Übersicht Abstracts Schlaf

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1.       SchmerzNeuropathische Schmerzen, SchlafqualitätSerpell et al. 2014A double-blind, randomized, placebo-controlled, parallel group study of THC/CBD spray in peripheral neuropathic pain treatmentEuropean journal of pain (London, England) 18 (7), S. 999–1012. DOI: 10.1002/j.1532-2149.2013.00445.x.„Eine doppelblinde, randomisierte, placebo-kontrollierte Studie paralleler Gruppen von THC/CBD Spray bei der Behandlung von peripherem neuropathischem Schmerz.“   Die Wirksamkeit des THC/CBD oromucosalen Sprays in Bezug auf peripheren neuropathischen Schmerz (PNP) mit Allodynie wurde in dieser 15-wöchigen, randomisierten, doppelblinden und placebo-kontrollierten Parallelgruppen-Studie untersucht. Insgesamt wurden 303 Patienten mit PNP assoziiert mit Allodynie voruntersucht und 128 randomisiert zu THC/CBD Spray und 118 zu Placebo, als Zusatz zur bestehenden analgetischen Therapie. Die primären Endpunkte waren eine 30% Response Rate in einer numerischen rating Skala (NRS) des PNP und die mittlere Veränderung dieses Scores im Vergleich von Beginn und Ende der Behandlung. Verschiedene sekundäre Endpunkte betreffend Schmerz und Funktionalität wurden erhoben. Bei dem Level von 30% Response wurden in der vollständigen Analyse (Intention-to-treat) statistisch signifikante Unterschiede gefunden zum Vorteil von THC/CBD Spray (p=0,034, 95% KI: 1,05-3,70). Es wurde außerdem eine Reduktion des Mittelwerts des PNP NRS innerhalb beider Behandlungsgruppen gefunden, die zwar in der THC/CBD Spray Gruppe überwog, aber keine statistische Signifikanz erreichte. Sekundäre Messungen zur Schlafqualität NRS (p=0,0072) und des subjektiven Gesamteindrucks einer Veränderung (SGIC) (p=0,023) zeigten ebenfalls einen statistisch signifikanten Unterschied der Behandlung mit Vorteil für das THC/CBD Spray. Diese Ergebnisse zeigen, dass ein wesentlicher Anteil sonst therapieresistenter Patienten klinisch bedeutsame Verbesserungen von Schmerz, Schlafqualität und SGIC der Schwere ihres Zustands mit THC/CBD Spray erreicht. THC/CBD Spray wurde gut toleriert.Doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie303
2.       SchmerzNeuropathische Schmerzen, Allodynie, SchlafqualitätNurmikko et al. 2007Sativex successfully treats neuropathic pain characterised by allodynia: a randomised, double-blind, placebo-controlled clinical trialPain. 2007 Dec 15;133(1-3); S. 210-20„Erfolgreiche Behandlung von neuropathischem Schmerz, charakterisiert durch Allodynie, mit Sativex: randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Studie“   Diese Studie evaluiert die Effekte von oro-mucosalem Sativex (THC: CBD) auf Schmerz und Allodynie bei 125 Patienten mit neurophatischem Schmerz peripheren Ursprungs im Rahmen einer fünfwöchigen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Parallelstudie. Die bereits bestehende analgetische Therapie der Patienten wurde beibehalten. 63 Patienten wurden randomisiert und erhielten Sativex und 62 Placebos. Bei Patienten, die Sativex erhielten war die durchschnittliche Reduktion des Schmerzintensitätsscores stärker ausgeprägt als bei jenen, die das Placebo erhielten (-1,48 Punkte vs. -0,52 Punkte; 0-10-Skala). Verbesserungen in Bezug auf die neuropathische Schmerzskala, Schlaf, dynamische und punktuelle Allodynie, „Pain Disability Index“ und „Patient’s Global Impression of Change“ waren in ähnlichem Maße bei Sativex stärker ausgeprägt, als beim Placebo. Sedative und gastrointestinale Nebenwirkungen traten v.a. bei Patienten auf, die Sativex einnahmen. 18% der Patienten, die Sativex erhielten und 3% der Patienten, welche das Placebo erhielten, stiegen aus der Studie aus. Eine „Open-label extension-Studie“ wies nach, dass die initiale Schmerzlinderung auch für weitere 52 Wochen ohne toxische Erscheinungen beibehalten werden konnte.  Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie125
3.       Schmerz, KrebsChronischer Schmerz, Krebs, SchlafstörungPortenoy et al. 2012Nabiximols for opioid-treated cancer patients with poorly-controlled chronic pain: a randomized, placebo-controlled, graded-dose trialJ Pain. 2012 May;13(5), S. 438-49. doi: 10.1016/j.jpain.2012.01.003„Nabiximols für opioidbehandelte Krebspatienten mit schlecht-kontrolliertem chronischen Schmerz: randomisierte, placebokontrollierte, graded-dose Studie“   In Rahmen dieser Studie erhielten Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Zustand und opioidresistentem Schmerz ein Placebo oder Nabiximols in niedriger Dosis (1-4 Sprühstöße/Tag), mittlerer Dosis (6-10 Sprühstöße/Tag) oder hoher Dosis (11-16 Sprühstöße/Tag). Über die 5-wöchige Behandlungsdauer hinweg wurden durchschnittlicher Schmerz, stärkster Schmerz und Schlafstörungen täglich gemessen; andere Fragebögen bewerteten Lebensqualität und Stimmung. Von 360 teilnehmenden Patienten schlossen 263 die Studie ab. Zwischen den Gruppen bestanden keine Baseline-Unterschiede. Während die 30%-Ansprechrate keine Signifikanz für Nabiximols vs. Placebo aufwies, demonstrierte eine sekundäre kontinuierliche Analyse des durchschnittlichen täglichen Schmerzes (Baseline bis Ende der Studie), dass die Nabiximols dem Placebo gegenüber analgetisch insgesamt überlegen waren (insbesondere bei niedriger und mittlerer Dosis). In der Gruppe mit niedriger Dosierung waren die Ergebnisse für den mittleren durchschnittlichen Schmerz, mittleren stärksten Schmerz und mittlere Schlafstörung ähnlich. Andere Fragebögen wiesen keine signifikanten Gruppenunterschiede auf. Nebeneffekte waren dosisabhängig und fielen nur in der Gruppe mit hoher Dosierung negativ gegenüber dem Placebo auf. Nabiximols könnten ein nützliches add-on-Analgetikum für Patienten mit opioidresistente Schmerzen bei Krebspatienten sein. Diese Studie demonstrierte Wirksamkeit und Sicherheit bei niedriger und mittlerer Dosierung.Randomisierte, Placebo- kontrollierte Studie263
4.       SchmerzChronische Schmerzen; MetaanalyseStockings et al. 2018Cannabis and cannabinoids for the treatment of people with chronic noncancer pain conditions: a systematic review and meta-analysis of controlled and observational studiesPain 159 (10), S. 1932–1954. DOI: 10.1097/j.pain.0000000000001293.„Cannabis und Cannabinoide in der Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen in Abwesenheit von Krebs: systematisches Review und Meta-Analyse kontrollierter Studien und Beobachtungsstudien“   In einer Meta-Analyse der Universität Sydney wurde die Evidenz der Behandlung chronischer Schmerzen in Abwesenheit von Krebs (CNCP: chronic noncancer pain) mit Cannabinoiden untersucht anhand von 47 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und 57 Beobachtungsstudien. Im Vergleich der RCTs zeigte sich für die Reduktion der Schmerzen um 30% ein signifikanter Unterschied zwischen den Anteilen mit Cannabinoiden (29,0%) und Placebo (25,9%). Die Anzahl der zu Behandelnden für einen Erfolg lag bei 24 (NNT). Für eine Reduktion der Schmerzen um 50% ergab sich kein signifikanter Unterschied. Der Unterschied in der Schmerzstärke entsprach 3mm als in den Placebo Gruppen auf einer 100mm visuellen Analogskala. Der Anteil der Nebenwirkungen lag mit Cannabinoiden bei 81,2% und mit Placebo bei 66,2%. Die Anzahl der zu Behandelnden für einen Nachteil lag bei 6 (NNH). Es zeigten sich Hinweise auf einen verbesserten Schlaf. Die Evidenz für die Behandlung von CNCP ist limitiert, die NNT fällt hoch aus und die NNH niedrig. Cannabinoide stellen wahrscheinlich keine effektive Behandlung für CNCP dar.Meta-Analyse
5.       Schmerz, Multiple SkleroseSativex, Multiple Sklerose, neuropathische Schmerzen, SchlafqualitätLangford et al. 2013  A double-blind, randomized, placebo-controlled, parallel-group study of THC/CBD oromucosal spray in combination with the existing treatment regimen, in the relief of central neuropathic pain in patients with multiple sclerosis.Neurol. 2013 Apr;260(4):984-97. doi: 10.1007/s00415-012-6739-4.„THC/CBD Spray zur Verbesserung des neuropathischen Schmerz bei Patienten mit Multipler Sclerose – doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie“   Eine doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte, Parallele Gruppen Studie mit oromukosalem THC/CBD Spray in Kombination mit bestehenden Behandlungsregimen zur Linderung zentraler neuropathischer Schmerzen bei Patienten mit Multiple Sklerose. Es handelt sich um die erste Phase 3 Placebo kontrollierte Studie. Von 339 Patienten, die unter bestehender Therapie keine ausreichende Analgesie erreicht haben, wurden 172 mit Placebo und 167 mit THC/CBD Spray als Zusatztherapie doppelblind für 14 Wochen behandelt, danach folgte eine 18 wöchige Entzugsstudie, wobei in den ersten 14 Wochen nicht verblindet behandelt wurde und in den letzten 4 Wochen erfolgte der Entzug doppelblind für 58 verbliebene Patienten mit den Endpunkten Therapieversagen und anhaltende Wirksamkeit. Der Unterschied von 5% in den Anteilen der Responder im Vergleich von Placebo und THC/CBD Spray genügte nicht, um den primären Endpunkt der Responder Analyse mit dem Level von 30% zu erfüllen. In Woche 10 hingegen zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil für THC/CBD (p=0,046). Während der Entzugsphase der Studie zeigte sich ein signifikanter Unterschied im Vergleich der Zeiten bis zum Therapieversagen zwischen Placebo mit 57% und THC/CBD Spray mit 24% der Patienten (p=0,04). Die mittlere Veränderung von der Baseline in der Schmerz NRS (p=0,028) und Schlafqualität NRS (p=0,015) war auch statistisch signifikant im Vergleich, mit einem geschätzten Unterschied der Behandlung von entsprechend -0,79 und 0,99 Punkten mit Vorteil bei THC/CBD Spray. Fazit: Die Ergebnisse dieser Studie waren nicht eindeutig. Der Anteil an Respondern war in beiden Gruppen, Placebo und THC/CBD Spray, ähnlich ausgeprägt. Im Gegensatz dazu wurde in Phase B der Studie ein deutlicher Effekt gezeigt, mit der verlängerten Zeit bis zum Versagen der Therapie in der THC/CBD Spray Gruppe im Vergleich zu Placebo.  Doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte Studie339
6.       Multiple Sklerose, Schlaf, SpastikWirksamkeit, Sicherheit, Spastik, SchlafqualitätHaupts et al. 2016Influence of Previous Failed Antispasticity Therapy on the Efficacy and Tolerability of THC:CBD Oromucosal Spray for Multiple Sclerosis SpasticityEuropean neurology 75 (5-6), S. 236–243. DOI: 10.1159/000445943“Einfluss vorheriger gescheiterter antispastischer Therapie bei MS auf die Wirksamkeit und Tolerierbarkeit von THC:CBD Spray (Sativex)“   Eine Studie der Klinik Isselburg-Anholt untersuchte den Einfluss vorheriger gescheiterter antispastischer Behandlung bei MS auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Zusatztherapie mit THC:CBD Spray in einer Post hoc Analyse. Eingeschlossen wurden Patienten mit zumindest einem gescheiterten Versuch (Gruppe 1=162) oder zwei gescheiterten Versuchen (Gruppe 2=57). Über alle Gruppen zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Spastizität im Vergleich von Placebo und THC:CBD Spray, sowie bei einer Verbesserung um mindestens 18% und 30% im Vergleich zur Ausgangslage. THC:CBD verbesserte die zur Spastik gehörende Symptomatik wie Schlafqualität und die Zeit für 10m Gehen unabhängig von der Anzahl vorheriger gescheiterter Behandlungsversuche. Die Tolerierbarkeit von THC:CBD wurde durch die Vorbehandlung nicht beeinflusst. THC:CBD sorgte für anhaltende Besserung bei guter Tolerierbarkeit bei MS Patienten mit Spastik unabhängig von ihrer Vorbehandlung der Spastik. .Placebo kontrollierte Studie219
7.       Multiple Sklerose, SpastikSpastik, MS, WirksamkeitLeocani et al. 2015Sativex(®) and clinical-neurophysiological measures of spasticity in progressive multiple sclerosisJournal of neurology 262 (11), S. 2520–2527. DOI: 10.1007/s00415-015-7878-1.„Sativex und klinisch neurophysiologische Marker der Spastik bei progressiver Multipler Sklerose“ Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie des Instituts für experimentelle Neurologie in Milan (Italien) untersuchte im Crossover Design anhand von 34 Patienten (6 Abbrüchen und 4 Ausschlüssen) mit progressiver MS und Spastik in den Beinen die Wirksamkeit von Sativex. In den neurophysiologischen Markern (kortikospinale Erregbarkeit, Dehnungsreflex) zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Behandlung und korrelierten nicht mit dem klinischen Ansprechen. Ein Ansprechen auf die Therapie (mindestens 20% Verbesserung) war mit Sativex signifikant häufiger als mit Placebo (50 vs 23,5%; p=0,041). Die Nebenwirkungen unterschieden sich nicht.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie34
8.       Multiple Sklerose, SpastikSpastikNovotna et al. 2011A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, enriched-design study of nabiximols* (Sativex(®) ), as add-on therapy, in subjects with refractory spasticity caused by multiple sclerosisEuropean journal of neurology 18 (9), S. 1122–1131. DOI: 10.1111/j.1468-1331.2010.03328.x.„Eine zweiteilige, randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie (enriched-design) mit Nabiximols als Zusatztherapie bei Patienten mit Multiple Sklerose und refraktärer Spastik „   Im Rahmen einer 19-wöchigen multizentrums Studie in Tschechien wurden Multiple Sklerose Patienten mit Spastik, die nicht auf leitliniengerechte Therapie ansprach, zusätzlich mit Nabiximols (Sativex) behandelt; zuerst alle Teilnehmer 4 Wochen einfach blind und doppelblind fortgesetzt die Teilnehmer, die eine Besserung der Spastik um mehr als 20% erreichten. Von den 572 eingeschlossenen Teilnehmern wurden 241 in der zweiten Phase randomisiert. In der Intention to Treat Analyse zeigte sich Nabiximols hoch signifikant im Vorteil bei der Behandlung von Spastik im Vergleich zu Placebo (p=0,0002). Außerdem zeigte sich Nabiximols vorteilhaft in der Zahl der Responder, der Häufigkeit von Krämpfen, Schlafstörungen und einer klinischen Einschätzung der Veränderung. Unter den Patienten, die auf Nabiximols ansprechen (272; 47,6%), scheint sich Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zu bestätigen.Randomisierte, doppelblinde, Placebo- kontrollierte Studie241
9.       Multiple SkleroseMS, Schmerz, Spastizität, Schlaf, Medikamentensubstitution, SymptomverbesserungMcCormack et al. 2019Multiple Sclerosis and Use of Medical Cannabis: A Retrospective Review Evaluating Symptom OutcomesNeurology, 92 (15 Supplement) P5.2-106„Multiple Sklerose und Medizinisches Cannabis - Retrospektive Review zur Evaluation der Symptomresultate“   Das Ziel dieser retrospektiven Chart-Review war es, die Rolle medizinischen Cannabis‘ im Rahmen der Symptomverbesserung bei Patienten mit MS zu untersuchen. Des Weiteren wurde versucht, Daten zu weiteren relevanten Wirkungen im Zusammenhang mit der Cannabisnutzung zu sammeln, um so das Verständnis des potentiellen Nutzens dieser ergänzenden Therapie zu verbessern. An der Studie nahmen 77 Patienten mit diagnostizierter MS, bei denen zum Symptom-Management eine Therapie mit medizinischem Cannabis durchgeführt wurde, teil (w=53, m=24, durchschnittliches Alter=49 ±12 Jahre). Nach Beginn der   Cannabisbehandlung wurden während der ersten vier Termine eine Vielzahl subjektiver und objektiver Variablen in Bezug auf die Linderung der MS-Symptome gesammelt. Zudem wurde eine Querschnitts-Review zu den von den Patienten ausgefüllten Selbstbewertungsskalen durchgeführt, um grob die Änderungen der mentalen Gesundheit abschätzen zu können. Die subjektiven Verbesserungen waren erheblich, wobei Symptomlinderung v.a. in Bezug auf Schmerz (71%), Spastizität (43%) und Schlaf (42%) zu vermerken waren. Des Weiteren war es 34% der Patienten möglich weitere Medikamente (Opioide, Stimulantien, Benzodiazepine) zu reduzieren oder abzusetzen, was auf eine Verbesserung der entsprechenden Symptome hinweist. Insgesamt wurde das Cannabis wurde gut vertragen; die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung war Somnolenz (6%). Über die durchschnittlich 335 Therapietage kam es zu keinen signifikanten Gewichtsveränderungen. Eine geringe Abbruchrate war zu verzeichnen, hauptsächlich aufgrund von Kosten (36%) und Wirkungsmangel (36%). Insgesamt führte die medizinische Cannabisbehandlung (bei guter Verträglichkeit) zur Verbesserung der Symptome und ermöglichte die Reduktion bzw. das Absetzen von Opioiden, Stimulantien und Benzodiazepinen. Weiterführende kontrollierte Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und verdeutlichen.    Review
10.     Multiple SkleroseGrundforschung Multiple SkleroseSantoro et al. 2017Sativex® effects on promoter methylation and on CNR1/CNR2 expression in peripheral blood mononuclear cells of progressive multiple sclerosis patientsJournal of the neurological sciences 379, S. 298–303. DOI: 10.1016/j.jns.2017.06.017.„Effekte von Sativex auf die Methylierung von Promotern und CNR1/CNR2 Expression in Monozyten des peripheren Bluts von Patienten mit progressiver Multipler Sklerose“   Eine Studie der Universität Gemelli in Rom untersuchte die Expression von Cannabinoid Rezeptoren in einer Gruppe von Patienten mit progressiver Multipler Sklerose, die zum Zeitpunkt der Behandlung mit Sativex auch mit Interferon beta 1b behandelt wurden oder nicht, entweder noch nicht (n=11) oder nicht mehr (n=12). Es zeigte sich kein Unterschied in der Methylierung der CNR1/CNR2 Promoter Regionen im Vergleich der drei Gruppen. Außerdem unterschied sich die Expression von CNR1/CNR2 nicht unter denen, die nicht länger mit Interferon behandelt wurden oder noch gar nicht, jedoch zeigte sich unter den Patienten die Sativex und Interferon zugleich erhielten eine Reduktion der CNR2 Expression. Die unterschiedliche Expression von Cannabinoid Rezeptoren mit Sativex scheint durch InterferonExperimentale Studie
11.     Spastik, Multiple skleroseTHC, CBD, Placebo, MS, SpastikenVaney et al. 2004Efficacy, safety and tolerability of an orally administered cannabis extract in the treatment of spasticity in patients with multiple sclerosis: a randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover studyMult Scler. 2004 Aug;10(4), S. 417-24„Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Cross-over-Studie zur Ermittlung von Wirksamkeit, Sicherheit und Erträglichkeit eines oralen Cannabisextraktes zur Behandlung von Spastiken bei MS“   Diese Studie untersucht den Effekt oral administrierten Cannabisextraktes bei Patienten mit schwer zu kontrollierender Spastizität. 57 Patienten erhielten Kapseln mit 2,5 mg THC und 0,9mg CBD oder Placebos. Gruppe A erhielt ansteigend (um 5mg pro Tag) 15 bis maximal 30mg THC - sofern toleriert -und erhielt das Placebo nach 14 Tagen. Patienten der Gruppe B erhielten zunächst für 7 Tage das Placebo, wechselten dann zur 14-tägigen aktiven Periode (Dosissteigerung wie in Gruppe A) und endeten mit einer 3-tägigen Placeboperiode. Die Datenerhebung schloss tägliche Patientenberichte zu Frequenz und Symptomen der Spastiken, die Ashworth-Skala, den Rivermead Mobility Index, 10-m timed walk, ninehole peg test, den paced auditory seral addition test (PASAT) und den digit-span-Test ein. Bei den 50 Patienten, die in das „Intention-to-treat-Analysis“-Set eingeschlossen wurden, konnten zwischen aktivem Medikament und Placebo keine statistisch signifikanten Unterschiede, aber ein Trend zugunsten des aktiven Medikaments in Bezug auf Spastikfrequenz, Beweglichkeit und Schlaf festgestellt werden. Bei den 37 Patienten (per-protocol-set), die mindestens 90% ihrer verschriebenen Dosis erhielten, kam es zu Verbesserungen der Spastikfrequenz (P = 0,013) und Beweglichkeit (P = 0,01). Ein Patient, der fiel und aufhörte zu laufen, wurde ausgeschlossen. Milde Nebenwirkungen waren geringfügig häufiger bei aktiver Behandlung und toxische Symptome (milder Natur) traten während der aktiven Phase deutlicher hervor. Ein standardisierter Cannabisextrakt könnte bei MS-Patienten mit persistenter behandlungsresistenter Spastik die Spastikfrequenz senken und die Beweglichkeit steigern, wobei die Nebenwirkungen erträglich sind.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Cross-over-Studie57
12.     KrebsLebensqualität, Radiotherapie, Kopf- und NackenkrebsCôté et al. 2016Improving Quality of Life With Nabilone During Radiotherapy Treatments for Head and Neck Cancers: A Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trial    The Annals of otology, rhinology, and laryngology 125 (4), S. 317–324. DOI: 10.1177/0003489415612801.„Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie zur Wirkung von Nabilone auf die Lebensqualität während der Radiotherapie in der Behandlung von Kopf- und Nackenkrebs“   Eine Studie der Laval Universität in Kanada untersuchte die Effekte von Nabilone auf die Lebensqualität und Nebenwirkungen während der Radiotherapie in der Behandlung von Kopf- und Nackenkrebs anhand von 56 Patienten, mittels Fragebogen wurden Appetit, Übelkeit, Toxizität sowie Schmerzen erhoben vor der Radiotherapie, wöchentlich während der Radiotherapie und vier Wochen danach. Nabilone verlängerte die Zeit nicht bis zum Einsetzen einer Verschlechterung der Lebensqualität um 15% (p=0,4279) und war im Vergleich mit Placebo nicht besser in der Linderung der Schmerzen (p=0,6048), Übelkeit (p=0,7105), schlechter Stimmung (p=0,3214), des Appetitverlustes (p=0,3295), Gewichtsverlustes (p=1,454) oder Schlafes (p=0,4438). Nabilone bewirkte keine Verbesserung der Lebensqualität.   The Annals of otology, rhinology, and laryngology 125 (4), S. 317–324. DOI: 10.1177/0003489415612801.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie56
13.     Trauma, Schlaf, AngstCannabis, Rückenmarksverletzung, Gehirnschädigung, Spastizität, Stress/Angst, SchlafHawley et al. 2018Cannabis Use in Individuals With Spinal Cord Injury or Moderate to Severe Traumatic Brain Injury in ColoradoArch Phys Med Rehabil. 2018 Aug;99(8), S. 1584-1590. doi: 10.1016/j.apmr.2018.02.003„Cannabisverwendung durch Patienten mit Rückenmarksverletzung oder moderater bis schwerer traumatischer Gehirnschädigung in Colorado“   Ziel dieser Beobachtungsstudie war es, die Prävalenz der Cannabisnutzung in einer Stichprobe von Erwachsenen in Colorado mit Rückenmarksverletzung (SCI) oder traumatischer Gehirnschädigung (TBI) zu beschreiben und von den individuell angegebenen Nutzungsgründen und Nebeneffekten der Cannabisnutzung zu berichten. Es wurden verschiedene Methoden unter Verwendung von Fokusgruppen-Daten und Telefonumfragen verwendet. Teilnehmer waren Erwachsene, die unter SCI oder TBI litten und am „Craig Hospital“ in Colorado behandelt wurden. 70% der 116 Teilnehmer gaben an, Cannabis bereits vor ihrer Verletzung genutzt zu haben (67% SCI, 74% TBI), 48% berichteten von der Nutzung nach ihrer Verletzung (53% SCI, 45% TBI). Am häufigsten wurde Cannabis zu Freizeit-/Erholungszwecken genutzt (67%) gefolgt von dem Einsatz zur Reduktion von Stress/Angstzuständen (62,5%) und Verbesserung des Schlafes (59%). Unter den Patienten mit SCI waren die häufigsten Gründe Reduktion der Spastizität (70%), Erholung (63%) und Verbesserung des Schlafes (63%). Gründe bei TBI-Patienten waren Erholungszwecke (72%), Reduktion von Stress/Angstzuständen (62%) und Verbesserung des Schlafes (55%) Die häufigste Konsummethode war das Rauchen. Die Mehrheit der Stichprobe nutzte Cannabis bereits vor dem Zeitpunkt der Verletzung und rund die Hälfte nutzte Cannabis infolge der Verletzung. Beide Gruppen berichteten von der Nutzung zu Freizeitzwecken, wobei die SCI-Gruppe zudem die Nutzung zur Verbesserung chronisch medizinischer Zustände stark befürwortete. Kliniker sollten sich der hohen Prävalenz der Cannabisnutzung und dessen möglichen Einfluss auf die individuelle Therapie bewusst sein. Weitere Nachforschungen in diesem Bereich sind erforderlich.  Beobachtungsstudie116
14.     OpiatentzugDronabinol, Opiatentzug, Fortsetzten der Behandlung mit NaltrexonBisaga et al. 2015The effects of dronabinol during detoxification and the initiation of treatment with extended release naltrexone    Drug and alcohol dependence 154, S. 38–45. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2015.05.013.„Die Effekte von Dronabinol während der Entgiftung und der Initiation der Behandlung mit Naltrexon mit verlängerter Freisetzung“   Eine randomisierte, doppelblinde Studie der Columbia Universität (USA) untersuchte die Wirkung von Dronabinol auf den Opiatentzug und das Fortsetzten der Behandlung mit Naltrexon mit verlängerter Freisetzung (XR-Naltrexone), die opiatabhängigen Teilnehmer erhielten entweder Dronabinol 30mg/d (n=40) oder Placebo (n=20) während der stationären Behandlung und bis zur fünften Woche nach Entlassung. Primärer Endpunkt war die Schwere des Opiatentzugs und das Fortsetzen der Therapie zum Ende der stationären Phase und der Studie nach acht Wochen. Die Schwere des Opiatentzugs während der stationären Phase war in der Gruppe mit Dronabinol geringer als in der mit Placebo (p=0,006). Die Raten der erfolgreichen Einleitung von XR-Naltrexone waren nicht signifikant verschieden (Dronabinol 66%, Placebo 55%), genauso wenig wie die Raten der Vollendung der Behandlung (Dronabinol 35%, Placebo 35%). Post hoc zeigte sich, dass 32% der Patienten, die in der ambulanten Phase Marihuana rauchten, eine signifikant geringere Rate an Schlaflosigkeit und Ängstlichkeit aufwiesen und die Studie mit größerer Wahrscheinlichkeit beendeten. Dronabinol vermindert die Schwere des Opiatentzugs während der akuten Entgiftung, hatte aber keine Effekte auf die Behandlung mit XR-Naltrexone. Unabhängig von der Behandlungsgruppe war die Wahrscheinlichkeit die Studie zu beenden größer für Patienten, die Marihuana rauchten    Randomisierte, doppelblinde Studie60
15.     CBDSchmerz, Angstzustände, Depression, SchlafstörungCorroon et al. 2018A Cross-Sectional Study of Cannabidiol UsersCannabis Cannabinoid Res. 2018 Jul 1;3(1), S. 152-161. doi: 10.1089/can.2018.0006„Eine Querschnittsstudie unter CBD-Nutzern“   Im Rahmen dieser Studie wurde mit Hilfe einer Online-Umfrage mit den Fragestellungen wer, wie und warum Personen aktuell CBD nutzen, eine Stichprobe von 2409 Personen rekrutiert (via Social Media). Die anonyme Umfrage wurde vom 25. Oktober 2017 bis zum 25. Januar 2018 durchgeführt. Fast 62% der CBD-Nutzer berichteten davon CBD zur Behandlung einer medizinischen Kondition einzusetzen; die drei häufigsten Konditionen waren Schmerz, Angstzustände und Depression. Hierbei gaben 36% an, dass CBD ihren medizinischen Zustand „sehr gut“ therapierte; nur 4,3% gaben einen „nicht sehr guten" therapeutischen Effekt an. Einer von drei Nutzern berichtete von nicht ernsthaften Nebenwirkungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass CBD zur Behandlung einer medizinischen Kondition genutzt wurde, war 1,44-mal (95% CI; 1,16-1,79) höher bei Personen mit unregelmäßiger Nutzunng als bei jenen mit regelmäßigem Konsum. Konsumenten nutzen CBD als spezifische Therapie für mehrere diverse medizinische Konditionen, insbesondere Schmerz, Angstzustände, Depression und Schlafstörungen. Diese Daten geben Anlass zu weiterer Nachforschung, um das therapeutische Potenzial von CBD besser zu verstehen.Online-Umfrage2409
16.     SchlafDronabinol, obstruktive Schlafapnoe, EEGFarabi et al. 2014Impact of dronabinol on quantitative electroencephalogram (qEEG) measures of sleep in obstructive sleep apnea syndromeJ Clin Sleep Med. 2014 Jan 15;10(1), S. 49-56. doi: 10.5664/jcsm.3358„Einfluss von Dronabinol auf quantitative EEG-Messwerte während des Schlafes bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom“   Diese Studie untersuchte die Wirkungen von Dronabinol auf qualitative EEG-Marker des Schlafprozesses, einschließlich „Power Distribution“ und „Ultradian Cycling“, unter 15 Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Die relative EEG (C4-A1) Leistung (%) der Delta-, Theta-, Alpha- und Sigma-Banden wurde mittels Fourier-Transformation (FFT) über 28-Sekunden-Intervallen quantifiziert. Die Aktivierungsrate (AR = [alpha + sigma] / [delta + theta]) wurde ebenfalls für jedes Intervall errechnet. Zur Beurteilung der ultradianen Rhythmen wurde die am besten passende Kosinuskurve für AR und jedes Frequenzband jedes Polysomnogramms (PSG) determiniert. 15 Teilnehmer wurden in die Analyse inkludiert. Dronabinol war mit einem signifikant geminderten Theta-Strom (p 0 0,002) assoziiert. In der ersten Hälfte der Nacht reduzierte Dronabinol den Sigma-Strom (p 0 0,03) und die AR (p = 0,03) und steigerte den Theta-Strom (p = 0,0006). Mit steigenden Dronabinoldosen waren ultradiane Rhythmen für eine größere Fraktion der EEG-Leistungs-Varianz in der Delta-Bande (p = 0,04) und der AR verantwortlich. Weibliche Personen wiesen ultradiane Rhythmen mit größeren Amplituden als männliche Personen (Theta: p = 0,01; Sigma: p = 0,01) auf. Sinkende Apnoe-Hypopnoe-Indices standen in Zusammenhang mit steigenden Amplituden der ultradianen Rhythmik (Sigma: p < 0,001); AR: p = 0,02). Zum Ende der Behandlung korrelierten niedrige relative Leistungen der Theta-Bande (p = 0,02) und niedrigere Apnoe-Hypopnoe-Indices (p = 0,05) mit einer größeren Abnahme der Schläfrigkeit (ausgehend von der Baseline). Diese Explorationsstudie demonstrierte, dass die Dronabinolbehandlung von Personen mit obstruktiver Schlafapnoe zu einem Shift der EEG-Leistung in Richtung Delta- und Theta-Frequenzen und zu einer Stärkung der ultradianen Rhythmen im Schlaf-EEG führen kann.Experimentelle Studie15
17.     SchlafCannabis, PTBS,Bonn-Miller et. al 2014Using cannabis to help you sleep: heightened frequency of medical cannabis use among those with PTSDIn: Drug Alcohol Depend. 2014 Mar 1;136, S. 162-5. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2013.12.008„Einsatz von Cannabis um besser schlafen zu können – erhöhte Frequenz der Cannabisnutzung unter Patienten mit PTBS“   Vorangegangene Studien suggerierten, dass PTBS-Patienten oft Cannabis zur Bewältigung ihres Zustandes nutzen, was in einem frequenteren und problematischerem Muster des Cannabiskonsums resultiert. Die aktuelle Studie evaluierte spezifische Motivationen der Nutzung zur Bewältigung des Krankheitszustandes, Frequenz des Cannabis- und Alkoholkonsums und die mentale Gesundheit von 170 Patienten eines „Medical Cannabis Dispensary“ in Kalifornien. Patienten mit hohen PTBS-Scores waren eher dazu geneigt, Cannabis zur Verbesserung von Schlaf und zur besseren Bewältigung ihres Zustandes einzusetzen, als solche mit niedrigen PTBS-Scores. Des Weiteren wiesen Patienten mit hohen PTBS-Scores, welche Cannabis zur Förderung ihres Schlafes einsetzten, eine höhere Frequenz der Cannabisnutzung auf, als solche mit niedrigen PTBS-Scores oder jene, die es nicht zum Zweck eines verbesserten Schlafes nutzten. Übereinstimmend mit vorherigen Untersuchungen stellte diese Studie eine erhöhte Rate und Frequenz der Bewältigungs-orientierten Cannabisnutzung unter medizinischen Cannabiskonsumenten mit hohen PTBS-Scores, verglichen mit jenen mit niedrigen PTBS-Scores, fest. Weiterhin schien die Verbesserung des Schlafes primäre Motivation für die Bewältigungs-orientierte Nutzung zu sein. Zusätzliche Nachforschungen sind erforderlich, um Gesundheitskonsequenzen dieses Musters der Cannabisnutzung zu untersuchen und um herauszufinden, inwiefern alternative schlaffördernde Interventionen (z.B. CBT-I) die Abhängigkeit von Cannabis für einen angemessenen Schlaf reduzieren können.170
18.     Multiple SkleroseCannabis, Blasendysfunktion, MS, Schmerz, Spastizität, SchlafqualitätBrady CM, DasGupta R, Dalton C, Wiseman OJ, Berkley KJ, Fowler CJ.:An open-label pilot study of cannabis-based extracts for bladder dysfunction in advanced multiple sclerosisMult Scler. 2004 Aug;10(4):425-33; DOI: 10.1191/1352458504ms1063oaEine open-label Pilotstudie über Cannabis-basierte Extrakte zur Behandlung von Blasendysfunktion bei fortgeschrittener MS Diese Studie evaluierte die Sicherheit, Verträglichkeit, Dosisumfang und die Wirksamkeit von zwei Cannabis sativa Ganzpflanzen-Extrakten unter Patienten mit fortgeschrittener MS und Symptomen des unteren Harntraktes. Die Patienten erhielten über 8 Wochen THC und CBD enthaltende Extrakte (je 2,5mg pro Spray), gefolgt von einem lediglich THC enthaltendem Spray (2,5mg pro Spray) für weitere 8 Wochen und traten im Anschluss in eine Langzeit-Extension ein. Die Bewertung schloss die Frequenz der Blasenentleerungen und des Blasenvolumens, Gewicht der Inkontinenz-Pads, Cystometrie und visuell analoge Skalen für sekundäre störende Symptome ein. Von 15 der 21 rekrutierten Patienten wurden die Daten evaluiert. Der Harndrang, Zahl und Volumen der Inkontinenzepisoden, Frequenz und Nykturie sanken signifikant in Folge der Behandlung (P <0,05, Wilcoxon’s signed rank test). Des Weiteren sanken auch das täglich Gesamtentleerungsvolumen, katheterisiertes Gewicht und Gewicht des Inkontinenz-Pads signifikant. Es kam zu einer signifikanten Verbesserung des selbstbewerteten Schmerzes, der Spastizität und der Schlafqualität (P<0,05; Wilcoxon’s signed rank test). Die Schmerverbesserung hielt im Mittel bis zu 35 Wochen an. Es kam nur zu wenigen störenden Nebenwirkungen. Cannabisbasierte medizinische Extrakte scheinen eine sichere und wirksame Behandlungsmethode bei Harntrakt- und anderen Problemen von Patienten mit fortgeschrittener MS zu sein.Open-label Studie21