Umgang

Cannabis

Patienten

Anwendung von Cannabisarzneimitteln

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Cannabismedizin ist Voraussetzung für eine effektive und vertretbare Cannabis-Therapie. Dabei sollten Patienten unbedingt von ärztlicher Seite und ihrer Alltagsumgebung unterstützt werden. Therapietreue was die regelmäßige und ärztliche verordnete Einnahme (zur gleichen Zeit und zu immer gleichen Bedingungen) anbelangt sorgt für Arzneimittel- und Dosierungssicherheit. Es sollte stets die niedrigste mögliche Dosis eingenommen werden. Im Cannabis-Gesetz ist die verlässliche Versorgung mit cannabionidhaltiger Medizin verankert. Medizinalcannabis kann daher in jeder Apotheke bezogen werden. Grund: durch die ärztliche Verschreibung unterliegen Apotheken dem Kontrahierungszwang nach § 17 Absatz 4 der Apothekenbetriebsordnung.

Factsheet: „Der Weg zum Cannabis: Patient“

Patientenweg Cannabistherapie
Patientenweg medizinsches Cannabis

Notwendige Hilfsmittel für die Applikation

Qualitativ hochwertiges, kotrolliertes pflanzliches Cannabis flos bildet die Basis einer wirkungsvollen Medikation. Ohne Hilfsmittel ist die Applikation nicht möglich. Die Art der Einnahme muss mit dem Arzt genau festgelegt werden. Er kann eventuell nötige Hilfsmittel verschreiben. In den NRF Monographien werden die für Zubereitung benötigten Utensilien wie Messbecher, Dosier- oder Messlöffel (über iphas Pharma-Verpackung GmbH oder WEPA Apothekenbedarf zu beziehen) und für die Zerkleinerung notwendige Kräutermühlen genannt. Die Identitätsprüfung seitens der Apotheke nach der DAC-Monographie gewährleistet dem Patienten ein hohes Maß an Sicherheit, was Zusammensetzung und Wirkstoffe sowie die Pflanzenqualität anbelangt. Hierfür wird die Verpackung bereits in der Apotheke geöffnet. Das DAC/NRF gibt für die Haltbarkeit von Cannabis flos unabhängig von der Sorte als Richtwert zwei Monate an. Bei fein pulverisiertem Pflanzenmaterial bauen die Wirkstoffe schneller ab als bei grob gerebeltem.

Checkliste verantwortungsvoller Umgang

  • Therapietreue bezüglich Art der Einnahme (gleiche Zeit, gleiche Bedingungen).
  • Zubereitung der Arznei und Applikation nach der Verordnung und dem Beipackzettel mit adäquaten medizinischen Hilfsmitteln.
  • Frühestens vier Stunden nach einer Cannabis-Inhalation bzw. sechs Stunden nach einer oralen Cannabis-Einnahme Autofahren. Niemals bei noch spürbarer Euphorie oder Wirkungen, welche die Fahrtauglichkeit einschränken.
  • Eine Kopie des Rezeptes und das Medikament im original Behälter mit sich führen.
  • Niemals cannabinoidhaltige Arznei mit Alkohol, Drogen oder sedierenden Mitteln kombinieren.

  • Cannabis flos dichtverschlossen, lichtgeschützt, bei Zimmertemperatur und sicher vor dem Zugriff Unbefugter, von Kindern oder Haustieren im Tresor lagern.
  • Angewendete Blüten können im Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Die Mengen der noch enthaltenen Wirkstoffe sind unbedenklich.
  • Für Auslandsreisen sich über eine Erlaubnis des Ein- und Mitführens von Medizinalcannabis bei der Deutschen Botschaft im jeweiligen Zielland informieren.
  • Innerhalb der Vertragsstaaten des Schengener Abkommens für das Mitführen der Cannabisarznei das Formular Schengen gemäß Artikel 75 vom zuständigen Gesundheitsamt beglaubigt mit sich führen.

Cannabisbasierte Medikamente im Alltag

Wenn möglich, empfiehlt sich die Einnahme von Medzinalhanf im eigenen privaten Wohnbereich oder einer medizinischen Einrichtung. Für Ordnungskräfte oder Außenstehende ist nicht ersichtlich, ob es sich um die Einnahme von medizinischem oder illegalem Cannabis handelt. „Es erfolgt seitens des BfArM keine Einschränkung hinsichtlich der Örtlichkeit an der ein Konsum durch den Patienten stattfinden darf, da es sich um eine erlaubte, medizinisch notwendige Maßnahme handelt. Es wird seitens des BfArM jedoch eine diskrete, nicht provozierende Anwendung von Medizinalcannabis durch den Patienten erwartet.“ Quelle: Mitarbeiterinformation für die Berliner Polizei. Nach dem Betäubungsmittelgesetz § 4 Absatz 1 Ziffer 3 bedarf ein Patient keiner Erlaubnis zum Mitführen von medizinischem Cannabis. (§ 4 Ausnahmen von der Erlaubnispflicht (1) Einer Erlaubnis nach § 3 bedarf nicht, wer […] in Anlage III bezeichnete Betäubungsmittel a) auf Grund ärztlicher [..] erwirbt.Es empfiehlt sich dennoch, eine vom Arzt oder der Apotheke gestempelte Kopie der Verordnung, des Rezeptes und/oder eine schriftliche Bestätigung des verschreibenden Arztes mit sich zu führen und zusätzlich zuhause und am Arbeitsplatz zu hinterlegen. Muss die cannabionoidhaltige Medizin mitgenommen werden, kann innerhalb der EU der Tagesbedarf bestimmter Cannabismedikamente von bis zu 28 Tagen mitgeführt werden. Voraussetzung ist, dass der Patient eine „Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung – Artikel 75 des Schengener Durchführungsabkommens“, vom Arzt ausgefüllt und von der zuständigen Gesundheitsbehörde beglaubigt stets dabei hat.