa/Hypnotika), abzusetzen. Es konnten keine Hinweise auf Missbrauch innerhalb dieser Population mit hohem Risiko oder Minimierung der Wirksamkeit bei Applikation als Pulver mit Wasser anstelle der Kapselform festgestellt werden. Diese Studie bestärkt Nabilone als sichere, wirksame Behandlung für mehrere gleichzeitig auftretende Störungen bei Häftlingen mit ernsthaften mentalen Erkrankungen. Prospektive, randomisierte, kontrollierte Studien sind erforderlich, um diese vorläufigen Ergebnisse zu bestätigen. Zur Bestätigung der Wirksamkeit hinsichtlich Schadensverminderung sind Follow-up-Untersuchungen notwendig.Retrospektive Studie104
18.     PTSD (PTBS)Cannabis, Cannabisharz, PTBS, Angst-Störungen, Panikattacken, SelbstmutilationPassie et al. 2012Mitigation of post-traumatic stress symptoms by Cannabis resin: a review of the clinical and neurobiological evidenceDrug Test Anal. 2012 Jul-Aug;4(7-8), S. 649-59. doi: 10.1002/dta.1377„Linderung des PTBS mit Cannabisharz – Review klinischer und neurobiologischer Beweise“   Bei dieser Review handelt es sich um den Fallbericht eines 19-jährigen männlichen Patienten mit einem Spektrum schwerwiegender PTBS-Symptome (intensive Flashbacks, Panikattacken, Selbstmutilation), von denen sich einige durch das Rauchen von Cannabisharz drastisch reduzierten. Diese Review verdeutlicht anhand jüngster Studien, dass PTBS-Patienten in der Lage sein könnten, ihre Symptome mit Hilfe von Cannabisprodukten zu bewältigen. Cannabis könnte die Stärke bzw. die emotionalen Auswirkungen traumatischer Erinnerungen durch synergistische Mechanismen, die es für Personen mit PTBS einfacher machen könnten sich zu erholen, zu schlafen oder sich weniger ängstlich und weniger durch Flashback-Erinnerungen belastet zu fühlen, dämpfen. Sowohl die Anwesenheit von Endocannabinoid-Signalwegen innerhalb der Stress-sensitiven Nuclei des Hypothalamus, als auch in aufsteigenden limbischen Strukturen (Amygdala), weist auf die Bedeutung dieses Systems für die Regulation von neuroendokrinen und Verhaltens-Antworten auf Stress hin. Weiterhin häufen sich zunehmende Nachweise, dass Cannabinoide eine Rolle bezüglich der Angst-Extinktion und antidepressiver Effekte spielen könnten. Es wird geschlussfolgert, dass weitere Studien erforderlich sind, um das therapeutische Potential von Cannabinoiden zur Behandlung von PTBS-Symptomen zu evaluieren.Fallbericht1
Retrospektive Studie104
19.     PTSD (PTBS)Cannabis, THC, PTBSRoitman et al. 2014Preliminary, open-label, pilot study of add-on oral Δ9-tetrahydrocannabinol in chronic post-traumatic stress disorderClin Drug Investig. 2014 Aug;34(8), S. 587-91. doi: 10.1007/s40261-014-0212-3„Vorläufige, open-label Pilotstudie über THC als Add-on bei chronischer PTBS“   Diese open-label Studie bewertet Toleranz und Sicherheit eines oral absorbierbaren THC zur Behandlung von chronischer PTBS. 10 Patienten mit chronischer PTBS und konstanter Medikation erhielten zweimal täglich 5 mg THC als Add-on-Behandlung. Bei drei Patienten traten milde Nebenwirkungen auf, die jedoch die Fortsetzung der Behandlung nicht beeinflussten. Insgesamt kam es zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des allgemeinen Symptomschweregrades, der Schlafqualität, der Häufigkeit von Albträumen und PTSD-Übererregbarkeitssymptomen. Oral absorbierbares THC war sicher und wurde von Patienten mit chronischer PTBS gut toleriert.Open-label Studie10
20.     AutismusAnandamid, Arachidonsäure, Autismus-Spektrum-Störung, Cannabinoide, EndocannabinoidsystemAran et al. 2019Lower circulating endocannabinoid levels in children with autism spectrum disorder.Mol Autism. 2019 Jan 30;10:2. doi: 10.1186/s13229-019-0256-6. eCollection 2019."Reduzierte Serum- Endocannabinoid-Konzentrationen bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen“   Hintergrund: Das Endocannabinoidsystem (ECS) spielt eine große Rolle in der synaptischen Anpassungsfähigkeit (Plastizität) und der Neuromodulation. Störungen in Bereich des ECS wurden in einer Reihe von Untersuchungen an Tieren mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) nachgewiesen. In einigen dieser Studien konnte gezeigt werden, dass sich durch Aktivierung des ECS das Sozialverhalten verbesserte. Nun gibt es auch Hinweise für Dysregulationen bei Menschen mit ASD, jedoch fehlen bislang genauere Untersuchungen, die über den Zusammenhang des Funktionsstatus des ECS und den Ausprägungsformen der ASD berichten. Methoden: Bei 93 Kindern mit ASD und einer bezüglich des Alters und Geschlechts übereinstimmenden Kontrollgruppe mit 93 Kindern wurden die Serumkonzentrationen der wichtigsten Endocannabinoide (N-arachidonoylethanolamine (AEA) und 2-arachidonoylglycerol (2-AG) und deren endogenen Derivate AA (Arachidonsäure), PEA (N-palmitoylethanolamin) und OEA (N-oleoylethanolamin) mittels Tandem-Massenspektrometrie bestimmt. Die Ergebnisse wurden im Zusammenhang mit dem Alter und dem Medikamentengebrauch betrachtet und mit dem Alter, BMI, Geschlecht und dem Ausprägungsgrad der vorliegenden ASD laut verschiedener Klassifikationssysteme (ADOS-2, VABS-II, SRS-2) korreliert. Ergebnisse: Die Kinder mit ASD zeigten niedrigere Serumkonzentrationen (pmol/mL, MW ± STABW) für AEA, OEA und PEA, aber nicht für AA und 2-AG im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Serumwerte für AEA, OEA und PEA zeigten keinen signifikanten Zusammenhang zum Alter, Geschlecht, BMI, Medikation und der Klassifizierung der Erkrankung bei Patienten mit ASD. Die dargestellten Korrelationen waren nach weiterer Analyse statistisch nicht signifikant. Fazit: Es wurden niedrigere Serumkonzentrationen für AEA, PEA und OEA bei Patienten mit ASD gemessen. Allerdings werden weitere Untersuchungen benötigt um herauszufinden, ob die Serum-Endocannbinoid-Konzentrationen als eine Art Biomarker geeignet sind, klinisch relevante Subgruppen innerhalb der ASD zu identifizieren und ob diese erniedrigten Serum-Werte geeignet sind, um eine Aussage über niedrigere ZNS-Werte für Endocannabinoide zu treffen.Experimentale Studie386
21.     CBD, Psychiatrische EffekteAutismus, CBD als adjuvantes TherapeutikumAran et al. 2019Brief Report: Cannabidiol-Rich Cannabis in Children with Autism Spectrum Disorder and Severe Behavioral Problems-A Retrospective Feasibility StudyJ Autism Dev Disord. 2019 Mar;49(3):1284-1288. doi: 10.1007/s10803-018-3808-2.„Cannabidiol-basiertes medizinisches Cannabis bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASD)- eine retrospektive Machbarkeitsstudie“   Diese retrospektive Studie untersuchte die Sicherheit, Toleranz und Effektivität von Cannabidiol-basiertem (CBD) medizinischem Cannabis als adjuvantes Therapeutikum bei Kindern mit therapie-refraktärer ASD. Diese Studie wurde durchgeführt, dass es bislang nur Expertenmeinungen zu dieser Fragestellung gab, jedoch keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Zu diesem Zweck wurden 60 Kinder mit ASD mit oralem CBD und Tetrahydrocannabinol (THC) in einem Verhältnis von 20:1 behandelt, wobei die Maximaldosis 10mg/kg/d betrug. Die Tolerabilität und Effektivität wurden anhand mehrerer etablierter Fragebögen evaluiert (Liverpool Adverse Events Profile, the Caregiver Global Impression of Change (CGIC) scale, the Home Situations Questionnaire–Autism Spectrum Disorder (HSQ-ASD) and the Autism Parenting Stress Index (APSI)). Die Verhaltensauffälligkeiten verbesserten sich in einem sehr großen oder großen Ausmaß (laut CGIC-Skala) bei 61% der Patienten. Ängstlichkeit und Kommunikation verbesserten sich in einem großen Ausmaß (39%) oder sehr großem Ausmaß (47%). Störendes Verhalten verbesserte sich um 29% im Vergleich zum Ausgangswert, welcher anhand des HSQ-ASD bestimmt wurde. Ebenso berichteten die Eltern von einem um 33% reduzierten Distressverlevel. Die beobachteten Effekte waren verbreiteter bei Jungen mit nicht-syndromatischer ASD. Beobachtete unerwünschte Nebenwirkungen waren Schlafstörungen (14%), Reizbarkeit (9%) und Appetitverlust (9%). Die Autoren schlussfolgern, dass postuliert die Verwendung von CBD-basiertem medizinischem Cannabis zur optionalen Behandlung von Patienten mit therapierefraktärer ASD, woraufhin eine größer angelegte Studie begonnen wurde.Retrospektive Studie60
22.     CBD, Psychiatrische EffekteAutismus, Entwicklung des Nervensystems, NeurotransmitterPretzsch et al. 2019Effects of cannabidiol on brain excitation and inhibition systems; a randomised placebo-controlled single dose trial during magnetic resonance spectroscopy in adults with and without autism spectrum disordNeuropsychopharmacology. 2019 Jul;44(8):1398-1405. doi: 10.1038/s41386-019-0333-8“Effekte von Cannbidiol auf Exzitation und Inhibierung im ZNS; eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Untersuchung mit Einzelgaben während Untersuchung mittels Magnetresonanzspektroskopie bei Erwachsenen mit und ohne Autismus-Spektrum-Störungen“   Es besteht aktuell ein wachsendes Interesse an dem Einsatz von Cannabis und dessen nicht-toxischen Hauptbestandteil Cannabidiol (CBD) in der Therapie von psychiatrischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen wie den Autismus-Spektrum-Störungen (ASD). Den klinischen Studien an dem Zielkollektiv sollte jedoch ein besseres Verständnis für die von CBD verursachten Effekte vorangestellt werden. Es existieren bereits Hinweise darauf, dass CBD modulierenden Einfluss auf Konzentrationen der exzitativen glutamatergen und inhibitorischen GABAergen Neurotransmitter nimmt, darunter in Regionen des ZNS, denen eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie der ASD zugeschrieben wird. Aufgrund der Unterschiede bei den genannten exzitatorischen und inhibitorischen Signalwegen kann die Wirkung via CBD bei Menschen mit und ohne ASD unterschiedlich ausfallen. Um den Effekt von CBD auf Glutamat- und GABA-Konzentrationen zu untersuchen und deren Ausprägung bei ASD wurden im Rahmen dieser Studie bei 34 gesunden männlichen Probanden (davon 17 mit ASD) die Glutamat- und GABA-Konzentrationen mittels Magnetresonanzspektroskopie gemessen. Diese Werte wurden jeweils zwei Stunden nach einer einmaligen oralen Gabe von 600 mg CBD oder einem Placebo gemessen. Der zweite Messzeitpunkt war frühestens nach 13 Tagen. In beiden Gruppen wurden nach CBD-Gabe erhöhte subcortikale und reduzierte kortikale Glutamatkonzentrationen gemessen. In allen untersuchten Hirnregionen (Basalganglien (BG) und dorsomedialer präfrontaler Kortex (DMPFC)) erhöhte CBD die Werte für GABA in der Kontrollgruppe, reduzierte sie jedoch im ASD-Kollektiv. Der Unterschied zwischen den Testgruppen war signifikant. Zusammenfassend hat CBD einen modulierenden Einfluss auf das Glutamat-/GABA-System, wobei das GABA-System präfrontal bei Menschen mit ASD abweichend reagiert im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Autoren empfehlen weitere Studien, um den Effekt einer chronischen CBD-Applikation zu untersuchen und ob akute Veränderungen im ZNS einen langfristigen Effekt haben.Randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie34
23.     DepressionCannabiskonsum, Gedächtnis und Struktur des ZNS, MRTRadoman et al. 2019Marijuana use and major depressive disorder are additively associated with reduced verbal learning and altered cortical thickness.Cogn Affect Behav Neurosci. 2019 Aug;19(4):1047-1058. doi: 10.3758/s13415-019-00704-4.„Marihuanakonsum und Major Depression werden zusätzlich mit vermindertem verbalem Lernen und veränderter kortikaler Dicke in Verbindung gebracht“   Es ist bekannt, dass der Konsum von Marijuana (MJ) und das Erkrankungsbild einer schweren Depression (MDD= major depression disorder) assoziiert sind mit einem erschwerten Spracherwerb, Gedächtnisstörungen und strukturellen Veränderungen des ZNS. Hingegen ist bislang nicht geklärt, ob MK bei einer vorliegenden MDD zu zusätzlichen Beeinträchtigungen führt. Daher war es das Ziel dieser Studie, die einzelnen als auch die kombinierten Effekte von MJ und MDD auf das sprachliche Gedächtnis und die Struktur des ZNS hi zu untersuchen. 141 junge Erwachsene im Alter von 18-25 Jahren mit MJ jedoch ohne anamnestische MDD, mit MDD ohne MJ, MJ mit anamnestischer MDD und eine gesunde Kontrollgruppe ohne MJ und MDD wurden in Subgruppen eingeteilt und untersucht. Die Teilnehmer absolvierten einen standardisierten Sprachtest (California Verbal Learning Test, CVLT-II), und bei 82 Teilnehmer wurden ebenfalls ein MRT durchgeführt. Die Daten wurden hinsichtlich der Ergebnisse aus dem CVLT-II, kortikaler Messparameter und des Volumens des Hippocampus ausgewertet. Es wurde ein kumulativer Effekt von MDD und MJ bei Gedächtnisleistungen und ein verlangsamtes Lernen bei der Gruppe mit MDD, jedoch bei der mit MJ gefunden. Ebenfalls als kumulativ wurde der Effekt bezogen kortikale Messparameter wie den mittleren Gyrus temporalis gefunden. Die Ergebnisse sprechen, laut der Autoren, dafür, dass MDD in MJ einen kumulativen Effekt auf die sprachliche Gedächtnisleistung und die kortikale Dicke im Bereich des Gyrus temporalis hat. Dies spricht dafür, dass MJ therapeutisch kontraindiziert ist bei Vorliegen einer MDD. Die Autoren empfehlen prospektive Studiendesigns, um die Frage nach einem kausalen Zusammenhang zu klären.Experimentelle Studie441
24.     PsychoseDronabinol, THC, Schizophrenie, PsychoseSchwarcz et al. 2010Improvement in refractory psychosis with dronabinol: four case reportsJ Clin Psychiatry. 2010 Nov;71(11), S. 1552-3. doi: 10.4088/JCP.10l06035yel„Verbesserung refraktärer Psychosen mit Hilfe von Dronabinol – vier Fallberichte“   Bei dieser Studie handelt es sich um den Bericht über vier Patienten mit refraktärer Schizophrenie, deren Zustand sich mittels THC-Behandlung beträchtlich besserte. Insgesamt hatten 8 Patienten eine Behandlung mit Dronabinol erhalten; unter diesen befanden sich vier Responder, die eine gute Verbesserung aufwiesen und vier non-Responder. Bei einem der Fälle handelte es sich um einen 54-jährigen Mann mit schizoaffektiver Störung, welcher trotz zahlreicher Medikationen über Jahre hinweg aggressiv, übergriffig und desorganisiert war. Vor der THC-Behandlung erhielt er über mehrere Monate täglich Clozapin, Risperidon, Lithium-Karbonat und Clonazepam, jedoch ohne signifikanten Nutzen. Nach dem Hinzufügen von 5mg THC, zweimal täglich, wurde der Patient ruhiger, kooperativer, rationaler und verbesserte sich allgemein stark. Gleiches wurde auch bei den übrigen drei Respondern festgestellt. Bei keinem der non-Responder kam es zu einer Verschlechterung der Psychose oder anderen Wirkungen. Die Autoren nehmen an, dass die Ursache der Psychose innerhalb dieser kleinen Untergruppe eine niedrige endogene Cannabinoid-Gehirnfunktion ist, in dessen Folge die Cannabinoidstimulation ihr Verhalten verbesserte.Fallberichte8
25.     DemenzCannabis, THC, DemenzShelef et al. 2016Safety and Efficacy of Medical Cannabis Oil for Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia: An-Open Label, Add-On, Pilot StudyJ Alzheimers Dis. 2016;51(1), S. 15-9. doi: 10.3233/JAD-150915„Sicherheit und Wirksamkeit medizinischen Cannabis-Öls zur Behandlung von Verhaltens- und psychologischen Symptomen der Demenz – eine open-label-add-on Pilot-Studie“   Diese 4-wöchige prospektive Studie untersuchte Wirksamkeit und Sicherheit eines medizinischen THC-haltigen Cannabis-Öls (MCO) bei 11 Demenzpatienten als add-on zur bestehenden Pharmakotherapie hinsichtlich dessen lindernden Wirkung auf Verhaltens- und psychologische Symptome (BPSD). 10 Patienten vervollständigten die Studie. Es wurden eine signifikante Reduktion des Scores des klinischen Gesamteindruckes (CGI; 6,5 auf 5,7; p < 0,01) und des Nottingham-Prognostic- Index-Scores (NPI; 44,4 auf 12,8; p < 0,01) festgestellt. Die NPI-Domänen mit signifikanter Reduktion waren: Wahnvorstellungen, Agitation/Aggression, Reizbarkeit, Apathie, Schlaf und Pfleger-Notfälle. MCO als Add-on zur bestehenden Pharmakotherapie von Demenz-Patienten ist sicher und eine vielversprechende Behandlungsoption.Open-label Studie11
26.     Tourette SyndromCannabis, Gilles de la Tourette Syndrom, ADHS,Hasan et al. 2010syndrome in an adolescent by increasing intracortical inhibition: a case reportJ Clin Psychopharmacol. 2010 Apr;30(2), S. 190-2. doi: 10.1097/JCP.0b013e3181d236ec„Orales THC verbesserte das refraktäre Gilles de la Tourette Syndrom eines Erwachsenen durch erhöhte intrakortikale Inhibition – ein Fallbericht“   Diese Studie beschreibt den klinischen Verlauf der Behandlung eines 15-jährigen Jungen mit refraktärem Gilles de la Tourette Syndrom (TS) und einer komorbiden Aufmerksamkeits/Hyperaktivitäts-Störung mit Hilfe eines oralen THC-Präparates in Bezug auf die THC-Plasmaniveaus und intrakortikale Inhibition, gemessen mittels transkranialer magnetischer Stimulation. Die THC-Administration verbesserte die Tics erheblich und ohne Nebenwirkungen und ermöglichte eine parallele Simulationsbehandlung der komorbiden ADHS. Einhergehend mit der THC-Behandlung kam es zu einer Verminderung der intrakortikalen Inhibition, was sich in der verstärkten Kurzzeitintervall-intrakortikalen Inhibition und der Prolongation der kortikalen Ruheperiode wiederspiegelte. Diese Beobachtungen suggerieren, dass THC eine erfolgreiche Therapiealternative bei Patienten mit schwerem refraktären Tourette-Syndrom sein könnte. Insbesondere im Falle einer Stimulus-induzierten Exazerbation der Tics, könnte THC eine erfolgreiche Behandlung der komorbiden ADHS ermöglichen. Die Verstärkung der intrakortikalen Inhibition könnte durch die modulierende Freisetzung von verschiedenen Neurotransmittern (einschließlich Dopamin und γ-Aminobuttersäure) vermittelt werden. Weitere Studien sind erforderlich um diese Ergebnisse zu konkretisieren.Fallbericht
27.     PBTSSchlaf, Cannabis, PTBS,Bonn-Miller et. al 2014In: Drug Alcohol Depend. 2014 Mar 1;136, S. 162-5. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2013.12.008„Einsatz von Cannabis um besser schlafen zu können – erhöhte Frequenz der Cannabisnutzung unter Patienten mit PTBS“   Vorangegangene Studien suggerierten, dass PTBS-Patienten oft Cannabis zur Bewältigung ihres Zustandes nutzen, was in einem frequenteren und problematischerem Muster des Cannabiskonsums resultiert. Die aktuelle Studie evaluierte spezifische Motivationen der Nutzung zur Bewältigung des Krankheitszustandes, Frequenz des Cannabis- und Alkoholkonsums und die mentale Gesundheit von 170 Patienten eines „Medical Cannabis Dispensary“ in Kalifornien. Patienten mit hohen PTBS-Scores waren eher dazu geneigt, Cannabis zur Verbesserung von Schlaf und zur besseren Bewältigung ihres Zustandes einzusetzen, als solche mit niedrigen PTBS-Scores. Des Weiteren wiesen Patienten mit hohen PTBS-Scores, welche Cannabis zur Förderung ihres Schlafes einsetzten, eine höhere Frequenz der Cannabisnutzung auf, als solche mit niedrigen PTBS-Scores oder jene, die es nicht zum Zweck eines verbesserten Schlafes nutzten. Übereinstimmend mit vorherigen Untersuchungen stellte diese Studie eine erhöhte Rate und Frequenz der Bewältigungs-orientierten Cannabisnutzung unter medizinischen Cannabiskonsumenten mit hohen PTBS-Scores, verglichen mit jenen mit niedrigen PTBS-Scores, fest. Weiterhin schien die Verbesserung des Schlafes primäre Motivation für die Bewältigungs-orientierte Nutzung zu sein. Zusätzliche Nachforschungen sind erforderlich, um Gesundheitskonsequenzen dieses Musters der Cannabisnutzung zu untersuchen und um herauszufinden, inwiefern alternative schlaffördernde Interventionen (z.B. CBT-I) die Abhängigkeit von Cannabis für einen angemessenen Schlaf reduzieren können.170
28.     ParkinsonMotorische- und nicht-motorische Symptome bei ParkinsonLotan et al. 2014Clin Neuropharmacol. 2014 Mar-Apr;37(2), S. 41-4. doi: 10.1097/WNF.0000000000000016„Cannabis (medizinisches Marihuana)-Behandlung von motorischen- und nicht-motorischen-Symptomen bei Parkinson – open-label Beobachtungsstudie“   Diese open-label Beobachtungsstudie untersuchte die klinische Wirkung von Cannabis auf motorische- und nicht-motorische Symptome bei Parkinson. Im Zeitraum von 2011 bis 2012 wurden 22 Parkinson-Patienten der Klinik für motorische Störungen eines tertiären Klinikums jeweils zu Beginn und 30 Minuten nach dem Rauchen von Cannabis mittels folgender Instrumente evaluiert: Unified Parkinson Disease Rating Scale, Visual Analog Scale, Present Pain Intensity Scale, Short-Form McGill Pain Questionnaire und Medical Cannabis Survey National Drug and Alcohol Research Center Questionnaire. Der durchschnittliche Gesamt-Score der Unified Parkinson Disease Rating Scale verbesserte sich signifikant von 33,1 (13,8) zu Beginn, auf 23,2 (10,5) nach Cannabiskonsum (t = 5,9; P < 0,001). Weiterhin offenbarte die Analyse spezifischer motorischer Symptome eine signifikante Verbesserung von Tremor (P < 0,001), Rigidität (P = 0,004) und Bradykinesie (P < 0,001) infolge der Behandlung. Auch Schlaf- und Schmerz-Scores verbesserten sich signifikant. Signifikante Nebenwirkungen konnten nicht festgestellt werden. Die Studie suggeriert, dass Cannabis Bestandteil des Handwerkszeugs zur Behandlung von Parkinson sein könnte. Größer angelegte, kontrollierte Studien sind erforderlich, um die Resultate zu verifizieren.Open-label Beobachtungsstudie22
29.     DemenzCannabis, Dronabinol, THC, Demenz, Agitation, AlzheimerWalther S, Mahlberg R, Eichmann U, Kunz DPsychopharmacology (Berl). 2006 May;185(4), S. 524-8; DOI: 10.1007/s00213-006-0343-1„THC bei nächtlicher Agitation bei schwerer Demenz“   Ziel dieser open-label Pilot-Studie war es, die Wirkung des Cannabinoids Dronabinol auf die nächtliche motorische Aktivität zu ermitteln. Sechs Patienten im letzten Demenz-Stadium, welche unter circadianen und Verhaltens-Störungen litten, fünf Patienten mit Alzheimer und ein Patient mit vaskulärer Demenz wurden über einen Zeitraum von 2 Wochen täglich mit 2,5mg Dronabinol behandelt. Die motorische Aktivität wurde objektiv mittels Aktigraphie gemessen. Im Vergleich zur Baseline führte Dronabinol zu einer Reduktion der nächtlichen Motoraktivität (P = 0,028). Diese Ergebnisse wurden sowohl durch die Verbesserungen des Neuropsychiatric Inventory total Scores (P = 0,027), als auch die Subscores für Agitation, aberrante Motorik und nächtliches Verhalten (P<0,05) bekräftigt. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Diese Studie suggeriert, dass Dronabinol die nächtliche motorische Aktivität und Agitation bei schwer dementen Patienten reduzieren konnte. Auf diese Weise scheint Dronabinol eine mögliche neue Behandlungsoption für Verhaltens- und circadiane Störungen bei Demenz zu sein.Open-label Studie6/td>