Übersicht Abstracts Sucht

#IndikationThemaAutorTitelJournalZusammenfassungStudiendesignAnzahl Patienten
1. Sucht, CBDCannabidiol Suchtmedizin CannabisabhängigkeitBabalonis et al. 2017Oral cannabidiol does not produce a signal for abuse liability in frequent marijuana smokersDrug and alcohol dependence 172, S. 9–13. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2016.11.030.„Orales CBD erzeugt kein Signal für ein Abhängigkeitspotential bei Menschen, die häufig Marijuana konsumieren“   31 Gesunden, die häufig Marijuana (6,5/Woche) rauchen, wurde CBD oral verabreicht in einer Menge von 0, 200, 400 und 800mg in Kombination mit gerauchtem Marijuna bei einer THC Konzentration von 0,01% oder 5,3-5,8%. Die Studie fand an mehreren Zentren statt mit einem randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden und within subject Design. Die Teilnehmer erhielten einer der möglichen 8 Kombinationen in wöchentlichen Abständen in einer ambulanten Sitzung (7,5 Stunden). Aktives Marijuana produziert verlässlich subjektive Effekt von Abhängigkeit (z.B. „High“ p<0,05). CBD hingegen schnitt bei allen Messungen wie Placebo ab (p>0,05). Es gibt keinen Anhalt für ein Abhängigkeitspotential von CBD bei den getesteten Dosierungen.   Die Studie wurde an der Universität Columbia, der medizinischen Universität South Carolina und der Universität Kentucky durchgeführt.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie31
2.       SuchtKriminalitätYu-Wei et al. 2019The effects of medical marijuana laws on crimeJournal of Economic Behavior & Organization, Elsevier, vol. 159(C), pages 502-525. DOI: 10.1016/j.jebo.2018.07.003„Die Effekte medizinischer Cannabis-Gesetze auf die Kriminalität“   Die meisten US-Staaten haben medizinische Cannabis-Gesetze erlassen. Diese Studie untersuchte die Auswirkungen dieser Gesetze auf gewalttätige Kriminalität und Eigentumsdelikte. Zunächst wurden Modelle kalkuliert, welche stadtbezogene Effekte und flexible stadtspezifische zeitliche Trends überprüften. Um diese Regressionsanalyse zu unterstützen wurde die „synthetic control method“ angewandt, welche die „parallel trend assumption“ entspannen kann und besser zu den heterogene politische Effekte beiträgt. Sowohl die Regressionsanalyse als auch die synthetische Kontrollmethode suggerieren keinen kausalen Zusammenhang zwischen medizinischen Cannabis-Gesetzen und gewalttätiger Kriminalität oder Eingentumsdelikten auf nationaler Ebene. Des Weiteren konnten auch innerhalb der Staaten individuell keine starken Effekte festgestellt werden; eine Ausnahme stellt Kalifornien dar, wo die Erlassung medizinischer Cannabisgesetze die gewalttätige Kriminalität und Eigentumsdelikte um 20% senkte.   DOI: 10.1016/j.jebo.2018.07.003Datenanalyse
3.       SuchtCannabis AbhängigkeitLevin et al. 2010Dronabinol for the treatment of cannabis dependence: a randomized, double-blind, placebo-controlled trialDrug Alcohol Depend. 2011 Jul 1;116(1-3):142-50. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2010.12.010.„Dronabinol in der Behandlung von Cannabis Abhängigkeit: eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie“   In einer 12-wöchigen Studie aus New York wurden Sicherheit und Wirksamkeit von Dronabinol in der Behandlung von 156 Cannabis abhängigen Erwachsenen untersucht, die 20mg Dronabinol 2/d oder Placebo erhielten, außerdem nahmen die Probanden wöchentlich an Verhaltenstherapie teil. Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen beim Anteil der Teilnehmer, die zum Ende hin eine zweiwöchige Abstinenz erreicht hatten (Dronabinol: 17,7%; Placebo 15,6%). In beiden Gruppen zeigte sich im Verlauf eine Reduktion des Marihuana Gebrauchs jedoch ohne signifikanten Unterschied. Die Fortsetzung der Behandlung war in der Gruppe mit Dronabinol signifikant größer als mit Placebo (77%; 61%; P=0,02) und die Entzugssymptome fielen signifikant geringer aus mit Dronabinol im Vergleich mit Placebo (p=0,02). Dronabinol wurde gut toleriert und verbesserte Therapieadhärenz und Entzugssymptome.Randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie156
4.       SuchtOpioide, Alkohol, Tabak, SubstitutionLucas et al. 2019Medical cannabis patterns of use and substitution for opioids & other pharmaceutical drugs, alcohol, tobacco, and illicit substances; results from a cross-sectional survey of authorized patientsHarm Reduct J. 2019 Jan 28;16(1), S. 9. doi: 10.1186/s12954-019-0278-6„Muster der Nutzung medizinischen Cannabis und Substitution von Opioiden und anderen pharmazeutischen Medikamenten, Alkohol, Tabak und illegaler Substanzen –Resultate einer Querschnittsstudie autorisierter Patienten“   Im Januar 2017 wurde ein 239-Fragen-Querschnitts-Umfrage via Email an kanadische medizinische Cannabis-Patienten (registriert bei einem bundesstaatlich autorisiertem lizensiertem Cannabisproduzenten) geschickt, um detaillierte demographische Daten und umfangreiche Informationen zu deren Cannabisnutzung zu sammeln (Fragen bezüglich dem selbstberichteten Einfluss von Cannabis auf den Einsatz verschriebener Medikamente, illegaler Substanzen, Alkohol und Tabak eingeschlossen). Insgesamt wurden 2032 komplette Fragebögen eingesandt. 62,6% der Teilnehmer waren männlich (n = 1271) und 91% waren Kaukasier (n=1839). Das durchschnittliche Alter lag bei 40 Jahren und Schmerz und mentale Gesundheitsverfassungen kamen bei 83,7% aller Responder (n = 1700) vor. 74,6% berichteten von täglicher Cannabisnutzung (n = 1515) und einer durchschnittlichen Tagesmenge von 1,5g. Die Mehrheit substituierte mit dem Cannabis verschriebene Medikamente (n = 610), gefolgt von Antidepressiva (21,5%, n = 371). 59,3% (n = 362) von den 610 Patienten mit Opioidmedikation berichteten von einem kompletten Einstellen dieser Medikation. Diese Studie bietet eine besondere Perspektive, indem sie sich auf die Nutzung einer standardisierten, durch die Regierung regulierten Quelle medizinischen Cannabis‘ durch Patienten, die in einem kanadischen bundesstaatlichem medizinischem Cannabisprogramm registriert sind, fokussiert. Die Ergebnisse ermöglichen einen detaillierten Einblick in die Muster der Nutzung von medizinischem Cannabis, Opioiden, Alkohol und anderen Substanzen und tragen so zu dem wachsenden Körper akademischer Untersuchungen bei, der suggeriert, dass ein erhöhter regulierter Zugang zu medizinischem und Freizeitcannabis zu einer Reduktion von Nutzung (und folgenden Schäden) von Opioiden, Alkohol, Tabak und anderen Substanzen führt.Online Umfrage
5.         SuchtSativex, CannabisentzugTrigo et al. 2016Effects of fixed or self-titrated dosages of Sativex on cannabis withdrawal and cravingsDrug and alcohol dependence 161, S. 298–306. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2016.02.020.„Effekte einer fixierten oder selbst titrierten Verabreichung von Sativex auf den Cannabisentzug“   Eine Studie des Zentrums für Abhängigkeiten in Toronto (Kanada) untersuchte die Wirksamkeit von Sativex auf das Verlangen und die Entzugssymptomatik bei neun von Cannabis abhängigen Patienten, die über acht Wochen hinweg abwechselnd wie üblich Cannabis Rauchen sollten, unterbrochen von Phasen der Abstinenz mit Verabreichung einer fixen Dosis Sativex oder einer selbst titrierten (bis zu 108mg THC/100mg CBD). Hohe Dosen von Sativex wurden gut toleriert und reduzierten Cannabisentzugssymptome signifikant, jedoch nicht das Verlangen im Vergleich mit Placebo. Die selbst titrierten Dosen fielen geringer aus als die hohen fixierten Dosen und zeigten nur eine begrenzte Wirksamkeit. Die Teilnehmer berichteten von signifikant geringerem „high“ unter Sativex und Placebo im Vergleich zum gewöhnlichen Rauchen.Placebo- kontrollierte Studie
6.       SuchtGrundlagenforschung, Alkohol, Alkoholkonsumstörung, EntzündungKaroly et al. 2018Investigating the Relationships Between Alcohol Consumption, Cannabis Use, and Circulating Cytokines: A Preliminary AnalysisAlcohol Clin Exp Res. 2018 Mar;42(3), S. 531-539. doi: 10.1111/acer.13592„Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Alkoholkonsum, Cannabisnutzung und zirkulierenden Zytokinen - eine einleitende Analyse“   In den letzten Jahren wiesen mehrere Studien zunehmend darauf hin, dass die vermehrte Aktivierung inflammatorischer Signalwege der Pathophysiologie von Alkoholkonsumstörungen zugrunde liegen könnte. Im Gegensatz dazu ist Cannabis mit einer verminderten Aktvierung von inflammatorischen Signalwegen assoziiert. Diese Studie untersuchte daher den Zusammenhang zwischen Alkohol- und Cannabiskonsum und der Menge an im Blut zirkulierenden pro-inflammatorischen Zytokinen (IL-6, IL-8 und IL-1β). 66 Personen mit regelmäßigem Alkoholkonsum (durchschnittliches Alter von 30,08 Jahren) wurden hinsichtlich der zirkulierenden Zytokine untersucht und füllten zur Bewertung von Alkoholkonsum und Anzahl der Tage der Cannabisnutzung (innerhalb der letzte 90 Tage) einen Fragebogen aus. Zwischen Alkohol und IL-6 trat ein deutlicher Zusammenhang hervor. Des Weiteren konnte ein negativer Zusammenhang zwischen Cannabis und IL-1β beobachtet werden. Sich anschließende Moderationsanalysen ergaben, dass Personen ohne Cannabiskonsum einen stärkeren Zusammenhang zwischen Alkohol und IL-6 aufwiesen als Cannabiskonsumenten. Diese vorläufigen Ergebnisse suggerieren, dass Cannabinoidkomponenten die Alkohol-assoziierte Inflammation mindern könnten. Des Weiteren liefern diese Ergebnisse Daten für zukünftige Untersuchungen bezüglich der Rolle von Inflammation bei Alkoholkonsumstörungen und bilden eine Grundlage für die Entwicklung wirksamer Behandlungsoptionen mit Fokus auf neue immunologische Zielstrukturen.Experimentelle Studie
7.       SuchtCannabis-, Alkohol- und SubstanzkonsumLucas et al. 2013Cannabis as a substitute for alcohol and other drugs: A dispensary-based survey of substitution effect in Canadian medical cannabis patientsAddiction Res Theory 2013;21(5), S. 435-42.„„Cannabis zur Substitution von Alkohol und anderen Drogen – Abgabe-basierte Umfrage hinsichtlich des Substitutionseffektes bei kanadischen medizinischen Cannabispatienten“   Diese Studie untersuchte den subjektiven Einfluss von medizinischem Cannabis auf die Nutzung von sowohl legalen als auch illegalen Substanzen via Selbst-Bericht von 404 Patienten von 4 Abgabezentren medizinischen Cannabis in Britisch-Kolumbien. Forscher und Mitarbeiter aus vier Abgabezentren für medizinisches Cannabis in Britisch-Kolumbien sammelten demographische Daten und Informationen über vergangenen und aktuellen Cannabis-, Alkohol- und Substanzkonsum. Mit Hilfe einer anonymen Umfrage (44 Fragen) wurden Daten bezüglich des selbstberichteten Einflusses von medizinischem Cannabis auf die Nutzung anderer Substanzen erhoben. Laut eigenen Angaben nutzten über 41% Cannabis zur Substitution von Alkohol (n = 158), 36, 1% zur Substitution von illegalen Substanzen (n = 137) und 67,8% zur Substitution verschreibungspflichtiger Medikamente (n = 259). Die drei Hauptgründe waren „geringere Entzugssymptome“ (67,7%), „weniger Nebeneffekte“ (60,4%) und „besseres Symptom-Management“, was darauf schließen lässt, dass viele Patienten Cannabis bereits als wirksameren und vermutlich sichereren Zusatz/Alternative zu ihrem bereits bestehendem Behandlungsregime identifiziert haben. In Betracht ziehend, dass 75,5% der Antwortenden angaben, mindestens eine andere Substanz mit Cannabis zu substituieren und hinsichtlich der wachsenden Zahl an Studien mit ähnlichen Resultaten und den dahinterstehenden, glaubwürdigen, biologischen Mechanismen, scheinen randomisierte klinische Studien zu Cannabis als Substitut bei problematischem Substanz-Konsum gerechtfertigt zu sein.  Umfrage404
8.       SuchtSubstitution von Alkohol und anderen DrogenReiman 2009Cannabis as a substitute for alcohol and other drugsHarm Reduct J. 2009 Dec 3;6, S. 35. doi: 10.1186/1477-7517-6-35“Cannabis zur Substitution von Alkohol und anderen Drogen”   Diese Studie untersuchte Drogen- und Alkoholkonsum und das Vorkommen von Substitution unter medizinischen Cannabispatienten. Hierfür wurden bei der „Berkeley Patient’s Group“ (BPG) in Kanada anonyme Daten von 350 Patienten gesammelt. 71 % berichteten von chronischen medizinischen Konditionen, 52% nutzten Cannabis für Schmerz-assoziierte Zustände und 75% für mentale Gesundheitsprobleme. 53% der Patienten trank aktuell Alkohol, mit einer durchschnittlichen Anzahl an Trinktagen pro Woche von 2,6 und einer durchschnittlichen Anzahl von 2,9 Drinks pro Trinkgelegenheit. Ein Viertel nutzte aktuell Tabak, mit einer durchschnittlichen täglichen Zigarettenanzahl von 9,5. 11% nahmen nicht-verschriebene, nicht apothekenpflichtige Drogen in den vergangenen 30 Tagen ein, wobei am häufigsten von Kokain, MDMA und Vicodin berichtet wurde. 25% gaben an, in einem missbrauchenden oder Sucht-Haushalt aufgewachsen zu sein. 16% berichteten von einer vorangegangenen Alkohol und/oder Drogentherapie und 2% befanden sich aktuell in einem 12-Schritte- oder anderem Wiederaufbauprogramm. 40% der Patienten nutzten Cannabis als Substitut für Alkohol, 26% als Ersatz für illegale Drogen und 66% anstelle von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Der häufigsten hierfür angegebenen Gründe waren: weniger Nebenwirkungen (65%), besseres Symptom-Management (57%) und ein geringeres Rückfall-Potential (34%). Die Substitution einer psychoaktiven Substanz mit einer anderen, mit dem Ziel die negativen Auswirkungen zu mindern, kann der Schadensreduktion zugeordnet werden. Medizinische Cannabispatienten setzten hierbei Cannabis als Alternative zu Alkohol und verschreibungspflichtigen als auch illegalen Drogen ein.  Umfrage350
9.       SuchtCannabis, Methadon, Erhaltungstherapie, Opiat-AbhängigkeitScavone et al. 2013Impact of cannabis use during stabilization on methadone maintenance treatmentAm J Addict. 2013 Jul-Aug;22(4), S. 344-51. doi: 10.1111/j.1521-0391.2013.12044.x„Einfluss von Cannabis während der Stabilisierung der Methadon-Erhaltungstherapie“   Diese Studie untersuchte die Muster der Cannabisnutzung vor und während einer Methadon-Erhaltungstherapie (MMT), um mögliche Cannabis-assoziierte Effekte auf die MMT, vor allem während der Methadon-Stabilisierung, zu bewerten. Zur Untersuchung der Daten von ambulanten Patienten mit MMT (n = 91), wurden retrospektive Chart-Analysen mit Fokus insbesondere auf vergangenen und aktuellen Cannabiskonsum und dessen Assoziation mit Opiat-Abstinenz, Methadon-Dosis-Stabilisierung und Behandlungs-Einverständnis durchgeführt. Während der Methadon-Einleitung kam es zu hohen objektiven Cannabis-Raten, welche infolge der Dosis-Stabilisierung signifikant abfielen. Die Vorgeschichte der Cannabisnutzung korrelierte mit dem Cannabiskonsum währen der MMT, hatte jedoch keinen negativen Einfluss auf den Methadon-Einleitungsprozess. Pilot-Daten suggerieren des Weiteren, dass sich die objektive Bewertung des Opiat-Entzugs bei MMT-Patienten mit Cannabisnutzung während der Stabilisierung mindert. Die aktuellen Ergebnisse könnten in Richtung neuer Interventionsmöglichkeiten während der Opiat-Abhängigkeits-Behandlung weisen, welche spezifisch die Interaktionen des Cannabinoid-Opioid-Systems anvisieren.  Retrospektive Chart-Analyse91
10.       SuchtCannabis, Alkohol, Komatrinken, weiße SubstanzJacobus et al. 2009White matter integrity in adolescents with histories of marijuana use and binge drinkingNeurotoxicol Teratol. 2009 Nov-Dec;31(6), S. 349-55. doi: 10.1016/j.ntt.2009.07.006„Integrität der weißen Substanz unter Erwachsenen mit einer Vorgeschichte der Cannabisnutzung des problematischen Alkoholkonsums“   Ziel dieser Studie war es, die Integrität der weißen Substanz bei Erwachsenen mit einer Vorgeschichte des Komatrinkens und Marihuanakonsums zu untersuchen. Bei 42 Personen (Alter von 16-19 Jahren), klassifiziert als Kontrolle, Komatrinker und Komatrinker, welche ebenfalls in hohem Grade Cannabis konsumierten, wurde die Diffusions-Tensor-Bildgebung (DW-MRI) angewandt. Mittels tract-based spatial Analyse wurden gleiche Faserstrukturen unter den Individuen und vereinfachte Voxel-basierende Vergleiche der fraktionellen Anisotropie (FA) und das durchschnittliche Diffusionsvermögen zwischen den Gruppen vorgenommen. Signifikante Differenzen zwischen Komatrinkergruppe und der Kontrollgruppe konnten bezüglich der FA im Bereich von 8 Regionen der weißen Substanz (ps ≤ 0,016) festgestellt werden. Vier dieser Regionen wiesen bei Komatrinkern, welche ebenfalls große Mengen Cannabis konsumierten, eine höhere FA auf als bei nur Komatrinkern (ps < 0,05). Die MD wies zwischen den Gruppen keine Unterschiede auf. Diese Ergebnisse stimmen großenteils mit Studien überein, welche suggerieren, dass es unter Erwachsenen ohne eine Vorgeschichte des Substanzkonsums zu weniger Neuropathologien kommt. Die Abweichung von den Nicht-Konsumenten war unter Komatrinkern, welche ebenfalls Marihuana konsumierten, jedoch weniger konsequent als unter nur Komatrinkern.  Experimentelle Studie42
11.       SuchtCannabis, Alkohol, AggressionDe Sousa et al. 2016Subjective aggression during alcohol and cannabis intoxication before and after aggression exposurePsychopharmacology (Berl). 2016 Sep;233(18), S. 3331-40. doi: 10.1007/s00213-016-4371-1„Subjektive Aggressionen während eines Alkohol- bzw. Cannabis-Rausches vor und nach einer Aggressions-Exposition“   Diese Studie untersuchte die jeweiligen akuten Wirkungen von Alkohol bzw. Cannabis auf die subjektive Aggression von Alkohol- und Cannabiskonsumenten infolge einer Aggressions-Exposition. Drogenfreie Kontrollgruppen dienten als Referenz. Personen mit starkem Alkoholkonsum (n=20), reguläre Cannabisnutzer (n=21) und Kontrollen (n=20) wurden in die gemischt-faktorielle Studie einbezogen. Die Alkohol- und Cannabis-Konsumenten erhielten jeweils Einzeldosen an Alkohol und Placebo bzw. Cannabis und Placebo. Die subjektive Aggression wurde vor und nach der Aggressions-Exposition mittels „Point-Subtraction Aggression Paradigm“ (PSAP) und dem „Single Catergory Implicit Association Test“ (SC-IAT) ermittelt. Sekundäre Messwerte waren Testosteron- und Cortisol-Level in Reaktion auf die Alkohol-/Cannabis-Behandlung und Aggressions-Exposition. In nüchternem Zustand stieg die subjektive Aggression nach Aggression-Exposition signifikant in allen Gruppen an. Nach Aggressions-Exposition erhöhte der Alkoholrausch die subjektive Aggression, während der Cannabisrausch diese reduzierte. Im Verhältnis zum Placebo stiegen aggressive Reaktionen während des PSAP in Folge von Alkohol- und sanken in Folge von Cannabiskonsum. Änderungen aggressiver Gefühle oder Reaktionen standen in keinem Verhältnis zu der neuroendokrinen Antwort auf die Behandlungen. Es wird geschlussfolgert, dass Alkohol aggressive Gefühle von Personen mit starkem Alkoholkonsum verstärkt, während Cannabis diese bei regulären Cannabiskonsumenten vermindert.  Fallberichte4
12.       DrogensuchtCannabis, Tabak, Alkoholkonsum, Risiko von frühen SchlaganfällenFalkstedt et al. 2017Cannabis, Tobacco, Alcohol Use, and the Risk of Early Stroke: A Population-Based Cohort Study of 45 000 Swedish MenStroke. 2017 Feb;48(2), S. 265-270. doi: 10.1161/STROKEAHA.116.015565„Cannabis, Tabak und Alkoholkonsum und das Risiko von frühen Schlaganfällen - eine populationsbasierte Kohorten-Studie bei 45.000 schwedischen Männern“   Diese Studie hatte zum Ziel herauszufinden, inwieweit (unter Berücksichtigung von Tabak- und Alkoholkonsum) eine Assoziation zwischen Cannabiskonsum und dem frühen Auftreten von Schlaganfällen besteht. Die Kohortenstudie schloss 49.321 schwedischer Männer, geboren zwischen 1949 und 1951, welche im Alter von 18-20 Jahren zur Wehrpflicht einberufen wurden, ein. Jeder Teilnehmer beantwortete zwei detaillierte Fragebögen zum Zeitpunkt der Einberufung und wurde hinsichtlich physischer Befähigung, psychologischer Belastbarkeit und medizinischem Status untersucht. Informationen über Schlaganfälle bis zu einem Alter von ca. 60 Jahren wurden von nationalen Datenbanken bezogen (einschließlich Anfälle vor dem 45. Lebensjahr). Multivariable Modelle konnten keinen Zusammenhang zwischen Cannabisnutzung unter jungen Erwachsenen im Alter von ≤ 45 Jahren und Schlaganfällen feststellen (Cannabisnutzung >50 mal, Hazard Ratios = 0,93 (CI 95%, 0,34-2,57) und 0,95 (CI 95%, 0n59-1,53). Das Rauchen von ≥ 20 Zigaretten am Tag war deutlich mit dem Auftreten von Schlaganfällen vor dem 45. Lebensjahr (Hazards Ratio = 5,04 (CI 95%; 2,8-9,06) und in den folgenden Jahren (Hazards Ratio = 2,15 (CI 95%, 1,61-2,88) assoziiert. Im Rahmen dieser Studie konnte kein Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum unter jungen Erwachsenen (bis zum Alter von 45 Jahren) und Schlaganfällen hergestellt werden. Das Rauchen von Tabak wies jedoch eine deutliche Dosis-Wirkungs-Assoziation mit Schlaganfällen auf.  Kohortenstudie
13.       Psychologische EffekteKognitive, psychologische und physiologische Effekte, THCVEnglund et al. 2016The effect of five day dosing with THCV on THC-induced cognitive, psychological and physiological effects in healthy male human volunteers: A placebo-controlled, double-blind, crossover pilot trialJournal of psychopharmacology (Oxford, England) 30 (2), S. 140–151. DOI: 10.1177/0269881115615104„Die Effekte einer fünftägigen Verabreichung von THCV auf THC induzierte kognitive, psychologische und physiologische Effekte bei gesunden Männern: Eine Placebo kontrollierte, doppelblinde Pilotstudie im Crossover Design“   Eine doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie des King’s College London untersuchte im Crossover Design die Wirkung von THCV (Tetrahydrocannabivarin) auf THC; Zehn Cannabis Nutzern (weniger als 25 Mal) wurde Placebo oder 10mg THCV oral verabreicht und anschließend 1mg THC intravenös für fünf Tage in Folge. THCV wurde gut toleriert und war subjektiv vom Placebo nicht zu unterscheiden. THC führte nicht zu mehr psychotischen Symptomen, Paranoia oder eingeschränktem Gedächtnis trotz signifikanter Intoxikationseffekte. Die verzögerte verbale Erinnerung war durch THC eingeschränkt und zeigte sich nur unter Placebo (z=-2,201, p=0,028), was auf einen schützenden Effekt von THCV hinweist. THCV hemmte außerdem den THC induzierten Anstieg der Herzrate (z=-2,193, p=0,028). Neun von zehn Probanden berichteten unter THCV sei die Wirkung von THC schwächer (χ(2)=6,4; p=0,011). THCV in Kombination mit THC reduzierte das Aufdrängen von Erinnerungen signifikant (Z=-2,155, p=0,031). THCV reduzierte einige Effekte von THC und verstärkte andere.    Placebo-kontrollierte, doppelblinde Pilotstudie10
14.       Psychotrope EffekteNeuronale Effekte von THCAtakan et al. 2013Cannabis affects people differently: inter-subject variation in the psychotogenic effects of Δ9-tetrahydrocannabinol: a functional magnetic resonance imaging study with healthy volunteersPsychological medicine 43 (6), S. 1255–1267. DOI: 10.1017/S0033291712001924.„Cannabis beeinflusst Menschen unterschiedlich: die inter-Subjekt-Variation psychotomimetischer Effekte von THC: eine fMRI Studie mit gesunden Freiwilligen"   Eine pseudorandomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie des Kings College in London untersuchte an gesunden Probanden die neuronalen Effekte (go/no-go) von 10mg THC oral. Die Probanden wurden eingeteilt in zwei Gruppen, Probanden mit (TP=11; transient psychotic) oder ohne transiente psychotische Symptome nach Einnahme (NP=10; non psychotic). Im Vergleich zeigten sich in der TP Gruppe zur NP Gruppe häufiger Fehler der Inhibition, sowie eine veränderte Aktivierung des linken parahippocampalen Gyrus‘, des linken und rechten mittleren temporalen Gyrus‘ und des rechten Kleinhirns. In diesen Regionen zeigte sich mit THC ein gegenteiliger Effekt im Vergleich zu Placebo in beiden Gruppen. Außerdem zeigte die TP Gruppe eine geringere Aktivierung als die NP Gruppe des rechten mittleren temporalen Gyrus und Kleinhirns unabhängig von THC. Das Auftreten transienter psychotischer Symptome nach THC Einnahme war assoziiert mit unterschiedlichen Effekten auf die Aktivierung im ventralen und medialen temporalen Kortex und Kleinhirn, diese Regionen scheinen also die psychotischen Symptome zu vermitteln.Pseudorandomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie
15.       Psychotrope EffekteTHC, Auswirkung auf Verhalten, Kognition und Herz-KreislaufBedi et al. 2013Subjective, cognitive and cardiovascular dose-effect profile of nabilone and dronabinol in marijuana smokers Addiction biology 18 (5), S. 872–881. DOI: 10.1111/j.1369-1600.2011.00427.x.„Subjektive, kognitive und kardiovaskuläre dosisabhängige Effekte von Nabilone und Dronabinol bei Marihuana Rauchern“   Eine randomisierte, Placebo kontrollierte Studie des Psychiatrisches Instituts New York untersuchte im Crossover Design die Auswirkung von Nabilone (2, 4, 6, 8mg) und Dronabinol (10, 20mg) auf Verhalten, Kognition und Herz-Kreislauf anhand von 14 Probanden, die regelmäßig Marihuana rauchen. Nabilone (4, 6, 8mg) und Dronabinol (10, 20mg) vergrößerten den Anteil des Gefühls eines guten Effekts, eines starken Effekts oder eines „highs“ im Vergleich zu Placebo; Nabilone zeigte einen langsameren Anstieg bis zum Maximum der subjektiven Effekte im Vergleich zu Dronabinol. Nabilone (6, 8mg) verringerte die psychomotorische Geschwindigkeit im Vergleich zu Placebo und Dronabinol moderat. Es zeigten sich dosisabhängige Steigerungen in der Herzrate nach Nabilone und Nabilone (2mg) sowie Dronabinol reduzierten den systolischen Blutdruck. Nabilone produzierte anhaltende, dosisabhängige Anstiege positiver Stimmung, wenige kognitive Einbuße und regelhafte kardiovaskuläre Veränderungen; die deutlicheren dosisabhängigen Effekte im Vergleich zu Dronabinol würden für eine bessere Bioverfügbarkeit von Nabilone sprechen. Nabilone wurde von Marihuana Rauchern gut toleriert.Randomisierte, Placebo kontrollierte Studie14
16.       CBD, Psychotrope EffekteCannabidiol SuchtmedizinHaney et al. 2016Oral Cannabidiol does not Alter the Subjective, Reinforcing or Cardiovascular Effects of Smoked CannabisAmerican College of Neuropsychopharmacology 41 (8), S. 1974–1982. DOI: 10.1038/npp.2015.367.„Orales CBD verändert weder die subjektiven, verstärkenden oder kardiovaskulären Effekte von gerauchtem Cannabis.“   CBD zeigte in einigen Studien einen lindernden Einfluss auf die Intoxikation mit THC. Die meisten Studien untersuchten allerdings nur eine Dosis von CBD in Kombination mit einer Dosis THC, wodurch es schwierig wird, die Interaktion beider richtig einzuschätzen. Außerdem ist der Effekt von oralem CBD auf eine Verabreichung von gerauchtem Cannabis unbekannt. Es handelt sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie mit einem withing subject Design, die den Einfluss von CBD oral in Dosen von 0, 200, 400 und 800mg auf subjektive, kognitive und physiologische Effekte von inaktiven und aktiven THC untersucht bei gesunden Cannabis Rauchern, von denen 31 die acht ambulanten Sitzungen abgeschlossen haben. Das CBD wurde 90 Minuten vor dem Cannabis verabreicht. In der zweiten Hälfte der Sitzung hatten die Probanden die Wahl, weitere Züge von der Zigarette zu konsumieren. Die kardiovaskulären Effekte von Cannabis und auf das Verhalten wurden zu Beginn und wiederholt während der Sitzung gemessen. Eine Untergruppe von 8 Probanden komplettierte zusätzlich eine Sitzung, in der die Plasmakonzentration nach der höchsten Dosis CBD (800mg) ermittelt wurden. Unter Placebo und CBD wurde aktives Cannabis von Probanden signifikant häufiger selbstverabreicht als inaktives Cannabis. Aktives Cannabis erzeugte einen signifikanten, zeitabhängigen Anstieg in der Bewertung von „high“, „good effect“ und Bewertungen der Cannabis Zigarette (Stärke, Gefallen), sowie des Pulses im Vergleich zum inaktiven Cannabis. CBD allein erzeugte keine signifikanten psychoaktiven oder kardiovaskulären Effekte und veränderte keines der Outcomes signifikant. Die Selbstverabreichung von Cannabis, die subjektiven Effekte und die Bewertung des Cannabis blieb unabhängig von der CBD Dosierung im Vergleich zum Placebo. Die verstärkenden, physiologischen oder positiven subjektiven Effekte von gerauchtem Cannabis werden durch CBD nicht reduziert.Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie31
17.     Psychotrope EffekteDosisabhängige psychoaktive EffekteIssa et al. 2014The subjective psychoactive effects of oral dronabinol studied in a randomized, controlled crossover clinical trial for pain Clin J Pain. 2014 Jun;30(6):472-8. doi: 10.1097/AJP.0000000000000022.„Die subjektiven, psychoaktiven Effekte von Dronabinol untersucht in einer randomisierten, kontrollierte, klinischen Studie im Crossover Design für Schmerzen“   Eine randomisierte, kontrollierte Studie der Harvard Medical School untersuchte dosisabhängige psychoaktive Effekte von Dronabinol anhand von 30 chronischen Schmerzpatienten ohne Krebs, die Opioide einnahmen, aber nicht Marihuana. Die Patienten erhielten Placebo oder 10 oder 20mg Dronabinol und füllten stündlich einen Fragebogen zur Abhängigkeit aus (Addiction Research Center Inventory: ARCI), als Vergleich diente eine Gruppe ohne Schmerzen (n=20) in der Marihuana mit 1,99 und 3,51% THC geraucht wurde. Im Vergleich zu Placebo zeigten sich mit der 10 und 20mg Dosis Dronabinol signifikant erhöhte Werte in vier von fünf Subscores des ARCI (p<0,05). Weder der tägliche Morphin Gebrauch, die absolute Schmerzlinderung, das Alter, das Geschlecht noch die Ausgangslevel der Schmerzen zeigten sich als signifikante Kovariate, blieben also ohne Einfluss auf den Effekt von Dronabinol. Die Maximalen Effekte im ARCI zeigten sich nach 2 Stunden und waren vergleichbar mit denen gerauchten Marihuanas nach 30 Minuten (p=0,80). Bei Schmerzpatienten zeigte Dronabinol ähnliche psychoaktive Effekte wie gerauchtes Marihuana.Randomisierte, kontrollierte Studie30
18.     Psychotrope EffekteVerlangen, Effekt, ängstlicher Stimmung nach CannabiskonsumLundahl et al. 2015Effect of oral THC pretreatment on marijuana cue-induced responses in cannabis dependent volunteersDrug and alcohol dependence 149, S. 187–193. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2015.01.046.„Effekt oralen THCs in der Vorbehandlung der Reaktion nach Marihuana Schlüsselreizen bei Cannabis abhängigen Freiwilligen“   Eine Placebo-kontrollierte Studie der Universität Detroit im Crossover Design untersuchte anhand von 14 Freiweilligen mit Cannabisabhängigkeit den Effekt von Placebo oder THC (10 oder 20mg) verabreicht vor der Präsentation verschiedener Reize, neutral oder Marihuana assoziiert und die subjektive Beurteilung von Stimmung, Verlangen und Effekt der Droge. THC führte zu einer signifikanten Linderung des Verlangens und ängstlicher Stimmung nach Marihuana Schlüsselreizen, bei Frauen kam es außerdem zu einer Reduktion der Zwanghaftigkeit (Marijuana Craving Questionnaire: MCQ). THC führte tendenziell zu einer Steigerung der Herzrate und einer Reduktion des diastolischen Blutdrucks unabhängig von den präsentierten Anreizen. Orales THC scheint die Reaktion auf Marihuana Schlüsselreize (Konditionierung) zu reduzieren.Placebo -kontrollierte Studie14
19.     Psychotrope EffekteTHC, CBD, IntoxikationNadia et al. 2019A randomised controlled trial of vaporised Δ9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol alone and in combination in frequent and infrequent cannabis users: acute intoxication effectsEuropean Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, February 2019, 269 (1), S. 17–35„Randomisierte kontrollierte Studie – vaporisiertes THC und CBD alleine und in Kombination bei regelmäßigen und seltenen Cannabiskonsumenten; akute Intoxikationswirkungen“   Diese randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie untersuchte die akuten Wirkungen von THC und CBD alleine und in Kombination (Administration in vaporisierter Form) bei Personen mit häufigem und seltenem Cannabiskonsum. Die Teilnehmer (N = 36; 31 männlich) erhielten Placebo vs. CBD (400mg), THC (8mg) vs. THC + niedrige CBD-Dosis (4mg) bzw. THC + hohe CBD-Dosis (400mg), jeweils unterteilt durch einwöchige Pausen. Primäre Ergebnisse waren objektive (blinde Bewertung durch Beobachter) und subjektive (Selbsteinschätzung) Ausmaße der Intoxikation und zusätzliche Intoxikations-Indizien. Im Vergleich zum Placebo wies CBD geringe Intoxikationseigenschaften auf. Niedrige CBD-Dosen verstärkten die THC-Intoxikation, während hohe CBD-Dosen diese reduzierten. Die Verstärkung der THC-Intoxikation war insbesondere bei den seltenen Cannabiskonsumenten prominent und wies keine Unterschiede zwischen objektiver und subjektiver Beurteilung auf. Die meisten Wirkungen waren signifikant bei p < 0,0001. Es ist wichtig diese Resultate in Bezug auf die empfohlenen THC/CBD- Verhältnisse in Cannabispflanzen (unabhängig, ob zur medizinischen oder Freizeitnutzung eingesetzt) und entsprechende Auswirkungen bei neuen oder weniger erfahrenen Cannabisnutzern zu berücksichtigen.Randomisierte kontrollierte Studie36
20.     Psychotrope EffekteCannabis, bipolare Störung, Kognition, StimmungSagar et al. 2016A Pilot Investigation of the Impact of Bipolar Disorder and Marijuana Use on Cognitive Function and MoodPLoS One. 2016 Jun 8;11(6):e0157060. doi: 10.1371/journal.pone.0157060„Joint-Effekte – eine Pilot-Untersuchung des Einflusses von bipolaren Störungen und Cannabiskonsum auf kognitive Funktionen und Stimmung“   Diese Studie hatte zum Ziel, den Einfluss von Marihuana auf die Stimmung von bipolaren Patienten zu bestimmen und zu untersuchen, inwieweit Marihuana einen zusätzlichen negativen Einfluss auf die kognitiven Funktionen ausübt. 12 Patienten mit bipolaren Störungen und Cannabiskonsum (MJBP), 18 bipolare Patienten ohne Cannabiskonsum (BP), 23 Marihuanakonsumenten ohne andere Axis-1-Pathologie (MJ) und 21 gesunde Kontrollen (HC) vervollständigten eine neuropsychologische Testbatterie. Des Weiteren bewerteten die Teilnehmer ihre Stimmung sowohl dreimal täglich als auch nach jeder Marihuananutzung mittels „Ecological Momentary Assessment“ über einen Zeitraum von vier Wochen. Die Resultate offenbarten, dass obwohl die MJ-, BP- und MJBP-Gruppen im Vergleich zur HC-Gruppe jeweils einen gewissen Grad kognitiver Beeinträchtigung aufwiesen, keine signifikanten Unterschiede zwischen den BP- und MJBP-Gruppen bestanden und weisen somit keinen additiven negativen Einfluss von BPD und MJ auf die Kognition nach. Weiterhin weisen die „Ecological Momentary Assessment“-Analysen auf eine Linderung der Stimmungssymptome nach Cannabiskonsum innerhalb der MJBP-Gruppe hin; MJBP-Teilnehmer erlebten im Rahmen zusammengesetzter Messungen ein erhebliches Absinken ihrer Stimmungssymptome. Die Ergebnisse suggerieren, dass Marihuana bei einigen bipolaren Patienten zu einer partiellen Linderung der klinischen Symptome führen kann. Des Weiteren finden diese Verbesserungen nicht auf Kosten einer zusätzlichen kognitiven Beeinträchtigung stattBeobachtungstudie53
21.     Cannabis-GesetzCannabis Konsum bei Jugendlichen, Cannabis-Gesetz/LegalisierungColey et al. 2019A quasi-experimental evaluation of marijuana policies and youth marijuana use.Am J Drug Alcohol Abuse. 2019;45(3):292-303. doi: 10.1080/00952990.2018.1559847Der Fokus dieser Untersuchung ist der Effekt der Marijuana-Politik vor dem Hintergrund, dass Marijuana Risiken für den Gesundheitszustand von amerikanischen Jugendlichen birgt. Hierzu wurde der Zusammenhang von Dekriminalisierung in Abgrenzung zur Legalisierung von Marijuana und dessen Konsum bei Jugendlichen untersucht. Es wurden die Angaben von über 800.000 Jugendlichen aus den Youth Risk Behavior Surveys (YRBS, 1999-2015) in Bezug auf den Marijuana-Konsum von Jugendlichen unter Bundesstaaten-spezifischen Gesetzen (Dekriminaliserung oder Medical Marijuana (MML)) ausgewertet und in Zusammenhang mit weiteren Eigenschaften der Personen und der gesamten Entwicklung pro Jahr betrachtet. Die Ergebnisse zeigten, dass die Etablierung von MML zu einem geringen, aber signifikanten Rückgang beim Marijuana-Konsum führten, wobei dieser Effekt größer ausgeprägt war in der männlichen, afroamerikanischen und hispanischen Subpopulation. Der Effekt wurde größer, je länger MML etabliert war. Hingegen führte das Konzept der Dekriminalisierung nicht zu einem signifikanten Rückgang des Marijuana-Konsums. Es lässt sich jedoch ein Trend erkennen, dass der Effekt bei längerer Datenerfassung bei 14-jährigen und Jugendlichen hispanischer Herkunft signifikant werden wird. Bei 16-jährigen hellhäutigen Jugendlichen wurde ein signifikanter Anstieg des Marijuana-Konsums beobachtet. Bei Viel-Konsumierern wurde kein Einfluss eines der beiden Konzepte beobachtet, woraus geschlossen wurde, dass diese Gruppe nicht durch eine solche Politik erreichbar ist. Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse dieser Studie etwaige Zweifel entschärfen, dass eine liberalere Politik bezüglich Marijuana negative Auswirkungen auf dessen Konsum unter Jugendlichen hat.Umfrage
22.     CBDCannabisabhängigkeit, CBDMorgan et al. 2010Cannabidiol attenuates the appetitive effects of Delta 9-tetrahydrocannabinol in humans smoking their chosen cannabisNeuropsychopharmacology. 2010 Aug;35(9):1879-85. doi: 10.1038/npp.2010.58„CBD dämpft die Begehrenseffekte von THC bei Personen, welche ihr gewähltes Cannabis rauchten“ Diese Studie untersuchte den Einfluss des CBD/THC-Verhältnisses auf die Begehrens-/verstärkenden Effekte von Cannabis auf Menschen. 94 Cannabisnutzer wurden im Abstand von 7 Tagen je einmal im nicht berauschten Zustand und einmal unter dem akuten Einfluss eines von ihnen selbst gewählten Cannabis in Bezug auf abhängigkeitsbezogene Messwerte getestet. Mittels einer neuen Methodik wurden von jedem Teilnehmer Cannabis- und Speichelproben gesammelt und auf die jeweiligen Cannabinoidniveaus getestet. Basierend auf dem CBD/THC-Verhältnis des Cannabis, wurden Personen des obersten und untersten Tertils direkt mit Indizes der verstärkenden Wirkung von Drogen, expliziten Vorlieben und implizierten Aufmerksamkeits-Bias in Bezug auf Drogen-Stimuli verglichen. In berauschtem Zustand wiesen Raucher einer Cannabissorte mit hohem CBD/THC-Verhältnis im Vergleich mit Rauchern einer Cannabissorte mit niedrigem CBD/THC-Verhältnis ein reduziertes Aufmerksamkeits-Bias in Bezug auf Drogen- und Essens-Stimuli auf. Des Weiteren kam es bei Personen, welche Cannabissorten mit hohem CBD/THC-Verhältnis rauchten, zu einer niedrigeren (selbstbewerteten) Vorliebe für Cannabis-Stimuli an beiden Test-Tagen. Die Ergebnisse suggerieren, dass CBD Potential zur Behandlung der Cannabisabhängigkeit hat. Aus der akuten Modulation der Salienz von Drogensignalen durch CBD könnte sich möglicherweise eine Behandlung für andere Abhängigkeitsstörungen ableiten lassen.94
23.     PTSD (PTBS)Substanzkonsum,Villagonzalo et al. 2011The relationship between substance use and posttraumatic stress disorder in a methadone maintenance treatment programCompr Psychiatry. 2011 Sep-Oct;52(5), S. 562-6. doi: 10.1016/j.comppsych.2010.10.001„Der Zusammenhang zwischen Substanzkonsum und PTBS in einem Methadonbehandlungs-Programm“ Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Substanzmissbrauch und PTBS-Symptom-Clustern in einer Population mit Methadonbehandlung. Die Patienten des Programmes wurden dazu eingeladen, an der „PTSD Checklist-Civilian Version“, einem Screening-Tool für PTBS, teilzunehmen. Des Weiteren wurden Informationen über die Vorgeschichte des Substanzkonsums gesammelt. 80 Patienten (43 weiblich, 37 männlich), im Alter von 35 ± 8,0 Jahren, von welchen 52,7% positiv auf PTBS getestet wurden, nahmen an der Studie teil. Der Schweregrad des Marihuanakonsums stand in einem signifikanten Zusammenhang mit der Anzahl an neu erlebten Symptomen, Symptomen der Übererregbarkeit und allgemeinem Schweregrad der PTBS-Symptome. Opiate, Amphetamine und Benzodiazepine schienen nicht mit den PTBS-Symptomen assoziiert zu sein. Im Rahmen dieser Stichprobe schien Marihuana zur Selbstbehandlung bestimmter PTBS-Symptome eingesetzt worden zu sein, was die Selbst-Medikations-Hypothese stützt. Weitere Nachforschungen sind erforderlich und den Zusammenhang zwischen der Diagnose PTBS und dem Substanzkonsum zu bestätigen. Angesichts der hohen Prävalenz von PTBS in der substanzkonsumierenden Population, könnten Routine-PTBS-Screenings bei Behandlungen von Substanzabhängigkeit gerechtfertigt sein.Umfrage80
24.    CannabiskonsumMissbrauch verschreibungspflichtiger Arzneimittel und CannabiskonsumFedorova et al. 2019Illicit drug use and prescription drug misuse among young adult medical cannabis patients and non-patient users in Los AngelesDrug Alcohol Depend. 2019 May 1;198:21-27. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2019.01.026. Epub 2019 Feb 27.„Illegaler Drogenkonsum und Missbrauch verschreibungspflichtiger Arzneimittel bei jungen Erwachsenen: Ein Vergleich zwischen Konsumenten und Nicht-Konsumenten von medizinischem Cannabis“ Die Gruppe der jungen Erwachsenen weist den höchsten Anteil derer auf, die Cannabis und andere Drogen konsumieren. Darüber hinaus zeigt diese Altersgruppe einen hohen Anteil von Patienten, die medizinisches Cannabis konsumieren (MCP). Es ist jedoch wenig bekannt über den Zusammenhang von Cannabiskonsum jeglicher Art und weiterem Drogenmissbrauch bei jungen Erwachsenen, die Cannabis konsumieren und keinen legalen Zugang zu medizinischem Cannabis haben. In dieser Längsschnittstudie wurde die Wirkung von medizinischem Cannabis auf die Gesundheit und weiteren Substanzmissbrauch bei 210 MCP und 156 Cannabiskonsumenten ohne Patientenstatus (NPU) im Alter von 18 bis 26 Jahren untersucht. Hierfür wurden quantitative Referenzwerte der Befragung aus den Jahren 2014/15 analysiert. Des Weiteren wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Cannabiskonsum der vorangegangenen 90 Tage und weiterem Substanzmissbrauch, einschließlich illegaler Drogen als auch verschreibungspflichtiger Substanzen. Der illegale Gebrauch von Drogen war häufiger verbreitet unter der weißen Bevölkerung und bei Personen, die Cannabiskonzentrate konsumierten. Bei MCP hingegen zeigte sich eine geringere Wahrscheinlichkeit für den illegalen Drogenkonsum. Die Wahrscheinlichkeit für den Missbrauch verschreibungspflichtiger Substanzen stieg bei Personen, die Cannabis oral konsumierten, sank hingegen mit steigendem Alter und bei Personen, die nur Cannabis konsumierten. Die Autoren schlussfolgern weiterhin, dass der Gebrauch von medizinischem Cannabis, jedoch nicht MCP-Status, zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit für illegalen Drogenkonsum führtLängsschnittstudie366